Urkunden für Waldpädagogen

Nicht nur die Forstleute können jetzt ein Waldpädagoge mit Zertifikat werden: Försterin Ilka Bockenheimer von der Kursleitung (rechts), Walter Ganseneder vom WEZ-Trägerverein (v.l.) und Georg Windisch aus dem Staatsministerium gratulierten Ingrid Blum (zweite v. r.), Christa Rodenkirchen (dritte v.r.) sowie den anderen Absolventen aus der externen Gruppe. Foto: Friedrich

Die Urkunden für die ersten 13 externen Waldpädagogen haben Georg Windisch und Günter Dobler vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten kürzlich im Walderlebniszentrum Ziegelwies (WEZ) offiziell überreicht. Der hohe Stellenwert der neuen Zertifizierung für die erfolgreichen Teilnehmer, die aus völlig unterschiedlichen Berufen stammen, zeigte sich vor allem darin, dass die zwei zur Feierstunde in Füssen extra aus München angereist waren .

Waldführungen – ob für Schülergruppen oder Erwachsene – gewinnen an Qualität durch eine Schulung, die jeder angehende Waldpädagoge an 18 Kurstagen auf zwei Jahre verteilt absolviert. Darüber hinaus wird für die Prüfungszulassung auch ein vierzig- stündiges Praktikum abverlangt. Um dieses Zertifikat zu bekommen, müsse man richtig viel lernen, „aber wir hatten zum Glück ausgezeichnete Kursleiter und konnten in der motivierenden Atmosphäre ganz schnell zur tollen Gruppe zusammen wachsen“, berichtete voller Begeisterung Ingrid Blum aus Marktoberdorf. Die hauptberufliche Erzieherin umrahmte mit ihrer Waldwichtel- und Waldmäuschengruppe der Kindertagesstätte St. Magnus die Feier mit fröhlichem Gesang und einem Rollenspiel. „Für den Kurs habe ich 1000 Euro aus der eigenen Tasche bezahlt. Das ist aber nur die Gebühr, Fahrtkosten kommen hinzu“, erklärte Martin Laußer nach der Feier gegenüber dem KREISBOTE. Er gehe davon aus, dass sich diese Investition auszahlen werde und wirbt auf einer Homepage für „Waldführungen“, die nicht nur von ihm, sondern auch von seinen Kurskollegen durchgeführt werden könnten. „Wir haben uns deshalb gut vernetzt“, meinte Laußer. Wie Windisch, Leiter der Bayerischen Forstverwaltung, in seiner Rede erklärte, führte man die Zertifizierung zunächst nur für Forstleute ein. Im Dezember 2009 überreichte er die ersten 14 Zertifikate. Windisch hatte damals betont, dass diese Auszeichnung ein Garant für die hohe Qualität der pädagogischen Arbeit der Forstleute sei und wiederholte diese Aussage jetzt für die Externen. Der zweite Kurs laufe bereits. 2013 sei Füssen wieder an der Reihe, so der Gast aus München. Das WEZ biete dafür sehr gute Bedingungen. Der Dank für das in nur wenigen Jahren aufgeblühte Zentrum Ziegelwies galt in erster Linie dem Trägerverein. Vorsitzender Walter Ganseneder nahm an der Feier im Walderlebniszentrum Ziegelwies ebenso teil wie Füssens zweite Bürgermeisterin Ursula Lax (CSU). Sie hieß in ihrem Grußwort die Waldpädagogik hier in der Region willkommen. Försterin Ilka Bockenheimer aus Würzburg hatte den Kurs für Externe zusammen mit Marius Benner, von der Führungsakademie Landshut, in Füssen geleitet. Als Eröffnungsredner brachte Robert Berchtold, Bereichsleiter Forst beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren, auch einige Mängel zur Sprache. Der Erfolg des WEZ – mit über 80 000 Besuchern pro Jahr - habe leider auch verstärkt zu Problemen geführt, die gelöst werden müssten. Nach Angaben von Berchtold fehle es an Parkplätzen und Toiletten sowie einem ausreichenden Raumangebot für die Mitarbeiter. Zwar könne er nicht alle Wünsche erfüllen, dennoch sagte Windisch dem Partner Walderlebniszentrum Ziegelwies Hilfe zu. „Mit Herz, Hirn und Verstand müsse man an einem Strang ziehen“. Waldpädagogik ist in Bayern ein gesetzlicher Bildungsauftrag. Fast 190 000 Menschen besuchen jährlich die waldpädagogischen Veranstaltungen der Forstverwaltung, sagte Windisch. „Vor allem die junge Generation soll über die Waldpädagogik die Natur entdecken und erleben. Der Wald und seine nachhaltige Bewirtschaftung“, unterstrich der Leiter der Bayerischen Forstverwaltung, „dienen dem Wohl unserer Gesellschaft.“

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