Gemeinde stellt neuen Besitzer und Pächterin vor

Neues Konzept für die Ostlerhütte

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Bürgermeisterin Michaela Waldmann (v.l.), Hans Hundegger, Andrea Heiligensetzer und Tourismuschef Pfrontens, Jan Schubert stellen das neue Konzept der Ostlerhütte vor.

Pfronten – Es tut sich etwas hoch über dem Pfrontener Tal. Die Ostlerhütte ist in neuen Händen. Neben dem Besitzer hat auch die Pächterin gewechselt. Seit Dezember gehört die Ausflugshütte Hans Hundegger. Andrea Heiligensetzer hat die Hütte gepachtet. Gemeinsam mit der Gemeinde und dem Rechtlerverband haben sie ein zukunftsfähiges Konzept erarbeitet.

Augenfälligste Änderung wird die Panoramastube sein, die bis zum Sommer gebaut werden soll. Höher hinaus kann man in Pfronten praktisch nicht, vor allem, wenn man in luftiger Höhe noch essen oder schlafen will. Weithin sichtbar liegt die Ostlerhütte auf dem Breitenberg und ist die Landmarke des Ortes, wie Jan Schubert, Tourismusdirektor Pfrontens, meint. Deshalb auch war es allen Beteiligten ein Anliegen, ein tragfähiges Konzept für die Zukunft der Hütte zu schaffen.

Den neuen Besitzer Hans Hundegger und die Pächterin der Hütte, Andrea Heiligensetzer, hat Bürgermeisterin Michaela Waldmann bei einem Gespräch vorgestellt. Dabei ging es um die Umbaupläne ebenso wie um das Konzept der Hüttenwirtin, die zuvor auf dem Grünten die Neumeyerhütte betrieben hatte. Im Inneren der vor rund 60 Jahren erbauten Hütte hat sich schon am meisten getan. Heller ist die Gaststube geworden, nachdem Heiligensetzer den Pachtvertrag unterschrieben hat.

Hütte mit Herz

 Sie möchte ihr bewährtes Konzept „Hütte mit Herz“ nun auch auf der Ostlerhütte umsetzen. Gemeinsam mit ihrer Familie will Heiligensetzer die Hütte zu einem gemütlichen Ziel für Bergwanderer, Schneeschuhgänger und andere Freizeitsportler machen. Wobei sie Wert auf regionale und saisonale Produkte legt. Eine feste Speisekarte soll es dagegen nicht geben, erklärte sie, auf jeden Fall aber ein Angebot für Vegetarier. Ohnehin soll das Angebot wöchentlich wechseln, bestimmte Gerichte werde es nur auf Anfrage geben und Frittiertes, wie Pommes Frites, überhaupt nicht.

Dabei will die Hüttenwirtin in Teilen ihr Konzept aus dem Oberallgäu übernehmen, so etwa die Kässpatzen am ersten Freitag im Monat oder auch Grillabende auf der Terrasse mit Livemusik im Sommer. Was auf jeden Fall bleibt, ist die Beleuchtung der Hütte, die nachts weithin sichtbar die Landmarke illuminiert. Verändern wird sich hingegen das Äußere des Gebäudes. Sobald die Pläne genehmigt sind, unter anderem muss auf den Brandschutz eingegangen werden, soll der bisherige Anbau, der Kiosk, abgebrochen werden. Das Lokal selbst soll mit einem pavillonartigen Anbau erweitert werden.

Damit kann der Gast erstmals vom Gastraum aus ins Pfontener Tal schauen. Um gut 30 Plätze werde der Gastraum dadurch größer, so Bürgermeisterin Waldmann, für die die neue Besetzung ein Glücksfall ist. Dabei betonte sie auch den Symbolgehalt der Veränderungen, an denen neben der Gemeinde auch der Rechtlerverband beteiligt ist. Denn beide teilen sich Grund und Boden der Hütte, sind somit gleichberechtigte Partner, die am Verhandlungstisch saßen. Nun aber habe man auch von dieser Seite ein Konzept erarbeitet, so Waldmann, das zukunftsfähig sei. Und das es dem neuen Besitzer ermöglicht, nur mit einem Ansprechpartner verhandeln zu müssen.

 Ein lang geplanter Kauf 

Die derzeitigen Verträge, ein Erbbaupachtvertrag, laufen 50 Jahre lang bis zum 1. Dezember 2065. Man habe gute und konstruktive Gespräche geführt, erinnerte Waldmann, damit dieses Ausflugsziel auf dem Breitenberg auch weiterhin gut sichtbar bleibe. Im Zuge der Neuverhandlungen und des Verkaufs wurden auch einige kleinere „Bausünden“ geheilt, also nachträglich in geltendes Recht überführt. Für Hundegger ist die Ostlerhütte so etwas wie sein Schicksal: Eine der ersten Bergtouren führte ihn seinerzeit zusammen mit seinen Eltern auf die Hütte. Die hat ihn seitdem nicht mehr los gelassen, auch nachdem der Unterallgäuer vor 16 Jahren nach Pfronten umgezogen war.

Für Hundegger stand schon damals fest, die Hütte will er kaufen. Per Handschlag, erzählt der Unternehmer, habe er den Kauf dann schon vor einigen Jahren mit dem Vorbesitzer Fred Frois besiegelt, ehe er nun auch rechtlich zum Besitzer der Hütte wurde. Auch wenn die äußerlichen Veränderungen noch ein bisschen auf sich warten lassen, die Veränderungen in der Hütte und Küche haben schon ihre Liebhaber gefunden. Das wurde bei den ersten Hüttenabenden bereits deutlich.

Oliver Sommer

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