Schwangauer feiern bei schönstem Herbstwetter den traditionellen Colomansritt

Gelebtes Brauchtum

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Otto Klotz (links) kutschiert die „Ministranten-Kutsche“ um die Sankt-Coloman-Kirche. Dahinter sind die Reiter vom Schwangauer Sankt Coloman-Verein e.V. mit der Vereinsfahne zu sehen.

Schwangau – Bestes Kaiserwetter rief tausende Zuschauer und Gläubige am Sonntag zum traditionellen Sankt-Colomansritt und „Gottesdienst unter freiem Himmel“ an Schwangaus weltbekannte Pilgerkirche.

Gekleidet in Sonntagstracht, waren über 200 Reiter und Reiterinnen mit ihren pracht- und liebevoll geschmückten Pferden aus Nah und Fern nach Schwangau gekommen. Gewieher, Gelächter und andächtige Stille auf der großen Wiese wechselten sich vor der Barock-Kirche ab. 

Gelebtes Brauchtum

„So schön war das Wetter in den letzten Jahren nicht mehr“, freute sich Angelika Schorer (CSU), Mitglied des Landtages, gemeinsam mit Schwangaus 2. und 3. Bürgermeistern Johann Stöger und Peter Helmer, bevor sie nach dem Gottesdienst in den bereit stehenden Landauer zum traditionellen Umrunden von St. Coloman stiegen.

 Dreimal muss die Barockkirche umrundet werden, so will es der Brauch. Zuvor war Pfarrer Markus Dörre feierlich durch die Reihen der Wartenden geritten und hatte Ross und Reiter gesegnet. Der Heilige Coloman, auch ehemals Schutzpatron Österreichs, steht für die Gesundheit und Unversehrtheit von Mensch und Tier. 

Wohl deshalb hatte Pfarrer Dörre auch in seiner Predigt an die aktuelle Situation der Flüchtlinge und Asylbewerber aus den Gebieten erinnert, die damals das Ziel des Pilgers aus Irland waren und die ihm als vermeintlicher Spion zum tödlichen Verhängnis geworden war. „Mich rührt es schon irgendwie, wenn ich die schönen und stolzen Reiter mit ihren Pferden hier vor der Kirche sehe“, flüsterte eine Besucherin. „So eine Verbundenheit – so eine gelebte Tradition!“ 

In der Tat: Ganze Familien standen bei ihren Pferden, auch die Jüngsten. Und wie stolz saß manch junger Reiter und junge Reiterin auf dem Ross, war es doch der erste Ritt auf eigenem Pferd zu diesem feierlichen und traditionellen Anlass. Stolz waren auch die Fahnen- und Bannerträger, die selbstverständlich ihre Hüte bei der am Schluss gespielten Bayern-Hymne abnahmen. 

Der „Coloman-Sonntag“ endete traditionell mit dem Festzug aller Reiter durch den Ort – angeführt von Schwangaus Musikkapelle – bis zum Schlossbrauhaus, wo Stärkung auf Ross und Reiter wartete – bereit gestellt vom „Sankt Coloman-Verein“ Schwangau.

Johanna Lang

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