Kanonen, Schwertkampf und Feuershow

Ritter aus den verschiedensten Epochen, Bogenschützen, Reiter und Artillerie treffen bei der Schlacht um Ehrenberg vor der Klause aufeinander. Foto: Knoll

Reutte - Zwei Heere stehen sich am Fuße der Burg Ehrenberg gegenüber. Die sollen entscheiden, ob zukünftig Protestanten oder Katholiken sie beherrschen werden. Denn am Wochenende lagerten wieder Mittelalterfans bei den Ritterspielen „Ehrenberg – Die Zeitreise“ im Tal, um wie vor 500 Jahren zu leben.

Burg Ehrenberg befindet sich wieder im September 1546 und es herrscht der Schmalkaldische Krieg, die „Generalprobe des 30-jährigen Krieges“, so Sprecher Michel von Aragon. Die Katholiken wollen Ehrenberg zurückerobern und versammeln dafür ein großes Heer. Kanonenschüsse ihrer Artillerie lassen das Tal erschüttern. Die Protestanten senden anschließend ihre Reiterei aus. Doch die Landsknechte der Katholiken halten sie mit ihren Hellebarden auf Distanz. Die Schützen spannen ihre Bogen. Balthasars Truppen ziehen vor die Schanze und prallen auf die Ritter des Teutonischen, Johanniter- und Templerordens. Die Schwerter und Schilder werden gezückt. 

Doch kurz darauf müssen ein paar echte „Templer“ das Schlachtfeld stürmen, um einen italienischen Darsteller zu versorgen. Der Mann ist gestürzt und hat sich dabei den Arm gebrochen. „In der Frühneuzeit wäre die Schlacht weitergegangen und man wäre über ihn drübergetrampelt. Das wäre uns dann aber ein wenig zu drastisch“, scherzt Michel von Aragon. Schließlich geht der Kampf weiter: Melchiors Truppen schießen sich den Weg durch das Haupttor frei, überrennen die Protestanten und nehmen Ehrenberg ein. 

Doch für einige ist damit der Kampf noch nicht vorbei. Denn in der Turnierarena streiten sich zwei Ritterorden, die Teutonen und die Hospitaliter, um die Burg. Im Galopp gehen die Ritter mit Lanzen aufeinander los, schleudern Spiese auf Zielscheiben oder suchen die Entscheidung im Schwertkampf. Davon animiert konnten sich die kleinen und auch großen Besucher anschließend im Bogenschießen und Axtwerfen üben oder sich mit Holzschwertern duellieren. Die richtige Technik schauten sie sich dabei beim Ritter-Schaukampf ab. 

Tanzen zu Musik aus dem Dudelsack 

Wem das aber zu viel Aktion war, der tanzte zu Gitarren- und Dudelsackmusik von Abinferis oder lauschte den sanfteren Tönen der Band Skaluna. Die stimmte Mittelalterfolk mit keltischen Einflüssen an. Gegen Abend tauchten Feuergaukler das Festgelände in stimmungsvolles Licht. Sie ließen brennende Ringe um ihre Hüften kreisen oder sprangen durch sie hindurch, tanzten mit flammenden Schnüren und spien Feuer. 

Erfrischung versprach anschließend ein Bad im „Gaudium Thermale“. Gegen Verbrennungen oder sonstige Zipperlein gab es auf dem Mittelaltermarkt die richtigen Kräuter. Hier sorgten die Mittelalterfans mit Met und Flammkuchen für ihr leibliches Wohl oder statteten sich mit neuen Schwertern und Kostümen aus. Eine passende Frisur dazu gab es beim Barbier. 

Währenddessen vertrieben sich die Kinder die Zeit beim Bogenbasteln, tobten sich auf dem Spielplatz aus, oder halfen den Narren bei ihrer Show. Wie sich das Alltagsleben der Menschen im Mittelalter aber tatsächlich gestaltet hat, das bekamen die Besucher beim Lagerleben zu sehen. Hier kochten die Ritter und ihr Gefolge, spielten Brettspiele, bearbeiteten Wolle oder kümmerten sich um ihre Tiere. kk

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