Gelungener Auftakt

»Verdi Quartett« eröffnet das Kammermusikfestival »vielsaitig«

Susanne Rabenschlag (v. l.), Matthias Ellinger, Madeleine Przybyl, Zoltan Paulich und Julian Steckel.
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Einer fehlt: Ohne Matthias Kirschnereit nehmen Susanne Rabenschlag (v. l.), Matthias Ellinger, Madeleine Przybyl, Zoltan Paulich und Julian Steckel den kräftigen Beifall des Publikums nach ihrem Eröffnungskonzert der diesjährigen Auflage des Festivals „vielsaitig“ entgegen.
  • VonAlexander Berndt
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Füssen – Ausdruckstark und perfekt aufeinander eingestimmt hat jetzt das „Verdi Quartett“ das Kammermusikfestival „vielsaitig“ eröffnet.

„Glück ist es, Freunde zu haben“, sagt eine alte schottische Volksweisheit, die spätestens jetzt wohl auch das „Verdi Quartett“ voll und ganz unterstreichen dürfte. So sorgten Madeleine Przybyl und Julian Steckel dafür, dass Susanne Rabenschlag, Matthias Ellinger und Zoltan Paulich das Eröffnungskonzert der diesjährigen Auflage des Kammermusikfestivals „vielsaitig“ im Kaisersaal, die den Titel „Freunde“ trägt, auch ohne ihre Kollegin Karin Wolf bestreiten konnten.

Da Wolf aufgrund einer Schulterverletzung verhindert war, Bratsche zu spielen, sprang Przybyl für sie an diesem Instrument in die Bresche. Und Steckel (Violoncello) machte aus dem Quartett schließlich sogar ein Quintett, nachdem Ellinger (Violine), Paulich (Violoncello) und Matthias Kirschnereit am Klavier den Abend eröffnet hatten.

Breite Palette an Stimmungslagen

Mit dem „Zigeunertrio“ von Joseph Haydn legten sie dabei ein perfekt aufeinander abgestimmtes, musikalisches Virtuosenstück hin, in dessen drei Sätzen sie den gut 40 Besuchern ihre künstlerische Kongenialität demonstrierten. Gleichzeitig unterstrichen sie mit ihrem sowohl einfühlsamen als auch ausdrucksstarken Spiel die von Haydn in diesem Werk demonstrierte, breite Palette menschicher Stimmungslagen.

Nach einem fast frühlingshaft frischen und zart heiteren Beginn im Andante ließen sie so einige ruhigere, leicht ins Romantische gleitende Passagen ertönen, bevor das Poco Adagio ins Cantabile überging und schließlich in den dritten Satz überleitete, der aus einem temperamentvoll feurigen und rassigen Rondo all´Ongarese bestand. Dem von einem Zuhörer anschließend lauthals gewünschten „Dacapo“ kam das Trio allerdings ebensowenig nach wie die fünf Musiker danach.

Vielschichtiger Klang-Leckerbissen

Mit Rabenschlag, Przybyl und Steckel zusammen sorgten Ellinger und Paulich an diesem Abend noch einmal dafür, dass sich dieses Eröffnungskonzert abgesehen von den durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen umso ungewöhnlicher als sonst gestaltete. Zu fünft lieferten sie mit Franz Schuberts Streichquintett C-Dur D 956, op. 163 eine brillante sinfonische Darbietung. Von den beiden Violinen sowie der Viola in elegant unaufdringlicher Weise geführt, präsentierte das Quintett dem Auditorium einen vielschichtigen, klassischen Klang-Leckerbissen, an dessen Ende die Musiker einen sehr langen, lauten Beifall erhielten.

Eine Zugabe wollten die Musiker danach jedoch, wie bereits erwähnt, nicht mehr liefern, weil die Zeit bereits sehr fortgeschritten war, so dass bald nach diesem gelungenen Festivalstart Kirschnereits anschließendes Klavierkonzert anstand.

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