Mit 12 Unfalltoten in 2015 führt der Landkreis die polizeiliche Unfallstatistik an

Trauriger Spitzenreiter Ostallgäu

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2015 kommen fast doppelt so viele Motorradfahrer bei Unfällen im Bereich Südschwaben ums Leben als 2014.

Allgäu – Die Gesamtzahl der regis­trierten Verkehrsunfälle stieg im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf 26.372 an. Dies geht aus der kürzlich veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik für 2015 hervor.

Die Zahl der bei Unfällen getöteten Personen blieb mit 50 im Vergleich zu 2014 insgesamt gleich, allerdings kamen mehr „schwache Verkehrsteilnehmer” – Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer – ums Leben. Die meisten Toten im Vergleich gab es im Ostallgäu mit insgesamt 12.

„Die Entwicklung in der Gruppe der weniger geschützten Verkehrsteilnehmer ist besorgniserregend, insbesondere bei den Motorradfahrern. Auch die Anzahl verstorbener Radfahrer und Fußgänger ist hoch. Diese Verkehrsteilnehmer haben weder Knautschzonen noch andere passive Sicherungen, weshalb sie im Straßenverkehr besonders gefährdet sind”, erläutert Polizeipräsident Werner Strößner.

Bei den Verkehrsunfällen im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West kamen 14 Autofahrer ums Leben – der niedrigste Wert seit Bestehen der Unfallaufzeichnungen vor über 60 Jahren. Auch die Zahl der getöteten Radfahrer war rückläufig. Der Verkehrsunfallstatistik zufolge ist bei dieser Gruppe der Altersdurchschnitt mit knapp 68 Jahren am höchsten.

 Zudem trugen acht der neun Verstorbenen zum Unfallzeitpunkt keinen Fahrradhelm. Bei den Motorradfahrern (17 Tote im Vergleich zu neun im Jahr 2014) und den Fußgängern (neun, 2014: sechs) verzeichnete die Polizei einen signifikanten Anstieg der getöteten Personen. Im Landkreis Ostallgäu wurden 2015 etwas mehr Unfälle verzeichnet als im Vorjahr: Insgesamt registrierte die Polizei 3405 Unfälle (2014: 3346, + 1,7 Prozent) mit 750 verletzten und 12 getöteten Personen.

Auch in den umliegenden Landkreisen lässt sich derselbe Trend beobachten. So wurden im Oberallgäu 3636 Unfälle mit 947 Verletzten und acht Toten verzeichnet – hier war die Steigerung der Unfallzahlen besonders auffällig: 220 Unfälle mehr als 2014, eine Steigerung um 6,4 Prozent. Im Ostallgäu stiegen die Unfallzahlen im gleichen Zeitraum nur um 1,7 Prozent an. In der Stadt Kaufbeuren sank die Zahl der Unfälle sogar um 22 auf insgesamt 1091.

Während dabei 233 Menschen verletzt wurden, endete kein Unfall tödlich.

Mehr Verletzte

Die meisten Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang fanden auch 2015 wieder außerhalb geschlossener Ortschaften statt, hier starben im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West 38 Menschen. Die Anzahl der durch Unfälle verletzten Verkehrsteilnehmern lag mit 5706 Personen 3,8 Prozent über der Zahl des Vorjahres.

Hier zeigt sich gerade bei den Fahrradfahrern ein enormer Anstieg: 1302 Verletzte – das ist der höchste Wert seit Bestehen der polizeilichen Unfallstatistik. Polizeipräsident Strößner appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, vorausschauend zu fahren und nicht auf ihrem Recht zu beharren. „Auch ein scheinbar geringer Regelverstoß kann zu Unfällen führen. Wer ist sich denn bewusst, dass eine Geschwindigkeitsüberschreitung von nur wenigen Kilometern pro Stunde zu einem deutlich längeren Anhalteweg und somit zu einer erheblich größeren Aufprallenergie führt?”

Auch vermeintlich kleine Ablenkungen wie ein Blick aufs Smartphone oder das Bedienen des Radios könnten zu dramatischen Unfällen führen – ein Radfahrer oder Fußgänger ist schnell übersehen. Auch, so Strößner, solle man immer Fehler anderer in seiner Fahrweise mit einkalkulieren.

Weiterhin ist nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Hauptunfallursachen. Deshalb wird die Polizei weiter den Schwerpunkt auf Geschwindigkeitsüberwachungen legen. Fehler beim Abbiegen, Wenden, Ein- und Anfahren liegen an erster Stelle der Unfallursachen, gefolgt von Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebotes, Vorfahrtsverletzungen oder Missachtung des Sicherheitsabstandes.

Mehr Unfälle in Bayern

Bayernweit sank die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr auf 614 (2014: 617), der niedrigste Stand seit Beginn der Unfallaufzeichnungen. Gleichzeitig stieg aber die Zahl der Verkehrsunfällle um 5,9 Prozent auf 391.125, die Zahl der Verletzten um 2,3 Prozent auf 71.161. Auch hier ereigneten sich die meisten tödlichen Verkehrsunfälle auf den Landstraßen und Autobahnen. „Wir werden mit unserem Verkehrssicherheitsprogramm 2020 ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel’ weiterhin hart daran arbeiten, Bayerns Straßen noch sicherer zu machen”, sagte Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Hermann (CSU). Angesichts der Hauptunfallursachen kündigte er auch für das Jahr 2016 verstärkte Geschwindigkeitskontrollen sowie Alkohol- und Gurtkontrollen durch die Polizei an.

eva

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