Bis Mittwoch fehlt weiterhin jede Spur von dem in den Lech Gestürzten

Polizeitaucher suchen Vermissten

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Das Sonarboot der Tauchergruppe sucht den Lech in dem Bereich ab, wo der Vermisste ins Wasser gestürzt sein soll.

Füssen – „Das ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.“ Bei der Suche nach dem nun seit mittlerweile gut einer Woche vermissten 33 Jahre alten Italiener hat die Polizei am Mittwoch eine Tauchergruppe aus Dachau eingesetzt.

Diese suchte mit Hilfe von Sonar und einem Leichensuchhund den Lech zwischen Theresienbrücke und Stauwehr nach dem Gesuchten ab – bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe am Mittwochnachmittag allerdings erfolglos. 

Nachdem eine erste großangelegte Suchaktion nach dem seit Donnerstagnacht vergangener Woche Vermissten erfolglos blieb (der Kreisbote berichtete), setzte die Polizei am Mittwoch die Tauchergruppe aus Dachau unter der Leitung von Bernd Köhle ein. 

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Die Tauchergruppe gehört zu den Technischen Einsatzeinheiten der Polizei und wird in Fällen wie diesem gerufen. Auf und neben dem Lech im Einsatz waren zehn Mann und ihr technisches Gerät. Dazu gehört auch ein mit Sonar ausgerüstetes Schlauchboot, mit dessen Hilfe die Beamten des Grund des Lechs quasi scannen können. „Wir tasten den Boden ab“, erklärte Köhle. Werden verdächtige Anomalien auf dem Grund festgestellt, erklärte der Gruppenführer, werden diese mittels GPS und Bojen markiert. „Man braucht am Sonar ein bisschen Sensibilität“, erklärte der Gruppenführer. 

Anschließend werden die verdächtigen Stellen von den mitgekommenen Tauchern untersucht. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sich die Taucher in dem trüben und kalten Wasser nicht selbst in Gefahr begeben. Die Wassertemperatur betrug am Mittwoch gute sechs Grad. Bei der Suche war auf einem zweiten Boot auch ein Leichensuchhund aus München im Einsatz. 

Dieser ist laut Köhle in der Lage, selbst Leichen unter der Wasseroberfläche zu wittern. Besonders intensiv suchten die Einsatzkräfte am Vormittag den Bereich unmittelbar unterhalb der Theresienbrücke ab, wo der Vermisste ins Wasser gefallen sein soll. Dort erschwerten Felsen unter der Oberfläche und die Trümmer der alten Brücke die Suche jedoch. Gerade dort könnte aber ein Leichnam unter Wasser hängen geblieben sein, erklärte Köhle. 

Von großem Nutzen waren den Beamten dabei Bilder des Lechs bei Niedrigwasser, die das AÜW zuvor zur Verfügung gestellt hatte. Vor Ort war auch Füssens Polizeichef Edmund Martin. „Die Ermittlungen laufen noch“, so Martin. Da der 33-Jährige nach wie vor als vermisst geführt werde, sei er europaweit zur Fahndung ausgeschrieben, erklärte er. 

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei soll der Vermisste wie mehrfach berichtet in der Nacht zum Donnerstag vergangener Woche genau wie sein 29 Jahre alter Arbeitskollege von einem 48-Jährigen in den Lech geworfen worden sein. Zuvor sollen die beiden Italiener den Älteren aber grundlos angepöbelt und tätlich angegriffen haben.

Matthias Matz

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