Bürgerversammlung findet an der Straße statt

Das Ziel: Weniger Lärm in den Alpentälern

+
Jetzt werden „Nägel mit Köpfen gemacht“: Mit der Bürgerversammlung am Ort des Geschehens soll die Politik unter Druck gesetzt werden, etwas gegen den Motorradlärm zu unternehmen. Das haben Fritz Gurgiser (Mitte) und die Vertretern der IG „XUND’S LEBEN im Lechtl“, Reinhard Oberlohr (links), und Markus Arzl (rechts), beschlossen.

Reutte/Lechtal – Das Transitforum Austria-Tirol, der „Verein zum Schutz des Lebensraumes in der Alpenregion“ und die Interessengemeinschaft „XUND’S LEBEN im Lechtl“ wollen am 23. Juni von 9 bis 16 Uhr eine erste Bürgerversammlung auf der L266 im Bereich der Einfahrt von der B198 veranstalten.

Bei einer Pressekonferenz im „Novellis“ in Reutte definierte Reinhard Oberlohr als Sprecher der IG „Xunds’ Leben im Lechtl“ in der vergangenen Woche klar das Ziel der Initiative: „Wir kämpfen für ein Motorradlärm freies Lechtal- und Tannheimertal. Das beinhaltet den Naturpark Tiroler Lech/Lechweg sowie das Hahntennjoch und das Ruhegebiet Muttekopf/Imst“, so der IG-Sprecher. 

Diese Forderung sei gestützt von der Straßenverkehrsordnung sowie die Durchführungsprotokolle Verkehr, Tourismus, Naturschutz und Landschaftspflege der Alpenkonvention und die EU-Grundrechtscharta, erklärte Oberlohr. „Deshalb sind wir heute hier bei Ihnen und ersuchen, dieses berechtigte und in der nationalen wie internationalen Gesetzes- und Rechtsprechung verankerte 'Recht auf Gesundheit' und damit auch 'Recht auf Lärmschutz' einzufordern!“ 

Diese Forderung besteht bereits seit Frühjahr 2018. Beantragt wird demnach, den Lärmpegel auf das Maß zurückzuführen, das zum einen gesetzlich vorgegeben und gefordert wird und zum anderen der Region, den Menschen und dem Tourismus zugemutet werden könne. An der Lärmbelastung habe sich jedoch bis heute nichts geändert und auch für diesjährige Motorradsaison sei keine nachhaltige Lärmreduktion zum Schutz der Gesundheit von Jung und Alt, von Einheimischen und Gästen, zu erwarten. 

Das habe auch die Veranstaltung des Landes Tirol am 23. Mai mit der Vorstellung der Motorradlärmstudie in Stanzach bewiesen. Dort sei nur bestätigt worden, was in der angesprochenen Gesamtregion ständig „gehört“, aber nicht oder nicht wahrnehmbar reduziert werde, so Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums Austria-Tirol.

 Es reiche keinesfalls, den Motorradlärm zu studieren. Es gehe vor allem darum, den „Motorradlärm zu reduzieren“. Die Region müsse alpine Vorzeigeregion mit effizientem Lärmschutz werden. „Das ist das Ziel, an dem wir mit aller Kraft arbeiten werden – für unsere Bevölkerung, für Jung und Alt, für Einheimische und Gäste, für einen einzigartigen guten Qualitätstourismus“, betonte Obmann Gurgiser. „Die Forderung heißt unmissverständlich: Enkeltauglich anstatt lärmtauglich rund um das Hahntennjoch!“ 

Hoffen auf breite Unterstützung

Mit der anberaumten Bürgerversammlung direkt vor Ort unter freiem Himmel am Sontag, 23. Juni, fordert die IG bestehende Schutznormen ein und ruft diejenigen zur Unterstützung auf, die Jahr für Jahr um Steuergelder von Land, Bund und EU werben, um Qualitätstourismus in der Region als wichtigen Arbeits- und Betriebsstandort aufrecht zu halten. „Wer heute Fehler beim Lärmschutz macht, schadet der Gesamtregion rund um das Hahntennjoch – Anrainerschaft wie Wirtschaft“, erklärten Gurgiser und Oberlohr unisono.

ed

Auch interessant

Meistgelesen

CSU Füssen nominiert Maximilian Eichstetter zum Bürgermeisterkandidaten
CSU Füssen nominiert Maximilian Eichstetter zum Bürgermeisterkandidaten
Pfrontener Alpsommer ist vorbei
Pfrontener Alpsommer ist vorbei
300 Rinder kehren beim Viehscheid nach Buching zurück
300 Rinder kehren beim Viehscheid nach Buching zurück
Allgäuer Alpen: Steigt die Zahl der Bergtoten?
Allgäuer Alpen: Steigt die Zahl der Bergtoten?

Kommentare