Gut aufgestellte Bergretter

Nesselwanger Bergwacht blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2017 zurück

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Bei der Winterübung im vergangenen Jahr werden Versorgung und Abtransport eines verunglückter Skifahrers geübt.

Nesselwang – Von mehr als 90 Einsätzen im vergangenen Jahr konnte Bereitschaftsleiter Willi Hailer auf der Jahreshauptversammlung der Bergwacht-Bereitschaft Nesselwang berichten.

Mehr als ein Drittel wurde dabei bereits im Januar geleistet. Die meisten Bergsportler, die die Hilfe der Bergretter benötigten, waren Skifahrer, gefolgt von Snowboardern und Wanderern. Im Sommer mussten dagegen vor allem im Juli und im August etwa einmal pro Woche Bergwanderer und Freizeitsportler medizinisch versorgt werden. 

Ein weiterer Schwerpunkt bei den Einsatzzahlen war der Dezember. Im ersten Wintermonat der laufenden Saison wurden die Bergwachtler bereits 21 Mal zu Hilfe gerufen. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres mussten die ehrenamtlichen Bergretter insgesamt schon 38 Wintersportler versorgen. Viele Unfälle passieren am Nesselwanger Hausberg während des Nachtskifahrens. In der Einsatzstatistik des Jahres 2017 war dies insgesamt 14 Mal der Fall. 

In die Ausbildung investieren die Nesselwanger Bergretter viel Zeit. Insgesamt absolvierten sie 21 Bereitschaftsausbildungen mit mehr als 620 Stunden. Dabei waren mehrere Hubschrauber-Übungen, eine Bergeübung in Zusammenarbeit mit der Alpspitzbahn sowie eine große Winterübung. In Bad Tölz übten die ehrenamtlichen Bergretter unter realistischen Bedingungen im Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung. In der weltweit einzigartigen Halle kann die Bergung mittels Hubschrauber und Winde sowie die Seilbahnevakuierung geübt werden. Insgesamt investierten die Bereitschaftsmitglieder so fast 1200 Stunden ihrer Freizeit in die Aus- und Weiterbildung.

Im Juli konnte Bereitschaftsleiter Willi Hailer die zweite Bergwachtfrau in ihren Reihen begrüßen. Viola Giese hatte alle notwendigen Ausbildungsabschnitte erfolgreich absolviert. Im Bergwacht-Abschnitt Allgäu sind fünf Mitglieder der Nesselwanger Bereitschaft in der Ausbildung tätig. Ein Bergretter hat die Ausbildung zum Canyoning-Retter erfolgreich abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit der Wasserwacht-Ortsgruppe Nesselwang blickten mehrere Bergretter über den Tellerrand. Mit dem Ausbilder der Ortsgruppe, Wolfgang Heel, trauten sich die Bergretter ins nasse Element und legten erfolgreich das Silberne Rettungsschwimmer-Abzeichen (DRSA) in Theorie und Praxis ab.

„Im Nachwuchsbereich ist unsere Bereitschaft gut aufgestellt“, so Ausbildungssleiter Alexander Gast. Derzeit machen sich 13 Mädchen und Jungen mit den Aufgaben der Bergwacht vertraut, bevor sie in die anspruchsvolle und fordernde Ausbildung, die unter anderem Sommer- und Winterrettungslehrgang sowie Skitests beinhaltet, einsteigen. 

Neues Kreuz fürs Köpfle

Ein wichtiger Termin nicht nur für die Bergwachtler sondern für fast alle Kinder in der Marktgemeinde ist der seit fast 60 Jahren stattfindende Nikolaus-Umzug, der immer am 6. Dezember stattfindet. Die Bergwacht hatte diese schon zur Tradition gewordene Veranstaltung 1959 ins Leben gerufen. Um die 300 durch Spenden ermöglichte Päckchen werden jedes Jahr von freiwilligen Helfern gepackt und von den Rupprechten nach der Ansprache des Bischofs Nikolaus an die Kinder verteilt. 

Im Juli wurde im Rahmen des 2. Nesselwanger Bergfestes das im Laufe der Jahre marode gewordene Kreuz auf dem Kappeler Köpfle von den Bergrettern erneuert (der Kreisbote berichtete). Mit Muskelkraft wurde durch Mitglieder der Bereitschaft das von Pfarrer Josef Hutzmann gesegnete Kreuz aufgestellt.

34 aktive Retter

Derzeit sorgen 34 aktive Mitglieder und vier Anwärter für die Freizeitsportler am Berg, ein Mitglied der Bereitschaft ist im Kriseninterventionsdienst Berg, ein weiteres bei den Canyoning-Rettern der Region tätig. Zwei vierbeinige Mitglieder mit ihren Hundeführern sind bei Lawinenabgängen im Winter aber auch im Sommer bei Vermisstensuchen im Einsatz. 

Kassier Klemens Keller konnte von stabilen Finanzen der Bereitschaft berichten und erhielt dafür von den Mitgliedern nach dem Revisionsbericht die einstimmige Entlastung. Viel Lob für ihre Arbeit und die gute und problemlose Zusammenarbeit erhielt die Bereitschaft vom Geschäftsführer der Alpspitzbahn, Ralf Speck. Er dankte dem Bereitschaftsleiter und seiner Stellvertreterin, Sofie Möst, für die schnelle und unkomplizierte Versorgung, „wenn ein Freizeitsportler oder Tagestourist schnell versorgt werden muss und medizinische Hilfe braucht“.

hoe

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