Staatsanwaltschaft will noch im September Anklage erheben

Schießerei im Alex aufgeklärt

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Schwer bewaffnete Polizisten riegeln am Nachmittag des 21. März den Kemptener Hauptbahnhof ab.

Kaufbeuren – Die Schießerei in einem Zug zwischen Kaufbeuren und Kempten im März mit einem Toten und drei Verletzten ist anscheinend geklärt: Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, will die Staatsanwaltschaft Kempten im September Anklage wegen versuchten Totschlags gegen einen 44-Jährigen erheben.

Dem mehrfach vorbestraften Mann wird vorgeworfen, am Nachmittag des 21. März bei einer Routinekontrolle durch Bundespolizisten im Regionalzug Alex 84148 von München nach Kempten kurz hinter Kaufbeuren einem Polizisten die Waffe entrissen und nach einer Rangelei auf dessen Kollegen mehrere Schüsse abgefeuert zu haben. Dabei wurde der Beamte laut SZ zwei Mal getroffen. Anscheinend rettete ihm nur seine kugelsichere Weste das Leben. 

Auch der Schütze wurde von zwei Kugeln der Bundespolizisten getroffen. Im Zug saßen etwa 400 Pasagiere Auslöser für die wilde Schießerei war offenbar, dass der 20-Jährige Begleiter des Mannes wegen räuberischen Diebstahls eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren absitzen sollte und zur Fahndung ausgeschrieben war. Die beiden wollten wohl einer Verhaftung entgegen. Sie sollen die Polizisten unmittelbar nach Betreten des Abteils attackiert haben, schreibt zumindest die Süddeutsche Zeitung. 

Ein zufällig im Zug sitzender LKA-Beamter eröffnete ebenfalls das Feuer auf den 44-Jährigen und seinen Kumpanen. Dabei traf er laut dem Zeitungsbericht die Pistole des Angreifers, sodass sie nicht mehr funktionierte. Die beiden Männer sprangen daraufhin zwischen Günzach (Ostallgäu) und Wildpoldsried (Oberallgäu) aus dem etwa 100 km/h schnellen, fahrenden Zug, wobei der Jüngere der beiden ums Leben kam. 

Der 44-Jährige wurde schwer verletzt und lag lange Zeit im Koma. Mittlerweile hat der Mann laut SZ-Bericht das Krankenhaus aber verlassen und sitz in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft geht anscheinend davon aus, dass der Prozess gegen den Überlebenden noch in diesem Jahr vor dem Landgericht Kempten stattfinden wird. 

Der 44 Jahre alte Mann ist erheblich vorbestraft und saß bereits mehrere Jahre in Haft.

Matthias Matz

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