"Und nun ist Friede eingekehrt"

Das Unkraut wuchert auf dem ehemaligen TSV-Gelände an der Meilinger Straße in Pfronten. Dass sich daran in naher Zukunft etwas ändert, scheint unwahrscheinlich. Foto: Archiv

Der Fenebergmarkt in Pfronten-Ried wird nun definitiv nicht von der Allgäuer in die Meilingerstraße umziehen. Der Pfrontener Gemeinderat hat am Donnerstag beschlossen, den Bebauungsplan ehemaliges TSV-Gelände nicht zu ändern, somit kann auf der Fläche neben dem Seniorenheim Curanum kein Supermarkt entstehen. Den Bauantrag der Firma ECO Bau, die den Markt hatte errichten wollen, um ihn an Feneberg zu verpachten, wurde abgelehnt. Was mit dem Grundstück nun passiert ist unklar.

Ein Blick zurück: Der Gemeinderat hatte 2010 mehrheitlich das Gelände per Bebauungsplanänderung als Fläche für einen Supermarkt ausgewiesen, nachdem ECO und Feneberg dort einen Neubau geplant hatten. Dann jedoch fanden sich Gegner, die das Gelände nach eigenen Angaben für eine „Senioren-Nutzung“ frei halten wollten. Sie erwirkten einen Bürgerentscheid, der die Rücknahme der B-Plan zum Ziel hatte – die Pfrontener nahmen ihn mehrheitlich an. Die Wochen vor dem Entscheid waren auch geprägt von Auseinandersetzungen zwischen Bürgermeister Zeislmeier und dem damaligen Kopf der Feneberg-Gegner, Reinhard Claves, der mittlerweile Pfronten verlassen hat. Im November 2011 verlor der Bürgerentscheid seine Gültigkeit, er war quasi verjährt, auf dem fraglichen Gelände war seither nichts geschehen. Nun hatte ECO Bau seinen Bauantrag erneuert, der Gemeinderat musste wieder über die Bebauungsplanänderung entscheiden, die im zweiten Anlauf den Weg für einen Supermarkt frei gemacht hätte. „Wir haben in der nicht öffentlichen Sitzung lange diskutiert und auch mit dem Bauwerber gesprochen“, erklärte Bürgermeister Zeislmeier (SPD) eingangs. Dann verlas er den Beschlussvorschlag, demnach der Gemeinderat das Ergebnis des Bürgerentscheids respektieren und den Bebauungsplan nicht ändern wolle. Bei einer Gegenstimme folgte dem das Gremium. Zeislmeier wies, wie bereits mehrfach im Vorfeld des Bürgerentscheids, darauf hin, dass das Grundstück nun „Mischgebiet“ bleibe, in dem Wohnungen und kleine Geschäfte erlaubt seien, eine Sonderbaufläche für ein Seniorenheim sei es nicht. Was mit dem Gelände nun passiert ist unklar. Armin Meyer, Junior-Chef des Gelände-Eigners ECO Bau, erklärte am Donnerstag gegen- über dem KREISBOTE, es gebe „keine konkreten Pläne“. Zeislmeier kündigte an, dass sich künftig eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des 2. und 3. Bürgermeisters, Philipp Trenkle (Pfrontner Liste) und Manfred Seeboldt (CSU) um die Belange der Senioren und die Entwicklung des Ortskerns kümmern werden. Mit den hoffnungsvollen Worten: „Nun ist Friede eingekehrt“ schloss das Gemeindeoberhaupt den Tagesordnungspunkt.

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