Kein Ende in Sicht

Der Verkauf des Nesselwanger Bahnhofs verzögert sich weiter

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Der Verkauf des Nesselwanger Bahnhofs verzögert sich weiter. Immerhin soll aber der marode Bahnsteig bis 2024 saniert und barrierefrei umgebaut werden.

Nesselwang – Zu einer unendlichen Geschichte scheint der Verkauf des Nesselwanger Bahnhofs zu werden, wie in der jüngsten Sitzung des Nesselwanger Gemeinderats deutlich wurde.

Seit zehn Jahren verhandelt die Kommune schon mit der Deutschen Bahn. Da es kürzlich zu einem Übermittlungsfehler kam und auch der zuständige Sachbearbeiter gewechselt hat, verzögert sich der Verkauf weiter, informierte Hauptamtsleiter Helmut Straubinger die Räte. „Unser Hauptamtsleiter kann euch jetzt ein Märchen erzählen“, leitete Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart (CSU) ein seit vielen Jahren diskutiertes Thema im Marktgemeinderat ein. 

„Zehn Jahre Schriftverkehr füllen mittlerweile einen ganzen Ordner. Und es geht weiter“, so Hauptamtsleiter Helmut Straubinger. Aufgrund eines Übermittlungsfehlers in einer Liste bei der Deutschen Bahn ist der Verkauf des Nesselwanger Bahnhofs an die Kommune erneut in weite Ferne gerückt. Auch der bisherige Sachbearbeiter, mit dem die Kommunikation auf einer guten Basis verlief, ist nicht mehr für den Bahnhof zuständig. „Das ist typisch für den Konzern. Seit der Privatisierung funktioniert nichts mehr. Ständig wechseln die Zuständigkeiten“, schimpfte Erhart. In einem Schreiben, das Straubinger in der Sitzung vorlas, bittet die Kommune um den Namen des neuen Zuständigen bei der Bahn: „Denn es bleibt ja nix andres übrig, als alles nochmal von vorn anzufangen“.

Sanierung 2024 geplant

Die ebenfalls medienwirksamen Auftritte der verschiedenen Kommunalpolitiker sowie Landtags- und Bundestagsabgeordneten vor der Bundestagswahl, die sich für einen Erwerb des Gebäudes durch den Ort stark gemacht hatten, seien ohne eine Reaktion von Seiten des Staatskonzerns wirkungslos verpufft. Einen Lichtblick gibt es in der unendlichen Geschichte Bahnhof Nesselwang allerdings: bis 2024 soll der marode Bahnsteig saniert und barrierefrei umgebaut werden. Dies teilte Klaus Dieter Josel, der bayerische Bahnchef, der Kommune mit, wie von der Gemeindeverwaltung zu hören war. 

In dem Fall wird der Zustieg voraussichtlich weiter nach Osten verlegt werden, vermuteten Erhart und Straubinger. Die Marktverwaltung bekräftigte in der lebhaft geführten Diskussion, „dass wir immer wieder was von uns aus machen, sonst würde es noch viel schlimmer ausschauen“. Der alte und verwilderte Garten, der zu der Wohnung im Obergeschoss des Bahnhofs gehörte, habe der Bauhof schon eingeebnet und somit in einen ansehnlichen Zustand gebracht. Der Bahnhofskiosk und der Holzschuppen im Osten des Geländes seien jedoch immer noch in einem desolaten Zustand. Die Bestrebungen der Kommune, diese beiden Gebäude abzureißen oder zu kaufen, habe der Konzern aber bisher abgelehnt.

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