Stadtrat will Pläne für einen "Durchstich" durch den Freyberg-Park offenbar nicht weiter verfolgen

"Durchstich" ist vom Tisch

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Ursprünglich sollte hier eine Verbindung von der Otto- in die Bahnhofstraße gebaut werden, um den Verkehr durch die Innenstadt zu führen. Diese Pläne sind nun überholt.

Füssen – Überraschende Wende in der Verkehrspolitik: In einer nichtöffentlichen Sondersitzung Anfang Oktober hat sich der Füssener Stadtrat mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Pläne für einen „Durchstich“ durch den Von-Freyberg-Park nicht weiter zu verfolgen.

Wie die innerstädtischen Verkehrsprobleme stattdessen gelöst werden sollen, will das Gremium nun am kommenden Dienstag, 27. Oktober, öffentlich diskutieren. Fast zehn Jahre lang galt er als das Allheilmittel gegen die innerstädtischen Verkehrsprobleme, jetzt wurde er still und leise zu den Akten gelegt – der „Durchstich“ durch den Von-Freyberg-Park, der Otto- und Bahnhofstraße miteinander verbinden sollte. 

Mehrheitlich hat sich der Stadtrat am 1. Oktober in einer nichtöffentlichen Sondersitzung dafür ausgesprochen. Das bestätigte Füssens Hauptamtsleiter Andreas Rist auf Anfrage des Kreisboten. Zu den Details und Hintergründen der überraschenden Entscheidung wollte Rist sich jedoch nicht äußern und verwies auf die anstehende öffentliche Sitzung des Stadtrates am 27. Oktober. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 

Möglich ist aber, dass Stadtverwaltung und Stadtrat die Sinnlosigkeit an einem Festhalten an den Durchstich-Plänen eingesehen haben. Denn das unmittelbar davon betroffene Luitpoldpark-Hotel droht bereits seit Jahren mit einem Normenkontrollverfahren vor dem Verwaltungsgericht, sollte die Stadt den „Durchstich“ tatsächlich umsetzen wollen. „Wir sind auf Konfrontationskurs!“, machte Hotel-Direktor Hartmut Heinz zuletzt im Juni öffentlich unmissverständlich klar.

Und nicht wenige der mit der Materie Vertraute sind der Auffassung, dass die Stadt im Falle eines Rechtsstreits den Kürzeren gegen das Hotel ziehen werde. Sollten sich Hotel und Stadt aber dennoch auf einen „Durchstich“ durch den Park einigen, müsste die Stadtverwaltung die Kosten in Höhe von drei bis vier Millionen Euro dafür tragen – Geld, das die Stadt nicht hat. Zudem könnte ein solches Vorgehen angesichts der Kosten-Nutzen-Bilanz das Landratsamt auf den Plan rufen.

 Mit dem „Durchstich“ ebenfalls vom Tisch sind auch die Pläne, die nördliche Luitpoldstraße als verkehrsberuhigt auszuweisen.

Matthias Matz

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