"Freunde des Lechwegs" wollen Parkplätze am Lechweg verhindern

"Ein Unding!"

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Ursprünglich als Provisorium gedacht, gibt es nun Überlegungen im Füssener Rathaus, die Parkplätze am Lechweg dauerhaft beizubehalten. Doch schon werden dagegen Unterschriften gesammelt.Foto: Matz

Füssen – In der Floßergasse bahnt sich Streit an.

Die dort am Lechweg provisorisch eingerichteten Parkplätze sollten den Anwohnern eigentlich nur während der Bauarbeiten in der Neptunpassage übergangsweise zur Verfügung gestellt werden. Doch nun gibt es in der Stadtverwaltung offenbar Überlegungen, die Parkplätze dauerhaft beizubehalten. 

Eine Gruppierung namens „Freunde des Lechwegs“ kündigt aber bereits Widerstand an und sammelt Unterschriften. Die Parksituation in der Altstadt ist vertrackt. Wegen der historischen Bebauung vor allem in der Spital- und Floßergasse hat eine größere Zahl an Häusern keine eigenen Stellplätze. Selbst den Anwohnern steht nicht genügend Parkraum zur Verfügung. 

Als die EWR Ende 2015 ankündigten, ihr Kundencenter zusammen mit der Neptunpassage zu modernisieren (der Kreisbote berichtete), drohte die Situation sich zusätzlich zu verschärfen, weil vorhandene Parkplätze wegen der Arbeiten gesperrt werden mussten.

Um zumindest für die unmittelbar Betroffenen Abhilfe zu schaffen, entschied die Stadtverwaltung seinerzeit am Lechweg eine Handvoll provisorischer Parkplätze einzurichten. Dafür wurde auf der Wiese unmittelbar am Lechweg eine Folie ausgelegt und Kies darauf geschüttet. 

Nach dem mittlerweile erfolgten Abschluss der Bauarbeiten an der Neptunpassage sollte die provisorische Parkfläche schließlich wieder abgebaut werden. Bleiben die Parkplätze? Doch mittlerweile werden in der Stadtverwaltung Überlegungen angestellt, die Parkplätze – zumindest teilweise – beizubehalten. 

„Es liegt auch in diesem Bereich eine größere zahlenmäßige Nachfrage nach Bewohnerparkausweisen vor als die tatsächlich verfügbare Anzahl an Parkplätzen, die ansonsten im öffentlichen Raum dafür zur Verfügung gestellt werden kann“, so Bauamtsleiter Armin Angeringer am Freitag auf Nachfrage des Kreisbote. „Aus diesem Grund besteht die Überlegung, die provisorischen Stellplätze eventuell zumindest teilweise beizubehalten.“ Eine endgültige Entscheidung sei aber noch keine gefallen. „Entsprechende Prüfungen und Gespräche wurden eingeleitet.“ 

Bei Füssenern wie Jürgen Brecht stößt das allerdings auf wenig Begeisterung. Er gehört zu den „Freunden des Lechwegs“, die kürzlich ins Leben gerufen wurden. „Der Unwille darüber, in der Innenstadt neue Parkplätze anzulegen und damit mehr Verkehr anzuziehen, ist bei den Anwohnern und vielen anderen Bürgern, ebenso bei vielen Touristen, die den Lechweg sehr schätzen, groß“, erklärt Brecht gegenüber unserer Zeitung. 

Vor allem stört Brecht und seine Mitstreiter, dass die Zufahrt auf die Parkplätze über den Lechweg erfolgt. „Ein Unding!“, so Brecht. „Dieser Fuß- und Radweg gehört wo immer möglich von Autos frei gehalten.“ 

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben die „Freunde des Lechwegs“ Unterschriftenlisten in einigen Geschäften ausgelegt. Bis vergangenen Freitag haben nach Angaben Brechts bereits „deutlich über“ 100 Personen unterschrieben. 

Weil Brecht und seine Mitstreiter davon ausgehen, dass das Thema frühestens in der September-Sitzung des Bauausschusses behandelt werden kann, soll die Unterschriftenaktion mindestens bis dahin fortgesetzt werden.

Matthias Matz

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