Umstrittener Plan

Zum 1. Januar 2013 wird der Kurbeitrag in Schwangau um 25 Cent steigen. Das hat jetzt der Schwangauer Gemeinderat beschlossen. Erwachsene Übernachtungsgäste zahlen dann 1,70 Euro, Jugendlich 85 Cent pro Nacht. Damit soll ein kostenloser Nahverkehr für die Allgäu-Gäste finanziert werden.

Obwohl die Räte mehrheitlich für die Erhöhung stimmten, regte sich doch Widerstand, nachdem man aus Sicht vieler schlicht nicht wisse, für was man stimme. Ein kostenloser Nahverkehr, das sei es, was die Gäste erwarteten, wenn Sie hierher kämen, meinte Kurdirektorin Petra Köpf. Schließlich würden die Gäste das aus anderen Gegenden, etwa dem Schwarzwald, auch kennen. Man habe das Thema schon lange diskutiert und in einer der vorangegangenen Sitzungen vorbereitet, resümierte Bürgermeister Reinhold Sontheimer. Nun sei es höchste Zeit, normalerweise müsste im April schon der Kurbeitrag für das nächste Jahr feststehen, so Köpf. Denn nun würden die Angebote verschickt. Bei einer Vermieterversammlung habe man den Vorschlag gemacht und habe eine hohe Akzeptanz für den neuen Beitrag, vorgeschlagen sind 25 Cent, erlebt, so Köpf weiter. Aber auch wenn die Vermieter in Mehrheit dafür sind, löste der Tagesordnungspunkt eine heftige Debatte aus. Als erster brachte Christoph Helmer seine Bedenken vor: „Wir stimmen hier irgendetwas zu. Es wird vermutet, dass 15 Cent reichen. Es kann aber auch sein, dass wir nächstes Jahr nachlegen müssen, vielleicht gewaltig nachlegen müssen“. Er finde es komisch, so Helmer weiter, dass man nun unbedingt etwas zustimmen müsse, von dem man noch keine Ahnung habe, was es kosten und ob es überhaupt funktionieren werde. Was fehlte, das sei eine Erhebung zum Thema Busfahren, wer, wie oft und wie viele den Öffentlichen Nahverkehr im Ostallgäu nutzen würde. Auch Peter Helmer pflichtete ihm bei. Probleme mit Meldekarte Zwar sei es schön, dass man dem Gast dieses Angebot machen wolle, aber was fehlte sei das konkrete Wissen um die Zahlen. Die sollen, so Petra Köpf, nun mit Befragungen der Fahrgäste erhoben werden, mit jedem Jahr, mit dem das Angebot laufe, würden die Zahlen konkreter und genauer, ergänzte Sontheimer. Es sei ohnehin schwierig genug gewesen, so die Tourismusdirektorin Petra Köpf, sich mit dem Öffentlichen Nahverkehr zu einigen, insbesondere dahingehend, dass es eine Deckelung geben soll. Der Gast soll künftig mit seiner elektronischen Meldekarte oder der Königscard den Bus besteigen und damit alle Strecken befahren können, ohne dafür zu zahlen. Im Laufe der Diskussion zeigte sich aber, dass es allein schon mit dieser elektronischen Meldekarte massive Probleme im Ostallgäu gibt. Es fehle ein Schnittstelle zwischen den verschiedenen Programmen, die die Hoteliers benützten. Auch wenn die Königscard als „Geldvernichtungsmaschine“ beschrieben wurde, wollte der Gemeinderat die Entscheidung über die Anhebung des Kurbeitrags nicht nochmals zurückstellen. Sie wurde schließlich mit neun zu fünf Stimmen angenommen.

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
"Wichtiger als der Karneval"
"Wichtiger als der Karneval"
Der Kanzler bei Plansee
Der Kanzler bei Plansee
Derblecken auf hohem Niveau
Derblecken auf hohem Niveau

Kommentare