Trotz Bedenken akzeptieren Schwangauer Räte den Kiesabbau durch die ARGE II

Schwangauer Gemeinderäte: Kritik am »Kies-Tourismus«

Bagger und Lkw im Forggensee bei Füssen
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Zähneknirschend muss der Schwangauer Gemeinderat zur Kenntnis nehmen, dass künftig eine weitere ARGE um die Hubert Schmid Kies im Forggensee abbauen darf.

Schwangau – Auf eine Klage wollte sich der Gemeinderat Schwangau dann doch nicht einlassen. So nahmen die Kommunalpolitiker einen Planfeststellungsbeschluss des Landratsamtes, der es einer zweiten ARGE ermöglicht, künftig Kies im Forggensee abzubauen, zur Kenntnis. Außerdem einigten sich die Räte darauf, auf Rechtsmittel zu verzichten.

Hintergrund der längeren Diskussion in der Therapiehalle der Grundschule war eine kürzlich getroffene Entscheidung des Landratsamtes Ostallgäu, eine weitere Zufahrt in den Forggensee über das Gelände des Segelclubs Füssen-Forggensee zu erlauben (der Kreisbote berichtete mehrfach ausführlich). Diese Genehmigung ermöglicht es ab sofort einer zweiten ARGE um das Marktoberdorfer Bauunternehmen Hubert Schmid, ebenfalls Kies im See abzubauen. Trotz zuvor von rund einer Handvoll Gemeinderäten geäußerter Bedenken nahm das Gremium den entsprechenden Bescheid des Landratsamtes Ostallgäu zur Kenntnis.

Gleichzeitig einigten sich die Ratsmitglieder darauf, auf die Einlegung von Rechtsmitteln zu verzichten und somit keine Klage gegen das Vorhaben einzureichen. Das wäre laut Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) nämlich die einzige Möglichkeit, selber noch entscheidend zu versuchen, dafür Sorge zu tragen, die Belastungen der Schwangauer Bevölkerung im Zuge des Kiesabbau-Arbeiten möglichst gering zu halten.

Allerdings sei es „im Grunde egal, wie wir uns äußern“, schien vorher schon CSU_Gemeinderat Peter Helmer die Flinte ins Korn werfen zu wollen, was seinen Protest gegen diesen von ihm sogenannten „Kies-Tourismus“ anbelangte. Dennoch brachte er seine klare Abneigung gegen „die Art und Weise“ zum Ausdruck, wie der Kies hierbei „durch den ganzen Landkreis gefahren wird“.

Seine Zweifel gegenüber den in dem geplanten Umfang vorgesehenen Abbauarbeiten unterstrich auch Klaus Mielich (Frei Wähler), der befürchtete, dass „die Lärm- und Staubbelastungen für die Bürger vielleicht doch zu hoch“ werden könnten.

Dem Vorhaben der ARGE Forggensee II gänzlich ablehnend stand auch Michael Weisenbach (CSU). „Die Entnahme in dieser Form ist grundsätzlich zum Schaden künftiger Generationen. Sie ist nicht nachhaltig und ökologisch negativ!“, kritisierte er.

lex

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