Trotz Pfingsten bleiben viele Hotels zu

Tourismus in Füssen: Zaghafter Auftakt

Fußgängerzone Füssen
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Mit den Lockerungen der Corona-Beschränkungen kehren auch die Touristen in die Stadt zurück. Viele Hoteliers bleiben dennoch zunächst abwartend und hoffen auf weitere Lockerungen.
  • vonChris Friedrich
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Füssen – Die Pfingstferien sind vorbei und die Hoteliers in Füssen und Umgebung froh, dass sich nach langen Monaten des Lockdowns die Normalität wieder abzuzeichnen beginnt. Hoffnungen machen vor allem die seit Montag in Bayern geltenden weitreichenden Lockerungen der Beschränkungen. Denn die zurückliegenden zwei Wochen zeigten ein Bild, wie Tourismus nicht aussehen sollte: zahlreiche Hoteltüren in der Altstadt und im Umland blieben zu. „Die Bedingungen, unter denen wir arbeiten sollten, waren für uns und unsere Gäste nicht akzeptabel“, erklärt Hotelier Wolfgang Sommer, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). „Manche Betrieb wurden geöffnet, obwohl es sich manchmal wirtschaftlich überhaupt nicht lohnen konnte.“ 

Einmal mehr fordert der Dehoga-Kreisvorsitzende im Gespräch mit dem Kreisboten im Namen der Kollegen im Ostallgäu von der Regierung „mehr Planungssicherheit“. Vor allem kritisiert Sommer die Entscheidung, die Öffnungen der Betriebe abhängig von der Inzidenz zu machen. „Änderungen von heute auf morgen“ stellten die Hoteliers vor Probleme, betonte er. Größere Hotels brauchen bekanntlich eine gewisse Vorlaufzeit, damit den Gästen ein angenehmer Aufenthalt auf einer professionellen Basis ermöglicht werden kann.

Sommers Hotel im Weidach am Forggensee blieb in der Ferienzeit somit geschlossen. Es sei „unzumutbar“ für beide Seiten, dass Gäste einchecken könnten und – bei veränderten Inzidenz-Werten – das Hotel nach vielleicht drei Tagen wieder verlassen müssten. „Wir können die Gäste in unserem Haus doch nicht einfach kurzfristig fortschicken“, schüttelt Sommer den Kopf. Viele seien daher ins Ausland gereist, was dazu geführt habe, dass sich für manche Gastgeber im Allgäu die Öffnung ihres Betriebs nicht rentiert habe.

Wir dürften Gäste zum Beispiel nach Österreich oder Italien verloren haben.

Stefan Fredlmeier, Tourismuschef

Aus Sicht von Gästen, die in den Ferien spontan angereist waren, ergab sich im Füssener Land ein gänzlich unübersichtliches Bild mit Blick auf die Übernachtungsmöglichkeiten. Beispiele dafür: das Altstadthotel „Zum Hechten“ teilte in einem Aushang mit „Bis auf Weiteres geschlossen“. Auf der Homepage des Biohotels „Eggensberger“ in Hopfen wird die Öffnung für den 13 Juni angekündigt. Das Luitpoldparkhotel in der Innenstadt gibt Auskunft über freie Zimmer an der besetzten Rezeption.

„Ein repräsentatives Bild“ könne das Team von Füssen Tourismus und Marketing (FTM) „nur schwer vermitteln, da nur ein geringer Teil der Buchungen über FTM verläuft“, so Stefan Fredlmeier auf Anfrage. Der Füssener Tourismusdirektor skizziert die Situation, in der die Beherbergungsbetriebe steckten: „Pfingsten startete zaghaft, da die inzidenzabhängige Öffnung ab dem 21. Mai sowohl bei den Gästen als auch bei den Gastgebern wenig planungssicher war.“

Daher – so Fredlmeier weiter – hatte ein Teil der Unterkunftsbetriebe überhaupt nicht geöffnet. „Wir dürften Gäste zum Beispiel nach Österreich oder Italien verloren haben“, meint der FTM-Direktor. „Durch die sukzessive Zunahme an geöffneten Betrieben bei ordentlicher Nachfrage hat sich die Buchungssituation für Füssen insgesamt inzwischen verbessert. Vergleichbar mit den Pfingstferien in normalen Jahren, also zum Beispiel 2019, sind die aktuellen Pfingstferien aber keineswegs.“

Fredlmeier schaut jetzt nach vorne: „Die am 4. Juni verkündeten Erleichterungen – auf der Grundlage deutlich gesunkener Inzidenzen – öffnen die Tür spürbar weiter zu einem planbaren, entspannteren und daher insgesamt besseren Tourismusgeschehen.“

Eindeutiger Trend

Zu den kleineren Hotels, die Gäste einließen, zählt das „Garni City Hotel“ in der Füssener Innenstadt. Inhaber Cem Alici erklärte auf Nachfrage des Kreisboten: „Bis Pfingsten hatten bei uns Geschäftsleute ihr Zimmer gebucht. In den Ferienwochen hatten wir durch die Urlauber ein Ergebnis, von dem ich sage: Es geht!“ 99 Prozent der Übernachtungen in der Jesuitergasse 9 sind laut Alici von Gästen aus Deutschland gebucht worden. Um für den Gesundheitsschutz zu sorgen, kaufte der Inhaber 200 Selbsttests, die er größtenteils nun lagern muss. „Bis auf zwei Hotelgäste hatten alle bereits vorher einen Test gemacht und konnten ihr negatives Ergebnis vorlegen“, berichtet der Hotelchef.

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