Der Verein NUZ kümmert sich um ältere und demente Pfrontener

Wichtige Unterstützung

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Weitere aktive Mitglieder sucht derzeit der Verein NUZ. Das wurde jetzt in der Jahreshauptversammlung deutlich.

Pfronten – Nicht mehr aus Pfronten wegzudenken ist mittlerweile der Verein „Nachbarschaftliche Unterstützung und Zeitvorsorge“, kurz „NUZ“ genannt. Das zeigte nicht nur der gute Besuch der diesjährigen Jahreshauptversammlung, sondern auch der Einblick in die Arbeit des Vereins, den jetzt Vorstand und Aktive gaben.

Vorsitzende Veronika Rist-Grundner gab zunächst einen Überblick über die Vereinsentwicklung und das abgelaufene Jahr. Sie freute sich über die Zahlen, die sie dabei nennen konnte: Der NUZ Pfronten verfüge demnach mittlerweile über 145 Mitglieder. Im Jahr 2015 seien knapp 2500 Betreuungsstunden vorgenommen worden, in den acht Jahren des Bestehens sogar über 11.000. In erster Linie waren es ältere, hilfsbedürftige Menschen, die sich an NUZ wandten. Die Hälfte davon seien von einer Demenz betroffen. Über hundert Pfrontener wurden seit Vereinsbestehen von mittlerweile 50 sogenannten NUZ-Aktiven betreut.

Bericht aus erster Hand

 Welche Schicksale und wie viel Engagement hinter den Zahlen steckt, konnten die Besucher erleben, als die Einsatzkoordinatorin Hanna Huber von einigen Betreuungen berichtete. Die Betroffenen konnten durch die regelmäßige Hilfe und Unterstützung durch die NUZ-Aktiven neuen Lebensmut schöpfen und ihre persönliche Situation stabilisieren. Dass dabei der Spaß und die Freude für die Ehrenamtlichen eine ebenso große Rolle spiele, wie für die „NUZ-Nießer“, vermittelte Huber in ihrem Bericht.

 Die Betreuer gingen mit Herz und Begeisterung an ihre Aufgabe und würden dafür Wertschätzung, neue Lebenserfahrungen und sehr viel persönliche Zufriedenheit und Dankbarkeit ernten. Vereinsvorsitzende Veronika Rist-Grundner und Einsatzkoordinatorin Huber bedankten sich an dieser Stelle bei den Pfrontener NUZ-Aktiven und riefen alle Bürger, die Lust haben bei NUZ mitzumachen, auf sich zu melden. Der Verein brauche dringend weitere aktive Mitglieder.

Ein weiterer Höhepunkt des Vereinsjahres waren laut Rist-Grundner die offenen Treffs bei „Saltenanne“, den Vereinsräumlichkeiten in Pfronten-Steinach.

Positive Erfahrungen

 Elke Bansa, die die Begegnungsstätte leitet, berichtete von 50 Nachmittagstreffen im vergangenen Jahr.

Die Nachfrage sei auch im zweiten Jahr des Bestehens ungebrochen. Zwischen 20 und 30 Besucher kämen jede Woche, um einige Stunden in guter Stimmung zu verbringen. Das Klima sei laut Bansa geprägt von großer Wertschätzung, Herzlichkeit und Lust auf ein Miteinander. Singen, Spielen, Geschichten, Gymnastik und vieles mehr trügen zu einer unverkrampften Aktivierung der Besucher bei. Ab 2016 werde es laut der Vorsitzenden Rist-Grundner einen solchen Treff auch in Rehbichl geben.

Die ersten Erfahrungen dort seien ebenfalls sehr positiv. Damit die NUZ-Aktiven ihre Arbeit gut machen können, werden sie vom Verein bestens geschult und begleitet. Ein großer Teil der Aktiven hat bereits die 40-stündige Demenzhelfer-Schulung absolviert. Für die Aktiven gibt es die regelmäßige Möglichkeit der Supervision durch Pfarrer Bernd Leumann. Regine Remmert bietet eine Angehörigengruppe an ebenso wie den Kurs in „EduKation“. Im kommenden Jahr seinen weitere Themen geplant, etwa ein Abend über das Pflegestärkungsgesetz 2 und eine Wohnraumberatung.

Rote Zahlen

 Einziger Wermutstropfen im Bericht der Vorsitzenden waren die roten Zahlen. Durch die schleppende Auszahlung der staatlichen Zuschüsse rutschte der Verein 2015 ins Minus. Man hoffe, so Rist-Grundner, dass die ausstehenden Gelder baldmöglich eingehen um das (rechnerische) Defizit ausgleichen zu können. In der Aussprache wurde von allen Seiten sehr viel Anerkennung deutlich. Gäste aus Füssen betonten, sie nähmen wertvolle Informationen mit, denn dort wolle man ein ähnliches Angebot aufbauen.

Die Pfrontener boten ihre Hilfe an. Pfrontens Dritter Bürgermeister Alfons Haf bedankte sich im Namen der Gemeinde Pfronten für die tolle Arbeit des Vereins und sagte die weitere Unterstützung des Vereins zu. NUZ sei ein wahrer Glücksfall für die Kommune.

kb

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