Im Sinne des Königs

Mitglieder von "Alt Füssen" gedenken König Ludwig am Schwansee

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Die Schriftsteller Jürgen Schrader (links) und Vereinsvorsitzender Magnus Peresson beim Fachsimpeln über König Ludwig II.

Füssen/Schwangau – Zu zwei Veranstaltungen kamen Mitglieder des Historischen Verein Alt Füssen unlängst zusammen. Zum Gedenken an den 174. Geburtstag von König Ludwig II. machte der Vereins einen Spaziergang um den Schwansee. Kürzlich fand eine Lesung im Schlossbrauhaus in Schwangau statt.

Als man dem seinerzeit noch jungen König einmal eine 130 Seiten umfassende Auflistung mit den zahlreichen Festen anlässlich seines Geburtstages vorlegen wollte, sagte dieser zu seinem Sekretär: „Lassen Sie das, Sie wissen doch, dass ich diese Plebsereien nicht mag“. Trotzdem wurde überall der Geburtstag des Königs gebührend gefeiert, auch noch lange nach seinem Tod. Mehr im Sinne des Königs war Ende August die Veranstaltung des Vereins. 

Die Mitglieder unternahmen einen Spaziergang auf den Spuren des Monarchen im Englischen Garten von Hohenschwangau und rund um den Schwansee. Dazu hatte der Vorsitzende von Alt Füssen, Magnus Peresson, passende Ausschnitte aus Briefen des Königs an Richard Wagner und andere Zeugnisse seiner Geisteshaltung mitgebracht. Schlosspark und Schwansee waren während der Wanderung weitgehend menschenleer und so war es Peresson möglich, immer wieder am See und im Wald Texte vorzutragen. Er wählte Texte, die das Bild eines Menschen erstehen ließen, das in Wahrheit ganz anders war als seine Darstellung in Filmen, Musical und Presse. 

Ständchen auf der Panflöte

Alt Füssen-Vorsitzender Peresson wählte Material, aus dem sich erschloss, dass der König eine Persönlichkeit von hoher Moral und einem außergewöhnlichen Verantwortungsbewusstsein für sein Volk war. Am Ende der Wanderung färbten sich die Berge von Hohenschwangau und die sonst weißen Mauern von Schloss Neuschwanstein im Abendrot und Klaus Christmann krönte das Ganze, indem er auf seiner Panflöte ein Ständchen blies. 

Ob es an dem unsicheren Wetter lag oder an mangelnder Werbung blieb offen, jedenfalls war nicht viel mehr als eine Handvoll Neugieriger der Einladung des Schriftstellers Jürgen Schrader zu einer weiteren Veranstaltung mit dem Verein gefolgt: die Lesung einer Novelle zum Leben König Ludwig II. und zur Grundsteinlegung von Schloss Neuschwanstein. Peresson wollte diese Lesung nicht verpassen. Der von Jugend an mit dem Thema vertraute Autor hatte als Leitfaden für seine Novelle die poetischen Formulierungen des Königs gewählt, mit denen er Richard Wagner den Bau seiner neuen Burg in Hohenschwangau mitteilte. Der Autor näherte sich laut Peresson mit angemessenem Respekt seinem Thema, bewies dabei hohe Sachkenntnis und fasste seine Sicht der Dinge in sprachlich klangvolle Worte. In einer Diskussion wurden in der Lesung angeschnittene Themen weiter gesponnen.

kb

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