Trauer um Pater Benno

Pater Benno verstarb vergangene Woche bei einem Wanderunfall. Foto: cf

Pater Benno, Guardian des Füssener Franziskanerklosters, ist tot. Er ist in der vergangenen Woche bei einer Bergtour über den Pilgerschrofen und die Zwölf Apostel tödlich verunglückt. Über den Unfall hatte der KREISBOTE kürzlich in einer Meldung berichtet. Dass es sich bei der tot geborgenen Person um den 71-jährigen Pater handelte, hat große Trauer ausgelöst.

Pater Benno sei bei den Menschen „sehr beliebt“ gewesen, so Stadtpfarrer und Dekan Frank Deuring. „Wir trauern um einen fleißigen Seelsorger in Füssen.“ Pater Benno – bürgerlich: Bartholomäus Fischer – hatte im Jahr 2006 erneut die Leitung des Füssener Franziskanerklosters übernommen, in dem er bereits von 1998 bis 2004 gewirkt hatte. Der Guardian, der aus Grafing bei München stammt, leitete auch schon das Kloster Hammelburg. Vor seiner Rückkehr nach Füssen hatte er mit seinen Ordensbrüdern im Kloster bei der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gelebt und gewirkt. Hier war Pater Benno unter anderem im Seelsorge-Dienst für die Franziskanerinnen zuständig. Seine Bekanntheit in Füssen erlangte Pater Benno als Krankenhausseelsorger. Seine Barmherzigkeit zeigte sich, als er die Tür des Klosters für eine Großfamilie öffnete. Außerdem ist es seinem unermüdlichen Einsatz zu verdanken, dass die Familie mit neun Kindern jetzt in Schwangau eine geeignete Unterkunft gefunden hat. Der Guardian des Füssener Franziskanerklosters liebte die Berge und galt als erfahrener Bergsteiger, der in der Regel allein zu den Touren aufbrach. Die Ordensbrüder hatten ihren Guardian als vermisst gemeldet, als er am Abend nicht von seiner Bergtour zur gemeinsamen Messe in der Kirche des Klosters zurückgekehrt war. Am vergangenen Dienstag fand seine Beerdigung auf dem Sebastianfriedhof, Alter Friedhof, in Füssen statt. Seine Geschwister waren vom Provinzial der Franziskaner in München, Dr. Cornelius Bohl, über den tragischen Unfall in den Bergen informiert worden, der dann auch zur Trauerfeier kam und das Requiem in der Franziskanerkirche St. Stephan zelebrierte. Die Trauerfeier hatte über 500 Teilnehmer aus nah und fern. In seiner Predigt sagte Pater Benedikt Grimm: „Das Leben mit seinen Schwierigkeiten hat unseren Mitbruder immer wieder heraus- gefordert. Pater Benno ist nicht ausgewichen. Er stellte sich den Sorgen und Nöten anderer Menschen kompetent und engagiert.“ Pater Benedikt spendete reichlich Trost: „Wir wissen, dass Gott bei denen ist, die ihn lieben, und alles zum Guten lenkt. So sagt es uns der Apostel Paulus“. Die Liturgie wurde „einfach und getreu dem Ritus“ gefeiert, wie es sich Pater Benno in seinem Vermächtnis ausdrücklich gewünscht hatte. Bis seine Nachfolge als Guardian von den Franziskanern – erst nach den Sommerferien – geregelt wird, leitet Vikar Pater Vinzenz kommissarisch das Füssener Kloster.

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