Mit Frondienst zur neuen Kirche

Trauchgauer Dorfmuseum zeigt die Geschichte der Pfarrkirchen St. Andreas und St. Michael

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Halblechs Bürgermeister Johann Gschwill (CSU) dankt Museumsleiter Hubert Romeder für seine mühevolle Arbeit bei den Aufzeichnungen zur Ausstellung der Pfarrkirchen Trauchgau und Bayerniederhofen.

Trauchgau – Wie die beiden Pfarrkirchen St. Andreas in Trauchgau und St. Michael in Bayerniederhofen entstanden sind, zeigt derzeit das Dorfmusem „Beim Hölzler“ in einer Sonderausstellung. Zur Vernissage begrüßten Museumsleiter Hubert Romeder und Bürgermeister Johann Gschwill jetzt geladene Gäste.

Trotz schwieriger Zeiten leistete die Bevölkerung damals Erstaunliches, um solche Bauwerke zu erstellen und zu finanzieren, sagte Halblechs Bürgermeister Johann Gschwill (CSU) in seinen einleitenden Worten. Er verwies dabei auf das große Gottvertrauen und eine starke Dorfgemeinschaft, die den Vorfahren halfen, diese beiden christlichen Wahrzeichen der Gemeinde zu erstellen. 

Museumsleiter Hubert Romeder erinnerte an die Sonderausstellung historisch sakrale Kulturlandschaft über Flur, Berg- und Gedenkkreuze, Bildstöcke, Gedenk-und Haustafeln sowie Kapellen. Aufzeichnungen verweisen auf Anfänge im achten Jahrhundert über einzelne Einsiedeleien. Die erste Vorgängerkirche in Bayerniederhofen wurde bereits im Jahre 1328 erwähnt. Da das Gebäude ziemlich baufällig war, wurde 1701 der Grundstein für eine neue Kirche gelegt. Streitigkeiten und die Wirren des Spanischen Erbfolgekrieges erschwerten jedoch finanziell den Ausbau der Kirche. 

Als der Weihbischof Franz von Gutenberg das Kloster Steingaden besuchte, bat ihn die Gemeinde die Weihe vorzunehmen. Da die Gemeinde sparen musste, bat sie darum, auch zusätzlich die St. Peterskapelle in Berghof zu weihen. Um die Kirche in ihrer heutigen Pracht bewundern zu können, waren viele Sanierungsarbeiten notwendig. 

Beim Betreten fallen dem Besucher sofort die prächtigen Stuckarbeiten im Langhaus auf. Eine Vielzahl an Stilelementen ziert Decke und Empore. Ein Deckenfresko zeigt die Himmelfahrt Mariens. 

Turbulente Jahre vergingen ebenfalls bis zum Bau einer neuen Kirche in Trauchgau. Erste urkundliche Erwähnungen weisen auf einen Kirchenneubau 1329 hin. Da das Gebäude schließlich in einem desolaten Zustand war, musste ein Neubau her. Nachdem 1818 sämtliche Vorgaben dafür erfüllt waren, erfolgte am 10. März 1819 die Grundsteinlegung. Der Rohbau kostete 10500 Gulden. Insgesamt leisteten die Einwohner dafür 1460 Tage Frondienst. Eine bayernweite Spendenaktion durch die „köngl. Baier. Stiftungsadministration“ brachte 9500 Gulden ein. Auch die Landeshauptstand München spendete über 1000 Gulden. Bereits am 17. Oktober folgte die Segnung der spärlich ausgestattete Kirche. Die Einweihung selbst nahm 1823 Bischof Joseph Maria von Frundsberg vor. 

Abriss der Wieskirche geplant 

Während der Säkularisation 1803 plante man eigentlich, die Wieskirche abzureißen. Die Steine sollten nach Trauchgau transportiert und zum Kirchenbau verwendet werden. Kunstvoll gestaltete Kirchenfenster und ein Deckenfresko mit der Darstellung des Martyriums des Patrons St. Andreas schmücken das Langhaus der Kirche. 

In der Ausstellung informieren zahlreiche Bilder, Dokumente und detaillierte Berichte über die Entwicklung und Entstehung der beiden sakralen Gebäude die Besucher. Diese ist noch bis zum Herbst im Dorfmuseums zu sehen. Das Museum hat bis Mitte September jeden Donnerstag von 16 Uhr bis 19 Uhr geöffnet sowie am Sonntag, 15. September, von 13 Uhr bis 18 Uhr.

ms

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