Pantomimisches Spiel

Ein außergewöhnliches Konzert zum Auftakt des Festivals "vielsaitig"

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Hatem Nadim (v. l.), Susanne Rabenschlag, Matthias Ellinger, Karin Wolf und Zoltan Paulich eröffnen das Festival „vielsaitig“ mit einem bestechenden Konzert.

Füssen – Mit einem exzentrischen Finale ist am Mittwoch der musikalisch brillante Beginn des diesjährigen Festivals „vielsaitig“ im Kaisersaal zu Ende gegangen. Ganz nach dem Motto „ver-rückt!“ beschlossen das Verdi Quartett und Hatem Nadim ihr Auftaktkonzert mit einer ungewöhnlichen Zugabe. 

Spielten sie das Stück „In futurum“ des Komponisten Erwin Schulhoff doch quasi pantomimisch, ohne ihren Instrumenten einen einzigen Ton zu entlocken.

Der Schlussbeifall für die gut eineinhalb Stunden lange, außergewöhnliche Darbietung der vier Streicher Susanne Rabenschlag (Violine), Karin Wolf (Viola), Matthias Ellinger (Violine) und Zoltan Paulich (Violoncello) und des Pianisten fiel dann allerdings so deutlich hörbar und laut aus, wie nach den drei vorangegangenen Stücken, mit denen die Musiker das Publikum in dem voll besetzten Saal in großartiger Manier unterhalten hatten. 

Dem ungewöhnlichen Festivaltitel 2019 zollten sie dabei Rechnung, als sie den Abend mit dem Klavierquintett f-Moll, op. 34, von Johannes Brahms eröffneten, das „normal am Ende“ eines Konzerts stehe, wie Wolf erklärt hatte. Darüber hinaus beendeten die bestens disponierten Instrumentalvirtuosen das offizielle Programm mit Ludwig van Beethovens Streichquartett e-Moll, op. 59,2, das für gewöhnlich „am Anfang“ gespielt werde. 

Als „wohl am verrücktesten“ bezeichnete die Bratschistin schließlich aber Schulhoffs Streichquartett Nr. 1 aus dem Jahre 1924, das mit einem „temperamentvollen Rausschmeißer“ startet und mit einem „ruhigen, eigentlichen Anfangssatz“ abschließt. Ein bisschen „verrückt“ beziehungsweise orientierungslos agierte jedoch auch das Verdi Quartett selbst, als es nach dem ziemlich langen Eingangsstück von Brahms, wofür es sogar schon „Bravo“-Rufe gab, für mehrere Minuten von der Bühne abtrat. Die Besucher nahmen das den Vieren allerdings in keinster Weise übel, nachdem Rabenschlag bekannt hatte: „Wir haben schlicht und einfach gedacht, es ist Pause.“

lex

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