Geringere Erhöhung als Konkurrenz

Strom in Füssen und Umgebung wird teurer

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EWR-Vorstand Dr. Christoph Hilz blickt auf den Strompreis im kommenden Jahr.

Füssen – Für Strom werden die Füssener im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen. Denn 2020 steigen die Strompreise an. Auch bei den Elektrizitätswerken Reutte (EWR).

Aber: „Unsere Strompreis-Erhöhung ist die niedrigste im gesamten Raum“, erklärte EWR-Vorstand Dr. Christoph Hilz am Dienstag im EWR-Kundencenter Füssen. Da im gesamten europäischen Raum die Strompreise steigen und auch die Kosten zum Beispiel für Sicherheit und Datenschutz zunehmen, erhöht sich bei den EWR der Grundpreis pro Monat um 2,48 Prozent von 11,69 Euro in 2019 auf 11,98 Euro in 2020, wie die EWR erklären. Und auch der Arbeitspreis steigt 2020 um 0,30 Cent pro Kilowattstunde. 

So müsse der durchschnittliche EWR-Haushalt mit 2000 Kilowattstunden pro Jahr in der Grundversorgung mit zusätzlichen Ausgaben von ca. 0,80 Euro pro Monat, das sind 9,58 Euro pro Jahr, rechnen. Aber: „Unsere Steigerung ist die geringste im Vergleich zu den anderen“, blickte Hilz auf die Konkurrenz. So würden die Kunden des Allgäuer Überlandwerks bei einem Jahresstromverbrauch von 3500 Kilowattstunden 50,04 Euro mehr zahlen. Und auch die Privatkunden der LEW müssten im Schnitt mit rund 64,68 Euro Mehrausgaben pro Jahr rechnen und damit deutlich tiefer in die Tasche greifen.

„Die EEG-Umlage ist der wesentliche Treiber des Strompreises“, erklärte Hilz. Diese steigt im kommenden Jahr um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde an. Mit der Umlage wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert. Etwa ein Viertel des Strompreises machen zudem die Netzentgelte aus. Und auch die steigen im kommenden Jahr an – zumindest bei den deutschen Stromanbietern. „Wir können die Netzentgelte nicht nur stabil halten, wir können sie senken“, um bis zu drei Prozent, erklärte Hilz. 

Niedrigere Netzkosten

So sinkt der Netz-Arbeitspreis (netto) pro Kilowattstunde von 5,65 Cent auf 5,29 Cent. Der Kunde spart sich also bei einem Jahresstromverbrauch von 3500 Kilowattstunden 12,60 Euro (netto). Um 3,01 Euro steigt allerdings der Grundpreis im kommenden Jahr (Kostenverlagerung Einspeiser), während der Messpreis gleich bleibt. Die EWR-Kunden im Füssener Raum profitieren laut dem Unternehmen dabei von den niedrigeren Netzkosten in Österreich im Vergleich zu Deutschland. Durch die Energiewende wurde dort viel Geld in den Netzausbau investiert, um beispielsweise Strom aus Windenergie transportieren zu können, so Hilz.

 Die EWR selbst setzen nach eigenen Angaben bei ihren Privat- und Gewerbekunden auf 100 Prozent Ökostrom. „Wir haben richtigen Wasserkraftstrom, der aus der Region kommt“, so der Vorstand. Um die Versorgungssicherheit in Füssen zu verbessern, haben die Elektrizitätswerke 2019 rund vier Millionen Euro investiert, wie sie erklären. Etwa 2,4 Millionen Euro gaben sie demnach für ein neues Leitsystem und eine neue Netzleitwarte auf dem Betriebsgelände in der Kemptener Straße aus. 

Von dort können alle Umspannwerke und Kraftwerke der EWR geregelt und überwacht werden. Außerdem diene sie als Sicherheit vor Cyber-Angriffen sowie bei einem Ausfall der Leitwarte in Reutte. Daneben investierten die EWR rund 1,5 Millionen Euro in die Verkabelung der Freileitungen sowie den Ausbau ihrer Trafostationen. „Wir legen großen Wert darauf, in unser Netz zu investieren“, betonte Hilz. Auf diese Weise soll eine moderne Energieversorgung sichergestellt werden.

kk

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