AK Radverkehr: Metzger fordert markierte Radwege zu den Schulen

Sicher mit dem Rad zur Schule fahren

+
Damit radelnde Kinder nicht nur in Begleitung ihrer Eltern sicher zur Schule kommen, beantragt Dr. Martin Metzger (BfF) für Schüler einen sicheren Radweg ins Schulzentrum und zur Realschule.

Füssen – Gerade im Sommer steigen viele Füssener aufs Rad, um den langen Staus in der Innenstadt zu entgehen. Doch um unfallfrei ans Ziel zu gelangen, braucht es sichere Radwege.

Ein Radwegenetz soll her, das wünscht sich die Arbeitskreis Radverkehr. Nägel mit Köpfen wollte Dr. Martin Metzger (BfF) in der Sitzung des Verkehrsausschuss am vorvergangenen Dienstag machen. Er forderte für Schüler einen sicheren Radweg ins Schulzentrum – und erreichte zumindest einen Teilerfolg. 

Fernradler, radelnde Touristen, berufstätige Pendler, die auf den Drahtesel steigen, und Rad fahrende Schüler: So breit die Palette der Radfahrertypen ist, so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse, meinte Metzger in seinem Antrag. Während Fernradler durchgängige und einfache Routen durch die Stadt brauchen, ist für radelnde Touristen vor Ort vor allem eine schöne Streckenführung wichtig. Und bei Schülern steht die Sicherheit an oberster Stelle. Genau für die beantragte er am Dienstag einen sicheren Weg zur Realschule Füssen und zum Schulzentrum in der Augusten- und Feistlestraße. 

Hohe Verkehrsflüsse 

Denn gerade das Schulzentrum „erlebt dabei täglich eine Konkurrenz aus ÖPNV, Autos und den Schülerinnen und Schülern, die eigenständig am Verkehr teilnehmen“, so Metzger in seinem Antrag. „Durch die hohen Verkehrsflüsse zu Kernzeiten und auch durch die den aktuellen, den rechtlichen Vorgaben nicht mehr entsprechenden Radwegen bzw. Rad- und Fußwegen, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen und systemabhängigen Missachtung der Verkehrsregeln.“ 

Deshalb beantragte er eine durchgehende Radfahrstraße vom östlichen Ende des Ziegelangerwegs über den Abschnitt Rupprechtstraße bis zur Kreuzung Augustenstraße. Diese soll der nach Norden abbiegenden Augustenstraße über die Feistlerstraße folgen, dann nach Osten abbiegen in die Dr. Enzinger-Straße und bis zu Radweg entlang der Augsburger Straße führen. Daneben schlug Metzger vor die Maria-Hilfer-Straße durchgehend zur Fahrradstraße zu machen. „So erhalten radelnde Schüler und Schülerinnen einen direkten Anschluss zum Fuß- und Radweg entlang des Ziegelberges bzw. ,Am Ziegelanger´“, meinte der Stadtrat.

 Außerdem könnte der Ausschuss über eine komplette Verkehrsberuhigung im Bereich Grundschule, Kinderhort und Förderschule nachdenken. Nur diese Maßnahme würde die notorisch klamme Stadtkasse mit Baukosten belasten, meinte Metzger. Denn für die Radfahrstraße wären nur umfangreiche Markierungsarbeiten in den betrof-fenen Straßen sowie entsprechende Schilder notwendig. Das könnte schon während der kommenden Sommerferien realisiert werden. 

Nichts überstürzen 

Daneben beantragte er, dass eine gewisse Summe im Haushalt für den Radverkehr zur Verfügung zu stellen. 20 Prozent des Straßenverkehrsbudget sollte der Stadtrat heuer für das Radwegenetz reservieren, meinte Metzger. Doch davon war Bürgermeister Paul Iacob (SPD) gar nicht begeistert. Wegen des desolaten Zustandes mancher Straße in Füssen könne er nicht 20 Prozent des Budget in den Radverkehr stecken. Sonst könnten manche Straßen nicht mehr repariert werden. „10.000 Euro können wir rüberziehe. Das ist okay. Aber nicht zehn bis 20 Prozent. Das ist nicht möglich“, so der Rathauschef. 

Die entsprechenden Markierungen und Schilder aufzustellen sei dagegen kein Problem. Dabei warnte Iacob allerdings vor Schnellschüssen. Man sollte auch die Bedürfnisse der Touristen berücksichtigen und Füssen Tourismus und Marketing (FTM) mit ins Boot holen. Bei einem Radwegekonzept würde FTM auch „definitiv mitmachen“, erklärte Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier. „Ich finde es gut, dass Aktivität von Ihrer Seite entsteht.“ 

Dass in Füssen Handlungsbedarf bestehe, konnte er bestätigen. „Ich merke das in der Hochsaison, da herrscht zum Teil ein ziemliches Chaos in der Fußgängerzone.“ Aber die Stadt sollte auch „vorsichtig“ sein, dass alleine zu machen. Denn „es gibt Spezialisten dafür“. Doch so einfach wollte Metzger sich seinen Antrag nicht zerreden lassen. „Es spricht nichts dagegen, ein Gesamtkonzept zu machen und einen Profi zu holen.“ Doch dabei verwies er erneut auf die unterschiedlichen Zielgruppen. „Bei den Bewohnern brauchen wir keinen Profi. Genau deshalb haben wir den Arbeitskreis gegründet.“ 

Deshalb sollte das Gremium mindestens einen seiner Anträge verabschieden. „Die Schüler sollten ein Netz haben, um sicher zur Schule zu kommen.“ „Aus unserer Sicht haben wir sehr sichere Schulwege“ Manfred Schweinberg, Stadtverwaltung Allerdings sah Manfred Schweinberg von der Stadtverwaltung hier nicht unbedingt einen Handlungsbedarf. „Aus unserer Sicht haben wir sehr sichere Schulwege.“ Die Stadt sollte nichts überreglementieren. Neben der 30er-Zone gebe es noch Radwege und am Kino stehen Schullotsen.

 Eine Fahrradstraße würde die Schüler nur überfordern, meinte Schweinberg. Und auch Thomas Meiler von der Polizei in Füssen war skeptisch: „Ich will nicht als Bremser gelten.“ Aber laut dem Innenministerium gelte eine Fahrradstraße nicht als sicherer Schulweg. Es reiche leider nicht, nur Striche auf die Straße zu malen. „Das geht nicht von heute auf morgen“, so Meiler. 

Als Kompromiss einigten sich die Stadträte schließlich aber darauf, dass der Arbeitskreis Radverkehr zusammen mit der Polizei und der Stadtverwaltung die notwendigen Maßnahmen für diese Umsetzung aufstellen und nach Möglichkeit die Kosten prüfen sollen. Anschließend wird der Verkehrsausschuss noch einmal darüber beraten.

Katharina Knoll

Meistgelesen

"Wichtiger als der Karneval"
"Wichtiger als der Karneval"
Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
Der Kanzler bei Plansee
Der Kanzler bei Plansee
Derblecken auf hohem Niveau
Derblecken auf hohem Niveau

Kommentare