Oldtimer-Traktoren-Treffen in Nesselwang

Lanz, Eicher und Schlüter

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Verschiedene Traktoren, vom Vorkriegsmodelle bis zur Marke Eigenbau, sind im Originalzustand, teils liebevoll restauriert oder auch umgebaut beim Oldtimer-Traktorentreffen in Nesselwang zu sehen.
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Verschiedene Traktoren, vom Vorkriegsmodelle bis zur Marke Eigenbau, sind im Originalzustand, teils liebevoll restauriert oder auch umgebaut beim Oldtimer-Traktorentreffen in Nesselwang zu sehen.
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Verschiedene Traktoren, vom Vorkriegsmodelle bis zur Marke Eigenbau, sind im Originalzustand, teils liebevoll restauriert oder auch umgebaut beim Oldtimer-Traktorentreffen in Nesselwang zu sehen.

Nesselwang – Das „Who-is-who“ der deutschen Traktoren-Geschichte war am Wochenende in Nesselwang zu sehen. Lanz, Eicher, Schlüter, Allgaier, Porsche und noch viele andere Fabrikate kamen zum Oldtimer-Traktor-Treffen an die Alpspitz. 

Mehr als 2000 Besucher und einige hundert Traktorenbesitzer bewunderten Vorkriegsmodelle wie einen Lanz Bulldogg von 1938 mit Glühkopfmotor oder ein Fendt Dieselross von 1949 ebenso wie einige Traktoren der Marke Eigenbau. Teils im Originalzustand, teils liebevoll restauriert oder auch umgebaut war fast jeder Zustand zu finden.

Die Oldiefreunde Nesselwang um ihren Vorstand Christian Haug hatten sich wieder einiges einfallen lassen, um Landtechnik von alt bis modern zu präsentieren. So zeigten sie den bäuerlichen Alltag als noch Pferde und Ochsen vor die Karren und ersten Geräte gespannt wurden. Aber auch moderne Traktoren und ein Ladewagen für die Heuernte, waren auf dem Festgelände um das Zelt zu sehen. Dort standen auch andere Oldtimer, wie ein Opel P4 oder ein altes Motorrad. 

Bereits am Freitag reisten die ersten Besitzer von alten Traktoren mit Wohnanhängern im Schlepptau an. Am Sonntag zeigten die Mitglieder der Oldiefreunde dann den bäuerlichen Arbeitstag mit alten Gerätschaften aus der Anfangszeit der Technisierung. Thomas Fischer und Andreas Baumer brachten den Besuchern das Dengeln einer Sense näher. Anfangs noch mit Hammer und Bock dengelten die Bauern dem Handmähgerät Scharten heraus, um eine gleichbleibende Schneidleistung zu gewährleisten. Viel Fingerspitzengefühl war hierfür notwendig. Mit dem Dengel-Fix erledigten die Bauern dann später dieselbe Arbeit. „Am frühen Morgen, wenn das Gras noch vom Tau nass ist, lässt es sich am besten mähen“, erklärte Moderator Toni Steiner, selbst Landwirt. 

Peter Näher, Gründungsmitglied des Vereins und Landmaschinenmechaniker-Meister, zeigte mit einem Balkenmäher an seinem Fendt Dieselross von 1949 dann schon die fortschrittliche Variante an dem Hang oberhalb des Festplatzes. Im Laufe des Tages zeigten die Mitglieder der Oldiefreunde die Heuernte mit den verschiedensten Gerätschaften. Angehängt an ein Fendt Dieselross von 1938 fuhr Peter Erd mit einem Gabelumkehrer den Hang ab und streute das frischgemähte Gras auf, um das Trocknen zu beschleunigen. Ein Graszettler an einem Fahr D90 von 1953 erledigte die gleiche Arbeit dann schon etwas moderner. 

15 Minuten Vorbereitung 

„Es war eine staubige Arbeit, die nur mit gutem und trockenen Heu oder Stroh gemacht wurde“, erklärte Christoph Allgaier. Die Gsodmaschine, der Urahn der heutigen Häcksler, verlangte Aufmerksamkeit von ihrem Bediener. „Schnell waren die Finger oder gar die ganze Hand drin“, fügte Allgaier hinzu. Das gehäckselte Heu oder Stroh verwendeten die Bauern dann als Einstreu im Kuhstall. Die Maschine wurde mit einer Transmission, einem langen Riemenantrieb von einem Allgaier-Traktor, angetrieben. „Die Riemenscheiben für die Firma Fendt in Marktoberdorf wurden von der Firma Wiest in Haslach aus schichtverleimtem Holz gefertigt. Das waren echte Spezialisten“, erklärte Peter Näher. 

Der Lanz Bulldogg von Thomas Fischer benötigte einiges an Vorbereitung bis er seinen liegenden Zylinder mit 10,3 Litern Hubraum in Gang setzte. So musste er die Lötlampe mit Spiritus vorwärmen. Danach wurde das Benzin unter Druck gesetzt und vernebelt. Erst dann konnte der Glühkopf vorn am Motor erhitzt werden. Das dauerte je nach Außentemperatur bis zu einer Viertelstunde. Mit Hilfe des Lenkrads setzte Fischer das Schwungrad in Gang, was viel Muskelkraft, aber auch Geschick benötigte. Aber auch nach dem Starten verlangte der Motor Feingefühl. So musste er erst ein paar Minuten warmlaufen bevor der damalige Mercedes unter den Traktoren in Betrieb gesetzt werden konnte. „Die Lötlampen sind begehrte Sammlerobjekte“, erklärte Thomas Fischer. 

Wie „Hoinzen” gefertigt wurden, zeigte anschließend Peter Schneider „Simmeler” aus Pfronten am Langlochbohrer. Der Holzpfahl mit drei Querlatten bestimmte in vergangenen Zeiten das Landschaftsbild des Allgäus zur Heuernte. Diese wurden vor allem im Winter hergestellt und „wechselten im Sommer auch hin und wieder unfreiwillig die Mark“, so Moderator Toni Steiner. „Die ,Hoinzen´ wurden mit einem Brandzeichen an den Schwingen (Querlatten) und am Pfahl versehen, um dem entgegenzuwirken“, erklärte Christoph Allgaier. So konnten die Eigentümer ihren Besitz nachweisen. 

Vorstand ist zufrieden

Wer von den Oldtimer genug hatte, der konnte sich im Zelt einfinden. Dort sorgten die Alpspitzstürmer bis zum Festausklang für gute Laune. Für das leibliche Wohl waren die Mitglieder des Vereins zusammen mit der Metzgerei Haslacher verantwortlich. Vorstand Christian Haug zeigte sich sichtlich zufrieden mit dem Festverlauf und dankte allen Besuchern und Beteiligten für ihren Einsatz und ihr Kommen.

Herbert Hoellisch

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