Reuttener Verein will Kleinkunstbühne einrichten – Kritik aus dem Gemeinderat

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Friedrich Schweiger und Gabriele Stoll-Mark (Mitte) sind die Obleute des Vereins Kellerei. Sie stellten das Projekt im Gemeinderat Reutte vor. Foto: gau

Reutte – In der jüngsten Sitzung des Reuttener Gemeinderates hatten die Obleute der „Kellerei“, eines neugegründeten Kulturvereins ihre Pläne für den Bau einer Kleinkunstbühne vorgestellt. Doch nicht nur Dietmar Koler kritisierte das Fehlen wichtiger Zahlen für Betrieb und Planung. 

Es sei schon einige Zeit her, dass sich Kulturinteressierte zu einem Verein, der Kellerei, zusammengeschlossen hätten, stellte Bürgermeister Alois Oberer die beiden Obleute Gabriele Stoll-Mark und Friedrich Schweiger vor. Der Verein sei voll aktiv, es gebe „tolle Rückmeldungen“, so der Rathauschef weiter, insbesondere hatte der Verein die Finissage der heurigen Huanza gestaltet. Nun sollte es um das Konzept gehen, wie der Verein das Kulturzentrum im Untergeschoss des Kindergartens Tauschergasse umbauen und betreiben möchte. Dazu hatten die Obleute eine kleine Präsentation gestaltet, unter anderem auch Visualisierungen eingebaut, wie die Kleinkunstbühne, aussehen könnte. 

Man stelle sich das so vor, so Stoll-Mark, dass der Verein die Bühne, variabel ausgelegt auf 50 bis 160 Sitzplätze betreibe und an Künstler und andere Vereine vergebe. So könne man ein kontinuierliches Programm über das Jahr hinweg anbieten und womöglich pro Woche wenigstens eine Veranstaltung. Beim Umbau, könne man sparen, so Johannes Leismüller, Zeugwart des Vereins, die Elektrizitätswerke hatten vor einiger Zeit 350.000 Euro kalkuliert. Da die Vereinsmitglieder selbst aus der Branche seien und man entsprechend vernetzt sei, wisse man, wie man umbauen müsse. Denkbar seien Schulveranstaltungen, Kleinkunst, Kabarett, Konzerte. 

Die Bühne sei in der vorgestellten Form ideal für das Einzugsgebiet von Reutte, so Leismüller. Einsparpotential habe man, könne  sich beispielsweise ein Schallgutachter sparen, so Leismüller und würde damit auf Umbaukosten von etwa 280.000 Euro kommen. Man sei, so Schweiger ein bietender, nicht bittender Verein. Und auch wenn man soweit als möglich unabhängig von der Gemeinde werden wolle, bedürfe es einer gewissen Unterstützung, nicht nur den Umbau müsste die Marktgemeinde stemmen. 

Während Bürgermeister Alois Oberer von einer tollen Vision sprach und auch Dietmar Koler dem Projekt einen gewissen Charme nicht absprechen konnte, war er es aber, der als erster heftig ins Gericht ging mit den Obleuten. So fehlten neben den Betriebskosten auch Zahlen zum laufenden Betrieb, monierte der Vizebürgermeister. Und eine weiterer Gemeinderat kritisierte, dass in der Jahresplanung nur Nullen ständen. Dabei verteidigte Gabriele Stoll-Mark gebetsmühlenartig, dass man nicht habe so vermessen sein wollen, sich mit fertigen Zahlen hinstellen zu wollen. Und auch bei einem weiteren Punkt, den eine Rätin hinterfragte, musste Stoll-Mark passen: der Verein „die Kellerei“ hat sich nur auf den Keller des Kindergartens Tauschergasse festgelegt. Steht dieser nicht zur Verfügung, könne man nicht arbeiten. gau

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