Über 2000 Radler starten bei 9. Allgäuer Radltour

Genussvoll und ambitioniert

1 von 45
Groß war der Andrang bei der 9. Allgäuer Radltour.
2 von 45
Groß war der Andrang bei der 9. Allgäuer Radltour.
3 von 45
Groß war der Andrang bei der 9. Allgäuer Radltour.
4 von 45
Groß war der Andrang bei der 9. Allgäuer Radltour.
5 von 45
Groß war der Andrang bei der 9. Allgäuer Radltour.
6 von 45
Groß war der Andrang bei der 9. Allgäuer Radltour.
7 von 45
Groß war der Andrang bei der 9. Allgäuer Radltour.
8 von 45
Groß war der Andrang bei der 9. Allgäuer Radltour.

Füssen – Ein Pulk aus mehr als 2000 Radlern hat sich am Sonntag durch die Landschaft rund um den Forggensee gezogen. Zum neunten Mal hatte die Aktienbrauerei Kaufbeuren und der Landkreis Ostallgäu zur Radltour eingeladen. Heuer ging es vom Festspielhaus Füssen nach Prem und Schwangau wieder zurück. 

Schon am Parkplatz des Festspielhauses wurde deutlich, dass etwas Besonderes stattfinden muss. Aus allen Richtungen – vor allem mit allen Kennzeichen des Allgäus (vom Unter- über das West- bis ins Ober- und Ostallgäu) stauten sich die Autos vor der Schranke, Fahrräder auf dem Dach transportierend oder im Rucksack. Die Parkfläche erinnerte auch eher an das Fahrerlager bei der Tour de France, Mountainbikes wurden vom Dach gehoben oder die Rennmaschinen zusammengebaut. 

Obwohl sie noch eine gute halbe Stunde auf den Startschuss warten mussten, drängten sich die Pedalritter dort vor dem Festspielhaus, wo es sonst die Tickets gibt, reichten Anmeldezettel hin und nahmen die gelben Trikots entgegen. Wo sonst das Gelbe Trikot für „Führender der Gesamtwertung“ steht, zeigte es diesmal an, dass schon zum neunten Mal durchs Allgäu geradelt wurde. 

Und während sich die Rennradler – zumeist Radsportgruppen, aber auch Einzelfahrer– fertig machten für die 128-Kilometer-Etappe durch das Ostallgäu und hinüber nach Oberbayern, blieb für die Genussradler Zeit, sich richtig vorzubereiten. Da wurden Kinder im Anhänger verstaut oder am Bike angehängt, ein paar Meter weiter gab Ramona Böhm ihrem Sohn noch Tipps. Wie er mitfahren und sich am besten hinter dem Vater halten sollte. Zum zweiten Mal waren die Irseer dabei. Heuer durfte Mario erstmals selber mitradeln und fuhr später, recht zufrieden, im Mittelfeld in Prem ein. 

Am Forggensee entlang 

Ein paar Meter weiter nutzten die Ewings den Moment für ein Foto mit Schlosshintergrund. Sieglinde und John Arthur – Spitzname J.R. – Ewing waren aus Ohio auf Besuch in der alten Heimat. Dass die Radltour stattfand, wusste Sieglinde noch nicht, als sie den Urlaub planten, doch die Gelegenheit reizte die Krankenschwester schon. Und so standen sie und ihr Mann sowie Jugendfreundin Ursula Mandt am Sonntag mit ihren E-Bikes und warteten auf den Start. 

Übrigens nicht die einzigen Exoten, auch Liegefahrräder hatten sich unter die Biker gemischt, Hauptsache es machte Spaß. Und jeder Biker trug einen Helm. Gegen neun Uhr startete die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), immerhin mit gelbem Schal angetan, die Rennradtour und begrüßte auch die Genussradler, die kurz darauf zu ihrer 42 Kilometer langen Tour, quasi rund um den Forggensee, starteten. Stefan Fredlmeier, Füssens Tourismuschef kommentierte noch kurz: „Alles gelb, alles gut“, dann setzte sich der Pulk in Bewegung. 

Pause in Prem

Der Lindwurm rollte am West-ufer des Forggensees in Richtung Roßhaupten, gelenkt von Füssens Polizeichef Edmund Martin und geleitet von seinen Beamten auf den Krädern. Zudem eskortierten Polizeifahrzeuge, das Rote Kreuz und Fahrzeuge des THW den Zug. Letzteres sammelte unter anderem die Biker auf, die nicht mehr konnten oder eine Panne hatten. Anschließend ging es über Helmenstein hinein nach Oberbayern nach Prem: für den einen die Abkürzung für Premiere als erstem Ort, wenn man aus dem Allgäu kommt. Für den anderen Premium, oder wie Prems Bürgermeister Herbert Sieber meinte: wer braucht schon Urlaub, wenn man an einem so herrlichen Ort wohnt. Kurzfristig verdoppelte sich auch die Einwohnerzahl des kleinen Flößerdorfes, als die Radler auf dem Sportplatz pausierten und neue Kräfte für die zweite Etappe sammelten. 

Nun ging es ordentlich bergauf nach Jans und Eschenberg, über 100 Höhenmeter. Die Steigung bezwangen aber nicht alle Radler. Diese folgten stattdessen durchs Halblechtal der Gruppe, die von nun an relativ eben Richtung Füssen rollte. Dort wurde dann auch das Gewinnspiel aufgelöst. Es gab unter anderem ein Radlertrikot und Trinkflaschen zu gewinnen. Wer die Radltour aber gemeistert hatte, durfte sich ohnehin schon als Sieger fühlen – ob mit Flautenschieber, selbst tretend oder im Besenwagen, wenn die Pobacken so gar nicht mehr mitspielten.

Oliver Sommer

Auch interessant

Meistgelesen

"Handschrift der Männer"
"Handschrift der Männer"
Alles im Lack
Alles im Lack
Zu zweit unterm Baum
Zu zweit unterm Baum
Haus in der Schrannengasse soll in die Höhe wachsen
Haus in der Schrannengasse soll in die Höhe wachsen

Kommentare