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Unwetter über Füssen: Stadtwerkeleiter rät Hausbesitzern, Grundstücksentwässerung auf Vordermann zu bringen

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Von: Katharina Knoll

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Mann überprüft Wasseranschluss.
„Siphons, Abläufe, Sanitäranlagen, Schächte – alles, worüber Wasser eindringen kann, gehört regelmäßig gewartet und gereinigt“, unterstreicht Helmut Schauer, Leiter der Stadtwerke Füssen. © Symbolfoto: Bildagentur PantherMedia / glebchik

Füssen - Um Häuser vor Unwetterschäden zu schützen, sieht Helmut Schauer, Leiter der Stadtwerke Füssen, neben der Politik auch die Grundstücksbesitzer selbst ein Stück weit in der Pflicht. 

„In Zukunft werden sich Starkregenereignisse häufen“, meint Schauer mit Blick auf den Klimawandel. Deshalb sollten Bürger selbst darauf achten, dass sie ihr Haus schützen. Und das fange schon beim Ort an, an dem man sein Eigenheim baut. Denn das Unwetter am vorvergangenen Montag habe gezeigt, dass selbst ein kleiner Hang in direkter Nachbarschaft bei Starkregen fatal sein kann. Das Wasser von der Bad-Faulenbach-Schlucht sei nur so auf die Morisse heruntergeschossen und habe den gesamten hinteren Parkplatz überflutet, berichtet Schauer.

Rückstausicherung einbauen

„Spätestens jetzt sollte man die private Grundstücksentwässerung auf Vordermann bringen“, richtet er seinen Appell an alle Hausbesitzer. Ein wichtiges Thema ist dabei die Rückstausicherung, also Sperren, die verhindern, dass Abwasser aus dem Kanalsystem zurück in die Häuser gedrückt wird. Denn alles, was mit dem Kanal verbunden ist, bildet ein Rohrsystem. Schüttet es aus Eimern, kann es sein, dass sich das Abwasser im Kanal derart staut, dass es zurück in die Hausabflussleitungen gedrängt wird. Da es dort in der Regel höchstens bis auf das Niveau der Rückstauebene ansteigt, kann es alle tieferliegende Bereiche wie den Keller überfluten. „Siphons, Abläufe, Sanitäranlagen, Schächte – alles, worüber Wasser eindringen kann, gehört regelmäßig gewartet und gereinigt“, unterstreicht Schauer.

Lohnende Investition

Dabei sollte man aber nicht selbst an den Rohren herumbasteln, sondern mit einem Profi durchs Haus gehen. Diese Investition lohne sich. Denn im schlimmsten Fall ist der Schaden, den Hochwasser im Haus verursacht, zigfach höher. „Bei bestimmten Bauten kann man die Rückstausicherung noch nachrüsten.“ Weitere konkrete Tipps dazu geben die Stadtwerke auf ihrer Homepage unter www.stadtwerke-fuessen.de.

Politik ist gefordert

Daneben sei aber auch die Politik bei der Ausweisung von Baugebieten gefordert, betont Schauer. „Ein großer Fehler in der Vergangenheit war, Flächen zu stark zu versiegeln.“ Wasser, das vor Ort im Boden versickert, braucht schon einmal keinen Platz im Kanalsystem. Übergroße Rohre im Untergrund zu verlegen, um auf mögliche Starkregenereignisse vorbereitet zu sein, sei dagegen keine Lösung. „Wenn die zwei Jahre nicht gefüllt sind, entstehen andere Probleme.“

Schon bei der Erschließung neuer Wohngebiete sollte die Berücksichtigung der neuen klimatischen Bedingungen genau wie die Energieversorgung unter die Top drei der Prioritätenliste fallen. „Das gehört unbedingt in die Bauleitplanung rein“, betont der Werkleiter. Dabei stelle sich die Frage, wie das Wasser so aufgefangen werden kann, dass es erst verzögert in den Wasserkreislauf zurückgegeben wird. „Da kann man verschiedene Maßnahmen angehen“, meint Schauer. „Das fängt bei der Dachbegrünung an.“ Gleichzeitig müsse aber auch klar sein: „Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht.“

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