Walter Sirch findet beim Schwangauer Starkbieranstich gewohnt deutliche Wort

Wider die Hasenfüßigkeit

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Ohne ein Blatt vor dem Mund: Beim Derblecken im „Schneiderhanser“ nimmt Walter Sirch wortgewandt die Kommunalpolitik auf die Schippe.

Schwangau – Anders als im Rheinland gibt es in Bayern nicht nur fünf, sondern sogar sechs Jahreszeiten.

Und ebenfalls anders als im Rheinland, scheint es im Freistaat so zu sein, dass am Aschermittwoch nicht alles zu Ende ist, sondern es erst richtig los geht. Dabei blieb vor allem den Schwangauern nicht viel Zeit, sich vom Fasching zu erholen: Am Aschermittwoch stand bereits der traditionelle Starkbieranstich im „Schneiderhanser“ auf dem Programm. 

Während der süffige Salvator-Gerstensaft dabei allein schon für gute Stimmung unter den mehr als 100 Gästen sorgte, schenkte Walter Sirch dem einen oder anderen bei seiner Derblecker-Rede noch zusätzlich kräftig eins ein. Nachdem zum ersten Mal Magnus Helmer die zahlreichen mehr oder weniger prominenten Besucher (darunter Landrätin Maria Rita Zinnecker, die Landtagsabgeordneten Angelika Schorer, Bernhard Pohl und Dr. Leopold Herz sowie mehrere Bürgermeister aus der Region) begrüßt und Zinnecker „eine gute Fastenzeit“ gewünscht hatte, war es am Schwangauer Bürgermeister Stefan Rinke, schlagkräftig zur Tat zu schreiten. 

Mit zwei energischen Schlägelhieben trieb er den Zapfhahn in das von der Paulaner-Brauerei bereitgestellte 56-Liter-Holzfass. Als dann bald fast jeder im Keller einen Krug beziehungsweise ein Glas Salvator bekommen hatte, legte Sirch los. 

In bester Nockherbergmanier las er in der Folge vor allem der Gemeinde Schwangau und der Stadt Füssen gehörig die Leviten. Für laute Lacher sorgte dabei unter anderem Sirchs Kommentar zum neuen Ameron-Hotel in Hohenschwangau, das „ja auch nicht gerade in einer Kiesgrube gebaut“ worden sei.

 Damit spielte er auf die komplette Ablehnung des Schwangauer Gemeinderates eines Fünf-SterneHotelneubaus beim Füssener Festspielhaus an, hinsichtlich derer er den Füssener Rathauschef Paul Iacob ermunterte: „Lass die Schwangauer maulen und den Rietzler bauen!“ Auf die Schippe nahm Sirch Iacob dagegen, als er süffisant erklärte, dass dieser mit dem Kiosk in Weißensee und dem Strandbad in Hopfen seine „eigenen Großprojekte“ habe.

Indes beschied er Iacob, dass „Sparen für Füssen auch nichts mehr“ nütze, wogegen er Rinke attestierte, dass dieser „recht sparsam“ sei und erklärte: „Deinen Untertanen gefällt es, wenn du eine harte Linie fährst, solange sie selber nicht davon betroffen sind.“ So hätten die beiden Bürgermeister ihre Probleme, die aber anscheinend nichts gegen das sind, was Sirch dann sogar als „Katastrophe“ bezeichnete, nämlich das kürzliche „Schneechaos im Ostallgäu“. 

Dabei kritisierte er den Schulausfall, obwohl er sich „für die Schüler gefreut“ habe. Allgemein habe er allerdings „das Gefühl, dass wir langsam alle Hasenfüße werden“, betonte er und fügte hinzu: „Irgendwann darf man nicht mal mehr besoffen Auto fahren.“ Nicht nur dafür war Derblecker Sirch schließlich schallendes Gelächter gewiss.

lex

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