Gläubige diskutieren über Abriss der Kirche "Zu den Acht Seligkeiten"

Im Zeichen des Wandels

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Nach dem Abriss der Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ könnten hier der Kindergarten und das Pfarrhaus angesiedelt werden. Auf dem Platz befindet sich bereits die Kinderkrippe (rechts im Hintergrund).

Füssen – Wäre der Abbruch der erst 50 Jahre alten Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ in Füssen-West ein Tabubruch? Erstaunlich gelassen wird in der erst zehn Jahre alten Pfarreiengemeinschaft Füssen darüber gesprochen, was die Zukunft an Veränderungen verlangen könnte.

Bereits jetzt ist sicher: Ein neuer Kindergarten und ein neues Pfarrheim müssen gebaut werden. Denn in der Geigenbauerstraße sind die Tage fürs Gebäude St. Gabriel inzwischen gezählt. Ein doppeltes Jubiläum feiert heuer die Pfarreiengemeinschaft.

Gefeiert wird neben dem 50-jährige Bestehen der Kirche das zehnjährige Jubiläum der Pfarreiengemeinschaft. Deuring selbst ist Jahrgang 1969 und in der Lechstadt seit acht Jahren als Pfarrer tätig. Am Sonntag, 3. April, um 10.30 Uhr, soll ein großer Festgottestdienst gefeiert werdend. Erwartet wird dazu auch Bischofsvikar Karlheinz Knebel, jahrelang in Füssen als Stadtpfarrer tätig.

 Die Weihe am 26. März 1966 war, sagt Deuring, „für den westlichen Stadtteil Füssens ein Meilenstein“. Die „Westler“, so hieß es seinerzeit in der Lechstadt, hätten endlich eine eigene Kirche mit Pfarrer. Dieser war auch als Militärseelsorger tätig und kümmerte sich um die Menschen. Die Pfarrkirche „Zu den Acht Seligkeiten“ war damals zusätzlich Garnisionskirche für Füssen.

 Diese Tatsache hatte – laut Deuring – dazu geführt, dass das Gotteshaus mit der großen Anzahl von 600 Sitzplätzen ausgestattet wurde. Heute besuchen allerdings kaum mehr als noch 120 Gläubige die Gottesdienste. Die Gemeinde will im „Jahr des Glaubens“ deshalb auch auf Menschen aus Füssen und dem Umland zugehen, die sich von der Gemeinschaft entfernt haben oder diese gar nicht kennen.

Wird Kirche abgerissen?

 Ausgerechnet im Jubiläumsjahr muss aber ernsthaft über die Zukunft der Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ nachgedacht werden. Was den benachbarten Kindergarten und das Pfarrheim betrifft, die gemeinsam in einem Gebäude untergebracht sind, herrsche dagegen in Füssen Einigkeit „über die Notwendigkeit eines Neubaus“, so Deuring. Platz für den Neubau, „der auf dem jetzigen Gelände nicht erstellt werden könnte“, wäre auf dem Areal der Pfarrkirche, der allerdings ebenfalls der Zahn der Zeit zugesetzt hat.

Die Idee, die Kirche abzureißen und auf dem einladend weiten Platz, auf dem bereits die Kinderkrippe steht, den neuen Kindergarten und das Pfarrheim anzusiedeln, erscheint daher als praktikabler Weg, wie eine Versammlung in diesen Tagen gezeigt hatte. „Füssen-West ist eine lebendige Gemeinde, die mit Mut und Zuversicht in die Zukunft blickt“, so der Pfarrer. Die Gemeinde, so Deuring, möchte mit Visionen ihre Zukunft und damit den Glauben in Füssen sichern. „Wir brauchen einen Gottesdienstort mit Kindergarten in Füssen-West, weil wir aus der 50-jährigen Geschichte unserer Gemeinde viele positive Erfahrungen damit sammeln durften“.

Dem könne auch ein anderes, wesentlich kleineres Gebäude dienen als der Kirchenbau „Zu den Acht Seligkeiten“. „Abbruch hieße demnach Aufbruch in eine neue Zeit und darum können wir mit großer Freude den 50. Weihetag der Kirche ,Zu den Acht Seligkeiten´ feiern“, sagt Deuring.

Viel Prominenz 

Ihr Kommen für die Jubiläumsfeierlichkeiten zugesagt haben außerdem Franziskanerpater Rupert, früher in Füssen als Militärseelsorger im Einsatz, und nicht zuletzt Schwester Felicitas. Albert Frey übernimmt die Leitung der musikalischen Gestaltung des Festgottesdienstes mit Chören, die auch beim geplanten Sommerkonzert ihr Gottesslob – dann in der Basilika St. Mang – anstimmen werden.

 Eine „Vier-Kirchen-Wallfahrt“ und sogar ein „kleiner Katholikentag“ in der Altstadt am Wochenende 15./16. Oktober sind weitere Höhepunkte im Gesamtprogramm 2016 der Pfarreiengemeinschaft, das unter dem Leitsatz „Echt! Glauben! Leben!“ steht.

Chris Friedrich

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