Das nächste Bürgerbegehren?

Gegner des Hopfener Strandbad-Neubaus wollen Pläne weiter verhindern

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Themen wie Lärm oder die Parksituation am Hopfensee werden von den Naubaugegner ebenfalls kritisiert. Ein Rettungseinsatz im September habe die Problematik aufgezeigt, die in den Plänen des Investors nicht berücksichtigt sein sollen. So solle laut Neubau-Gegner beispielsweise der kleine Fußweg rechts im Bild überbaut werden.

Füssen – Die Gegner des Restaurantneubaus am Hopfensee geben nicht auf. Bei einem Pressegespräch am Hopfener Strandbad informierte die Gruppe über das geplante weitere Vorgehen.

Neben einem neuerlichen Bürgerbegehren soll es demnach eine Informationsveranstaltung geben, zu der auch die Investoren geladen sind. Vehement wehrt sich die Gruppe gegen Vorwürfe, man hätte bei der ersten Unterschriftenaktion mit falschen Fakten gearbeitet.

Es ist eine ganze Liste an Stichpunkten, die Herbert Bongardt zusammengetragen hat und zu denen der Vertreter der „Allgäuer Seengruppe“ Stellung bezog. Nicht zuletzt ist es der Vorwurf seitens der Investorengruppe, man habe mit falschen Argumenten und Zahlen gearbeitet, als man die Bürger habe gegen den Neubau des Strandbades unterschreiben lassen (der Kreisbote berichtete). 

„Unser Bürgerbegehren richtet sich gegen den bis 17. September ausgelegten Bebauungsplan“, erklärte Bongardt am Freitag. Bis zu diesem Zeitpunkt sei die Seeterrasse noch Gegenstand der Planungen gewesen; eine Planung, die bis zur Auslegung ständig vergrößert worden sei, wie man anhand der Entwürfe des Bebauungsplans aus den Jahren 2016/17 und 2018 belegen könne. Die geänderten Pläne – also Verlegung des Steges sowie die Verkleinerung der Terrasse – seien erst vorgelegt worden, nachdem man das Bürgerbegehren initiiert habe. 

Nicht zuletzt aufgrund dieser scheinbar ungenauen Faktenlage wollen die Anwohner und Neubaugegner sowie Harald Vauk von den „Aktiven Bürgern“ einen Informationsabend abhalten: „Das geschieht noch vor der Stadtratssondersitzung am 15. November“. Denn mit Blick auf Bürgermeister Paul Iacob (SPD) monierte Vauk, dieser habe nichts unternommen, um den Bürgern eine objektive Diskussionsgrundlage zu bieten. 

Gegen Restaurant

„Gegen eine Neugestaltung habe ich doch nichts“, sagte dagegen Johannes Maruschzik, einer der Unterschriftensammler. Als er sich aber mit dem Vorhaben genauer befasst habe, sei ihm schnell klar geworden, dass es hier nicht um eine Neugestaltung gehe, sondern um einen massiven Um- bzw. Neubau der Gastronomie, bei dem das Strandbad nur noch eine untergeordnete Rolle spiele. So hätten es auch die Bürger gesehen, denen man aufgrund der Pläne die „Neugestaltung“ skizziert habe. „Die Bürger wollen das Strandbad“, ist sich Maruschzik sicher, „keine modernes Restaurant“. 

Auch verwahrt er sich gegen den Vorwurf, man habe nur Unterschriften gesammelt. „Wir haben jeden informiert“. Dagegen hatte Bürgermeister Iacob den Neubaugegner mehrfach vorgeworfen, mit Unwahrheiten wie „das Schilf kommt weg“, die Seerosen würden herausgerissen oder „ein Betonkeil wird im See verankert“ operiert zu haben. Man habe, so Bongardt, vielmehr den Bürgern anhand der vorgelegten Planzeichnung verdeutlicht, dass das vorhandene Biotop größer sei als im Bebauungsplan ausgewiesen. Ausnahme möglich 

Ein Punkt, der Vauk zusätzlich erzürnt. Denn das Strandband liegt, wie ein Plan der unteren Naturschutzbehörde zeige, sehr wohl im Landschaftsschutzgebiet und grenzt eng an ein FFH-Gebiet. Wobei die aufgestellte Satzung des Landratsamtes festlege, dass es einer naturschutzrechtlichen Erlaubnis bedürfe, wenn man bauliche Anlagen errichten oder ihre Nutzung ändern wolle. Eine Ausnahme sei möglich, so Vauk, „wenn das Vorhaben dem Allgemeinwohl dient“. 

