Trauer um "Mister Eishockai"

„Mister Eishockai“ Xaver Unsinn kurz nach seinem 80. Geburtstag 2009. Foto: Archiv

Am 4. Januar ist „Mister Eishockai“ Xaver Unsinn nach langer schwerer Krankheit mit 82 Jahren gestorben. In der Aussegnungshalle im Waldfriedhof in Füssen verabschiedeten sich am vergangenen Dienstag zahlreiche Weggefährten von ihm.

Unsinn war sowohl als Eishockeyspieler als auch Trainer einer der Größten seiner Zeit. Der Gewinn der Bronzemedaille 1976 bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck mit der deutschen Nationalmannschaft war dabei sein größter Erfolg als Trainer. Als geborener Füssener lernte er in seiner Heimatstadt das „Eishockai“ wie er mit seinem Allgäuer Dialekt, den er nie verbarg, zu sagen pflegte. Der und auch die Pepita-Hüte waren seine Markenzeichen. Die Aussegnungshalle des Waldfriedhofs in Füssen war zu klein, um den vielen Menschen, die gekommen waren, Platz zu bieten. Alles, was Rang und Namen hatte, zahlreiche Weggefährten und Freunde wollten sich von dem Sportler Xare Unsinn verabschieden. Er sei immer ein Allgäuer, ein Füssener geblieben, einfach einer, der nie abgehoben sei, waren sich die Versammelten einig. Allerdings habe er auch Ecken und Kanten und vor allem großes Durchsetzungsvermögen besessen, wenn es um „sein Eishockai“ ging. Von 1946 bis 1960 war Unsinn Stürmer beim EV Füssen und wurde mit ihm achtmal Deutscher Meister. Anschließend war er bis 1964 als Spielertrainer und bis 1966 als Trainer in Kaufbeuren aktiv. In der Nationalmannschaft kam er in 72 Spielen zum Einsatz und erzielte dabei 24 Tore. Nach seiner Zeit in Kaufbeuren war er Trainer in Preußen Krefeld, beim Augsburger EV und bei der Düsseldorfer EG, mit der er 1972 die Deutsche Meisterschaft gewann. Auch mit dem Berliner Schlittschuhclub erkämpfte er sich 1974 und 1976 den Deutschen Meisterschaftstitel. Von 1977 bis 1978 war er beim EV Rosenheim unter Vertrag und trainierte von 1978 bis 1981 den SC Bern, mit dem er 1979 die Schweizer Meisterschaft gewann. Als Bundestrainer betreute er schon 1963 die B-Nationalmannschaft. 1964 trainierte er zusammen mit Markus Egen und Engelbert Holderied das Nationalteam. Von 1975 bis 1977 sowie von 1981 bis 1990 war er dann der alleinige Trainer und gewann mit der Nationalmannschaft 1976 bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck aufgrund des um 0,041 besseren Torquotienten die Bronzemedaille. Außerdem wurde er in die Internationale „Hall of Fame“ in Toronto aufgenommen und bekam 1996 das Bundesverdienskreuz.

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