Mehr Haushalte bekommen schnelles Internet

Über 600 Adressen in Füssen sollen einen leistungsstarken Glasfaseranschluss bekommen

Im KIM sollen bald alle Firmen und Gewerbetreibenden einen Glasfaseranschluss erhalten.
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Über 600 weitere Adressen in Füssen sollen einen Glasfaseranschluss bekommen.
  • Matthias Matz
    VonMatthias Matz
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Füssen – 633 weitere Adressen sollen in naher Zukunft einen Glasfaseranschluss für schnelles Internet mit einer Leistung 100 Mbit/s und mehr bekommen.

Möglich machen das geänderte Förderrichtlinien, wie Jürgen Schuster von der Beratungsfirma Corwese GmbH vergangene Woche im Stadtrat erläuterte. Dieser sprach sich einstimmig dafür aus, in das Verfahren zu starten und beauftragte die Corwese GmbH mit den erforderlichen Schritten.

An und für sich ist die Versorgung mit Internet in Füssen nicht die schlechteste. Laut Schuster haben derzeit über 3300 Adressen allein über die Telekom einen Anschluss mit einer Leistung von mehr als 30 Mbit/s, über 2300 Adressen einen mit mehr als 100 Mbit/s und 132 Adressen verfügen sogar über einen Anschluss, der mehr als 1000 Mbit/s durchschleust. „Sie haben eine sehr gute Versorgung“, so Schuster mit Blick auf die Abdeckung durch die Telekom. Dazu kommen weitere 2800 Adressen, die einen Vodafone-Anschluss ins Internet mit einer Leistung von über 400 Mbit/s haben. „Vodafone steht relativ flächendeckend zur Verfügung“, sagte der Berater.

Besser als Kupfer

Durch geänderte Förderrichtlinien sei es nun möglich, weitere 633 Adressen, die noch keinen Anschluss mit mehr als 100 Mbit/s haben – darunter 200 gewerbliche und 433 private – mit einem schnellen Glasfaseranschluss zu versorgen. Im Vergleich zur herkömmlichen Kupferleitung von einem Verteilerkasten aus sei Glasfaser mit seinem direkten Zugang zur jeweiligen Wohnung oder Firma (FTTH) leistungsstärker und umweltfreundlicher. Insbesondere für Unternehmen könnte die Leistungsfähigkeit ihrer Internetverbindung von entscheidender Bedeutung im Wettbewerb sein.

Um alle förderfähigen 633 Adressen an das Internet der Zukunft anschließen zu können, müssen aber wohl Straßen auf einer Gesamtlänge von rund 30 Kilometern aufgerissen werden. Die voraussichtlichen Kosten für all das schätzte der Berater auf rund 8,25 Millionen Euro. Bezahlen werden das dank der neuen Fördermöglichkeiten vor allem der Bund und der Freistaat. Wie Schuster den Ratsmitgliedern erläuterte, reduziere sich der Eigenanteil der Kommune dadurch auf lediglich noch zehn Prozent, also etwa 825.000 Euro. Ohne die neue Förderung durch den Bund müsste die Stadt über drei Millionen Euro selbst stemmen – Geld, das sie bekanntlich nicht hat.

Keine Kosten?

Selbst die EU-weite Ausschreibung für das Projekt in Höhe von 15.000 bis 20.000 Euro sowie die Beratungsleistungen für 50.000 Euro werden vom Bund übernommen, wie Schuster auf Nachfrage von Stadträtin Christine Fröhlich (FWF) erklärte. „Die Stadt kostet das eigentlich nichts.“ Er gehe davon aus, dass die Förderzusage bis April/Mai kommenden Jahres vorliege. „Die Förderung ist garantiert!“

Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) erläuterte, dass sich die 825.000 Euro auf vier Jahre erstrecken werden. Auf diese Zeitspanne sei das Projekt angelegt. „Das ist eine Investition in die gesamte Infrastruktur“, sagte er. Deshalb habe sich der Stadtrat im Zuge der Haushaltskonsolidierung auch darauf verständigt, für den Breitbandausbau trotz der angespannten finanziellen Lage Geld in die Hand nehmen zu wollen. Dennoch schlug er vor, die Investitionskosten auf sieben Millionen Euro zu deckeln, wodurch der Stadt ein Eigenanteil von 700.000 Euro bleibe.

Das Stadtparlament stimmte dem ebenso einstimmig zu wie dem Vorschlag der Verwaltung, vom bayerischen in das lukrativere Bundesförderprogramm zu wechseln und in den Breitbandausbau mit Glasfaserkabel für die förderfähigen Adressen einzusteigen.

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