Lax will Iacob ablösen

Ursula Lax (2.v.l) tritt im März bei der Bürgermeisterwahl für CSU und Freie Wähler an. Sie unterstützen der CSU-Vorsitzende Dr. Hans-Martin Beyer (v.l.), FW-Vorsitzende Christine Fröhlich, und 3. Bürgermeister Andreas Ullrich (FW). Foto: Schuster

Füssen – 2. Bürgermeisterin, Kreisrätin, Bezirkstagsvizepräsidentin – Ursula Lax hat einige politische Ämter inne. Das wichtigste soll aber noch folgen. Sie will für den Posten des Füssener Bürgermeisters kandidieren. Hinter ihr steht nicht nur ihre Partei, die CSU, sondern auch die Freien Wähler.

Als der aktuelle Stadtrat nach der wiederholten Wahl 2009 erstmals zusammentrat, war kaum abzusehen, dass Freie Wähler und CSU bei den kommenden Bürgermeisterwahl gemeinsame Sache machen würden. Im Gremium bildeten meist CSU und SPD Mehrheiten, die Freien Wähler nahmen zusammen mit der Ausschussgemeinschaft der fraktionslosen Stadträte meist eine Art Oppositionsrolle ein. Mit der gemeinsamen Nominierung einer Kandidatin mit den Freien Wählern tritt die CSU nun offenbar den Unkenrufen von der „großen Koalition“ im Stadtrat entgegen. 

Die Annäherung der beiden Fraktionen sei ein Prozess der vergangenen eineinhalb Jahre gewesen, erläuterten CSU-Vorsitzender Dr. Hans Martin Beyer und 3. Bürgermeister Andreas Ullrich am Mittwoch im Redaktionsgespräch. „Wir haben festgestellt, dass wir oft am selben Strick ziehen - und in die selbe Richtung“, so Ullrich. Ein Beispiel der Zusammenarbeit zwischen FW und CSU war das Bemühen um eine Lösung für die Schwarzbauer im Wasenmoos. Hier hatten Beyer und FW-Stadtrat Jürgen Doser quasi mit einer Stimme gesprochen. Beyer, der 2009 bei seiner ersten Stadtratskandidatur gleich Stimmenkönig wurde, sei „eine neue Integrationsfigur, die Ursula Lax immer schon war“, erläuterte Ullrich die Entscheidung.

Lax selbst möchte unter anderem die Arbeitsweise des Gremiums ändern, den Stadtrat zum Ideengeber machen. „Wir müssen die Kompetenz der Stadträte mehr einbeziehen“, so die Kandidatin. Im Stadtparlament säßen viele Fachleute, deren Kenntnisse man nutzen sollte. Ihr schwebt nach eigener Aussage vor, manche Idee bereits mit Stadträten im Bürgermeisterzimmer zu entwickeln. So wären die Stadträte von Anfang an mit einbezogen und würden nicht in der Sitzung vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Gefahr mangelnder Transparenz sieht Lax nicht: „Es herrscht ja keine Verschwiegenheitspflicht“, sagt sie. Auch will sie die Arbeit der Verwaltung nicht schmälern. „Wir haben sehr gute Mitarbeiter in der Verwaltung, die man noch mehr motivieren könnte“, sagt Lax. 

Die Verwaltung will sie sogar erweitern: Ein hauptamtlicher Wirtschaftsförderer soll nach ihrem Willen die Gewerbeansiedlung vorantreiben. Der soll zum Beispiel auf Messen für den Standort Füssen werben. „Wir haben schließlich eine gute Infrastruktur, einen Autobahnanschluss, wir haben alle Schulen“, sagt Lax. Doch was sagen die Freien Wähler dazu, die in den vergangenen vier Jahren stets am lautesten Einsparungen beim Verwaltungspersonal gefordert haben? „Auch bei Füssen Tourismus haben wir einen hochbezahlten Manager eingestellt, der sein Geld locker wert ist“, so Andreas Ullrich. Ein Wirtschaftsförderer würde sich selbst tragen, neues Gewerbe sorge schließlich für mehr Gewerbesteuer, waren sich die CSU-, und FW-Vertreter einig. Die Einnahmen daraus sollen in Zukunft wieder höher ausfallen als die aus der Einkommenssteuer, die derzeit den größten Einnahmenposten im Haushalt bildet. 

Etwas tun soll sich auch beim Verkehr. „Die Umgehung werden wir in den nächsten sechs Jahren nicht schaffen“, gibt Lax zu. Sie will aber Schluss machen mit Maßnahmen, die zwar beschlossen, aber nicht umgesetzt werden, wie zuletzt in der Luitpoldstraße. Auch persönlich habe sie sich den Schritt gut überlegt und mit der Familie abgesprochen, sagt die 62-Jährige. ps

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