Es tropft durchs Flachdach in die Räume

"Ein Schlag ins Gesicht"

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Das Innere der Arena wurde bereits im vergangenen Jahr auf Vordermann gebracht. Nun hofft die Stadt, dass Bund und Länder bei der Dachsanierung mitziehen.

Füssen – 1973 eröffnet, sollte das Bundesleistungszentrum (BLZ) den Dank des DEB für den EVF und dessen Verdienste für den bundesdeutschen Eishockeysport ausdrücken.

Gut 40 Jahre später ist weder vom einstigen sportlichen Glanz noch der Aura des Stadions sonderlich viel übrig geblieben. Im Gegenteil: An verschiedenen Stellen tropft Wasser von der Decke in die Räume. Vor allem der Sanitärbereich und der VIP-Raum sind betroffen. 

Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU) sprach die Problematik jetzt im Stadtrat erneut an, nachdem bereits SPD-Stadträtin Dagmar Rothemund Anfang Februar auf die Problematik aufmerksam gemacht hatte (der Kreisbote berichtete). Denn die Situation habe sich in der Zwischenzeit weiter verschlechtert, so Schulte. Er forderte daher eine Ortsbesichtigung durch den Stadtrat und eine Kostenaufstellung für die anfallenden Reparaturen. Vor allem hinsichtlich des vom EVF erst neu gestalteten, mittlerweile aber offenbar nassen VIP-Raums frage er sich: „Wer kommt für den Schaden eigentlich auf?“ 

Diese Frage wollte Ratskollege Jürgen Doser von den Freien Wählern ebenfalls beantwortet haben. Er verwies darauf, dass sich drei bis vier heimische Handwerksbetriebe kostenlos beim Bau des VIP-Raums eingebracht. „Für die Leute, die sich da engagiert haben, ist das ein Schlag ins Gesicht“, sagte er. 

Der Füssener Stadtverwaltung sind allerdings die Hände gebunden: Als einer von insgesamt drei Geldgebern für das BLZ kann sie alleine nichts entscheiden. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) erinnerte daran, dass die Sanierung des BLZ-Flachdachs bislang von Bund und Ländern – die zusammen mit der Stadt finanziell für den Unterhalt des BLZ aufkommen – immer wieder abgelehnt worden sei. 

Kaum Möglichkeiten

Von daher habe die Stadt derzeit wenig Möglichkeiten zu handeln. Überlegungen, den Schnee durch Mitarbeiter des Bauhofs vom Flachdach zu schippen, seien wieder verworfen worden, da zu befürchten sei, dass eine Art Schutzschicht des Daches dabei gänzlich zerstört werden könnte. 

Eine Gefahr für die Statik habe durch die Schneemassen im Januar und Anfang Februar aber zu keiner Zeit bestanden. 1,7 Millionen Euro Nach einem Treffen mit Verantwortlichen des BLZ und dem zuständigen Mitarbeiter des städtischen Bauamts im Anschluss an die Sitzung des Stadtrates scheint mittlerweile aber etwas mehr Klarheit zu herrschen. 

So stehen laut städtischem Pressereferent Felix Blersch Kosten von rund 1,7 Millionen Euro im Raum. Davon könnten aber bis zu 65 Prozent von Bund und Ländern übernommen. Ein Förderantrag müsse deshalb bis April bei der Regierung von Schwaben in Augsburg eingereicht werden. Sobald dieser bewilligt sei, können dann auch die Ausschreibungen für die Arbeiten vorgenommen werden.

mm

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