Stephan Stracke triumphiert

Stephan Strackes ganz persönlicher Dank ging an dem Wahlabend an seine Ehefrau Vera Wassermann. „Du warst im Wahlkampf stets meine Kraftquelle und hast mir den Rücken gestärkt.“ Foto: privat

Ostallgäu – Bundesweit ist die Union an der absoluten Mehrheit vorbeigeschrammt, die Ostallgäuer Wähler hätten sie ihr jedoch gegönnt: 55,11 Prozent gaben ihre Zweitstimme der CSU. Der Sieger des Wahlabends heißt Stephan Stracke. Der CSU-Kandidat toppte das Ergebnis noch um rund viereinhalb Prozent.

Überwältigend war die Zustimmung, die der Direktkandidat der CSU, Stephan Stracke, erhielt. 59,76 Prozent der Wähler – 99.328 insgesamt – stimmten für ihn (2009: 51,08 Prozent; 85429 Stimmen). Der Kaufbeurer kann somit seine zweite Legislaturperiode antreten. Rolf Spitz (SPD) aus Memmingen kam auf 25.009 oder 15,05 Prozent der Stimmen, Elfriede Klein (Grüne) aus Buchloe holte mit 9992 insgesamt 6,01 Prozent der Erststimmen. 

An Platz zwei hinter der CSU rangiert im Zweitstimmenergebnis die SPD mit mageren 15,01 Prozent vor den Grünen mit 7,09 Prozent. Die Ergebnisse der aktuellen Regierungspartei FDP und der Eurokritischen AfD im Ostallgäu kommen denen in der Bundesweiten Auswertung nahe, beide blieben auch hier knapp unter fünf Prozent. Auf 7972 Zweitstimmen kam die Alternative für Deutschland, das entspricht 4,79 Prozent. Damit holte die AfD die viertmeisten Stimmen hinter den Grünen. Knapp dahinter liegen die Freien Demokraten mit 7677 Stimmen beziehungsweise 4,62 Prozent. Die Direktkandidaten der beiden Parteien schnitten jedoch schlechter ab: 4,12 Prozent holte Jochen Knapp (AfD), nur magere 1,74 Prozent René Müller aus Schwangau für die FDP. 

Interessant: So viel Zustimmung die Freien Wähler bei den Kommunal- und Landtagswahlen hierzulande auch bekommen, in der Bundespolitik wollen die Ostallgäuer Wähler sie offenbar nicht sehen. Nur 3,27 Prozent der Erststimmen entfielen auf ihren Kandidaten Hermann Zelt, lediglich 2,73 Prozent der Zweistimmen holte die Gruppierung, die im Allgäu immerhin zwei Landräte und drei Landtagsabgeordnete stellt. 

Sieger des Wahlabends war Stephan Stracke: Immer wieder blickte er gespannt auf den Fernsehbildschirm im Kaubeurer Café „essbar“. Hierhin hatte der gebürtige Marktoberdorfer Vertraute, Freunde und Familie zum Ausklang der Wahl zum 18. Deutschen Bundestag eingeladen.

 "Die Mühen haben sich gelohnt"

Nach scheinbar unendlichen Minuten trudeln die ersten Hochrechnungen ein und schließlich steht fest: „Die Mühen der vergangenen vier Jahre haben sich gelohnt. Die Wählerinnen und Wähler der Region haben mir erneut ihr Vertrauen ausgesprochen. Herzlichen Dank“, freut sich Bundestagsabgeordneter Stracke. Ausschlaggebend für Stracke waren „ganz klar“ die CDU/CSU-Politik im Allgemeinen und die von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Das Wahlergebnis zeigt einfach, dass wir als Union in den vergangenen vier Jahren gute Politik gemacht haben“. Das sehr gute bayerische Ergebnis schlage sich dabei sicherlich auch auf das Bundesergebnis nieder, „da kam auch viel Rückenwind vom Land“. 

Angesichts der steigenden Wahlbeteiligung könne man auch nicht von der vielbeschworenen „Politikverdrossenheit“ sprechen, so Stracke, „die Leute haben sehr wohl ein Interesse daran, eine stabile Regierung zu bekommen“. Vor allem Themen wie Finanzierung der Infrastruktur, PKW-Maut, Mütterrente hätten die Bürger angesprochen. „Das ist auch hier in Kaufbeuren meine Erfahrung von den Infoständen her“, so Stracke. 

Doch dem Bundespolitiker, der zum zweiten Mal in den Deutschen Bundestag einzieht, ist bewusst: „Nach der Wahl ist vor der Wahl: Ich habe mich die vergangenen vier Jahre für meine Region – meine Heimat – stark gemacht und dies werde ich auch erneut mit aller Tatkraft tun. Mein Wahlslogan lautete 'Unsere Stimme in Berlin'. Ich werde alles daran setzen, dass diese Stimme laut und deutlich im Deutschen Bundestag zu hören ist“, betonte Stracke. Dabeis setzt er auch auf die Bürger: „Denn nur in der Zusammenarbeit können wir dafür sorgen, dass unsere Region weiterhin erfolgreich und stark bleibt“. 

Für einen „fairen und sachlichen Wahlkampf, der mir sehr viel Freude bereitet hat“, sprach Stracke auch seinen Gegenkandidaten seine Anerkennung und Dank aus. „Das ist nicht selbstverständlich. Es ist wichtig, dass wir uns auch in Zukunft, über alle Parteigrenzen hinweg, auf das Wichtigste bei unserer Arbeit besinnen: Die Menschen unserer Region. Sie und ihre Belange müssen wir fest im Blick haben.“ Mit Blick nach vorne erklärte Stracke: „Zukünftig werden wir als Partei die Politik von Angela Merkel fortführen. Sie ist unbestreitbar die große Gewinnerin des Abends. Nun ist der nächste Schritt, die Marschrichtung festzulegen“. KL/ps

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