Dass der sogenannte Sprecher der „Aktiven Bürger“ und seine Mitstreiter das Vorhaben einer Neugestaltung nicht gänzlich ablehnen, stellte er ausdrücklich klar: „Deshalb fordern wir im neuen Bürgerbegehren, dass maximal eine Erweiterung des Bestandsgebäudes auf 1500 Kubikmeter gestattet wird.“ Auch soll der Mindestabstand von fünf Metern zum Ufer eingehalten werden. 

Ebenfalls will Vauk Investor Fritz Schweiger entgegen kommen. Dieser dürfe in der geplanten Informationsbroschüre seine Planungen vorstellen und eventuelle „Unwahrheiten“ der Neubaugegner redaktionell ändern. Gleiches gelte für die Info-Veranstaltung, die Vauk derzeit plant. Auch hier dürfe Schweiger, wie Vauk diesem über seinen Prokuristen Daniel Lenzenhuber mitteilen ließ, seine Pläne nochmals umfassend darstellen. 

Lenzenhuber war überraschend bei dem Pressegespräch aufgetaucht und wiederholte die Vorwürfe, mehrere Füssener könnten die falschen Aussagen der Unterschriftensammler bezeugen. Am 15. November wird der Stadtrat in einer Sondersitzung den Bebauungsplan für das Areal südlich der Uferstraße einmal mehr diskutieren, in der kommenden Woche soll das Verwaltungsgericht München in der Angelegenheit verhandeln (der Kreisbote berichtete).

gau

Unverständnis beim Investor


Füssen – Mit Unverständnis hat Daniel Lenzenhuber, Prokurist von Investor Fritz Schweiger, auf die neuerliche Kritik und Vorwürfe der Neubau-Gegner reagiert (siehe eigener Artikel auf dieser Seite). Ob er und Schweiger auf das Angebot des umstrittenen „Sprechers“ der „Aktiven Bürger“ eingehen und an einer Info-Veranstaltung teilnehmen, die dieser angeblich organisieren will, ließ er offen. 

Im Gespräch mit dem Kreisbote stellte Lenzenhuber klar, dass das geplante neue Restaurantgebäude lediglich 51 (Ost-West-Achse) bis 189 Zentimeter (Giebel) höher als das jetzige Bestandsgebäude gebaut werde. „Die Sichteinschränkung, die in diesem sechs Meter breiten Bereich entsteht, sehen wir als marginal an, da alle hinter dem Bad befindlichen Gebäude sowieso weit oberhalb am Hang, vermutlich ca. acht bis zehn Meter höher als das Strandbad liegen“, erklärte er. Damit bleibe man deutlich unter den im Bebauungsplan festgelegten erlaubten Höhen. 

Lenzenhuber wies außerdem darauf hin, dass durch die geplante Verkleinerung der Terrasse (der Kreisbote berichtete mehrfach) ein Uferstreifen zwischen Gebäude und See bleibe, an dem die Besucher ins Wasser gehen könnten. „Warum sich allerdings Herr Vauk auf die wenigen Meter beruft, ist uns weiterhin rätselhaft.“ Darüber hinaus gebe es entlang des gesamten Uferbereichs zahlreiche frei zugängliche Badestellen. „Da wir keine Eintrittsgelder verlangen, unterscheidet sich das Strandbad von diesen Bereichen nur durch die von uns geplante Infrastruktur mit öffentlichen Toiletten, Umkleiden und Duschen.“

Zum Thema Steg erläuterte der Prokurist, dass dieser jetzt aufgrund der Initiative der Unteren Naturschutzbehörde und der „Aktiven Bürger“ nun doch an alter Stelle verbleibe. Es sei aber nun zu befürchten, dass sich das Seerosenfeld dadurch noch weiter ausbreiten werde, was den Zugang zum See erschwere. „Warum gerade hier von den Personen, welche einen weiteren Badebetrieb bedroht sehen, Kritik an der Verlegung des Stegs geäußert wurde, ist für uns völlig unverständlich.“

mm

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