"Trennendes überwinden"

Die muslimische Gemeinde Füssen ist in der Lechstadt noch etwas heimischer geworden. Am vergangenen Sonntag eröffneten die Gemeindemitglieder im Beisein von Vertretern der christlichen und muslimischen Religionen den neuen Familien- und Jugendsaal im Untergeschoss der Moschee.

Der Vorsitzende der Gemeinde, Mustafa Türkmen, ließ die lange Wanderschaft des islamischen Gotteshauses in Füssen Revue passieren, während die übrigen Redner einhellig die Notwendigkeit eines guten Miteinanders betonten. Von den ersten Gebeten in den Hanfwerken 1976, zum Gebetsraum in der Marienstraße über den Venezianerwinkel bis hin zur Moschee in Füssen West war es ein langer Weg, wie Türmen erläuterte. Umso glücklicher sind die Mitglieder der Gemeinde nun über den neuen Jugend- und Familiensaal. Der entstand aus dem Nichts in eineinhalbjähriger Arbeit, „ganz ohne Zuschüsse“, so Türkmen. Vom Aushub der Baugrube im Garten bis zu dem heutigen Raum mit kleiner Bühne unter dem Garten war viel Eigenleistung von Nöten. Nun sollen Familien darin feiern oder Jugendgruppen darin für Feiern Darbietungen einüben können. Seine Feuertaufe, so Türkmen, hat der Raum bereits beim traditionellen Fastenbrechen bestanden. Aber, so Bürgermeister Paul Iacob, „es wäre fatal, würde Ihre Gemeinde nur in diesen Räumen eine Zuhause finden. Was wir brauchen, ist die Gemeinsamkeit“, so der Bürgermeister. Und eine Gemeinsamkeit gebe es schließlich zwischen den drei Weltreligionen des Christentums, Judentums und des Islam – „Wir sind alle Söhne und Töchter Abrahams“, so der Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert. Es gelte daher, Trennendes zu überwinden. Der muslimischen Gemeinde wünschte er viele gute Begegnungen und, dass sich „für die Jugend viele neue Möglichkeiten eröffnen“. Integration das Ziel „Unser Ziel ist es, unsere Mitbürger die im Ausland leben, zu integrieren“, erklärte Dr. Ali Önal, Religionsbeauftragter des türkischen Generalkonsulats in München. Integration bedeute jedoch nicht, so zu sein, wie der andere ist. Vielmehr gelte es, die eigene Kultur in dem Land, in dem man lebt, zu erhalten. Auch die Vetreter der christlichen Gemeinden betonten den Wunsch auf ein gutes Miteinander der Religionen und Konfessionen. Das Bekenntnis zur Gemeinsamkeit vertieften die Gäste hernach beim gemeinsamen Essen in dem neuen Saal.

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
"Wichtiger als der Karneval"
"Wichtiger als der Karneval"
Derblecken auf hohem Niveau
Derblecken auf hohem Niveau
Der Kanzler bei Plansee
Der Kanzler bei Plansee

Kommentare