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Untersuchung: Stadt Füssen soll künftig die Parkplätze Morisse und Achmühle selbst betreiben

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Von: Katharina Knoll

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Morisse Parkplatz Füssen
Weil der Betrieb der Parkplätze an der Morisse und der Achmühle durch die Firma APCOA die Stadt viel Geld kostet, sollen die die Stadtwerke diese Aufgabe künftig übernehmen. © Archiv/Matz

Füssen - Für die Stadt Füssen wäre es wirtschaftlicher, die beiden Großparkplätze Morisse und Achmühle selbst zu betreiben. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung.

Wie die beiden städtischen Eigenbetriebe, die Stadtwerke Füssen und die Forggenseeschifffahrt, arbeiten, hat sich die Kommunalberatung Kunz GmbH im Auftrag der Stadtverwaltung genau angeschaut. Dabei stellte sich unter anderem heraus: Die Stadt kann sich viel Geld sparen, wenn sie ihre Parkplätze auf der Morisse und der Achmühle selbst betreibt. Derzeit bewirtschaftet das Stuttgarter Unternehmen APCOA die beiden Großparkplätze.

Nach zahlreichen Gesprächen mit den Mitarbeitern und der Werks- und Verwaltungsleitung stellte Alexander Beil, Geschäftsführer der Kommunalberatung Kunz GmbH, die Ergebnisse der Untersuchung kürzlich erstmals öffentlich im Stadtrat vor. „Wir sind tief eingestiegen, um die Prozesse zu verstehen“, erklärte er. Seine Firma habe die wirtschaftliche Aufgabenerfüllung, die Ausstattung beim Personal sowie beim Geräte- und Fuhrpark und auch die Arbeitsabläufe und die rechtlichen Rahmenbedingungen genau unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis: Die Kommunalberatung empfahl der Stadt, ihre Parkierungsanlagen künftig selbst zu bewirtschaften. Das wäre für die Stadtverwaltung deutlich günstiger. So könnte sie sich die etwa 660.000 Euro sparen, die sie jährlich an die Firma Apcoa zahlt (der Kreisbote berichtete mehrfach ausführlich). Und zusätzliches Personal müsste die Stadt dafür auch nicht einstellen, machte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) klar. „Der Kommunale Ordnungsdienst wird das kontrollieren“, kündigte er an. „Das kommt in die Route mit rein.“

Davon zeigte sich Dr. Martin Metzger (BfF) allerdings überrascht. Denn in der Vergangenheit habe es von Seiten der Stadtverwaltung immer geheißen, dass dafür das Personal fehle. „Ich wundere mich schon, was in der Vergangenheit alles geredet wurde.“ Er bekomme Magenschmerzen, wenn er sich vor Augen führe, was die Stadt über Jahre hinweg an Geld verschenkt habe.

Viel zu teuer

1999 wollte der Parkplatzbetreiber laut Unterlagen die Sparkassen-Tiefgarage nur in Kombination mit der Morisse bewirtschaften, blickte der Rathauschef zurück. Im gleichen Zug sollte er sich dann auch gleich um die Achmühle kümmern. Das möchte sich die Stadt nun aber nicht mehr leisten. „Die Verträge sind viel zu teuer“, betonte Eichstetter. Deshalb wolle sich die Stadt davon lösen. „Ab dem 1. Januar 2027 werden wir das selber betreiben und bewirtschaften.“

Handlungsbedarf sah die Kommunalberatung zudem beim Personal. Obwohl sie unterbesetzt seien, arbeiten die Mitarbeiter mit hohem Einsatz, unterstrich Beil. Um allen Aufgaben gerecht zu werden, brauche die Forggenseeschifffahrt aber eine halbe Stelle in der Verwaltung mehr. Bei den Stadtwerken könne dagegen ein Personalaufbau vermieden werden, wenn die Verwaltungsabläufe zwischen der Stadt und dem Eigenbetrieb synchronisiert werden. Eine neue Technikerstelle sollten die Stadtwerke jedoch in der Wasserversorgung und eine weitere im handwerklichen Bereich schaffen. Schließlich muss die Sparte mit dem Hochbehälter und dem Leitungsnetz einige Anlagen betreuen. Auch im technischen Bereich der Abwasserbeseitigung empfahl Beil eine neue Stelle.

Zudem sollten sich die Stadtwerke Gedanken über zukünftige Geschäftsfelder machen, empfahl Beil. Denkbar wäre beispielsweise eine Stromgewinnung mit Hilfe von Sonnenlicht, aus Wasser- oder Windkraft. Das alles ist allerdings noch Zukunftsmusik. Zunächst sollten die Stadtwerke in einem ersten Schritt ihren Investitionsstau abarbeiten, meinte der Experte. Die Ratsmitglieder nahmen die Untersuchungen zur Kenntnis und billigten sie. Nun sollen die Ergebnisse Zug um Zug im Werkausschuss diskutiert und entschieden werden.

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