Stefan Fredlmeier verlängert seinen Vertrag als Füssener Tourismuschef um fünf Jahre

Der "richtige Partner"

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Bürgermeister Paul Iacob (links) und Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier nach der Vertragsunterzeichnung.

Füssen – Stefan Fredlmeier bleibt Tourismusdirektor in Füssen. Den Vertrag haben Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Fredlmeier am Mittwoch im Rathaus unterschrieben.

Der Verwaltungsrat von Füssen Tourismus und Marketing (FTM) habe sich „uneingeschränkt“ für die Verlängerung um fünf Jahre ausgesprochen, erklärte Iacob, Vorsitzender des Verwaltungsrats. Man sei sich einig: Fredlmeier sei der „richtige Partner“ für die Zukunft. „Ich freue mich“, sagte Fredlmeier bei der Vertragsunterzeichnung.

Ab dem 1. August tritt der 51-Jährige seine dritte Amtszeit als Füssener Tourismusdirektor an. Eine Stelle, die befristet ist. Nach einer „äußerst unruhigen Zeit“ habe der Tourismus ab 2009 mit der Einstellung Fredlmeiers eine „äußerst konstruktive Richtung genommen“, so Iacob. Die ersten Schritte „die Welt nach Füssen“ zu holen unternahmen zwar der damalige Kurdirektor Fred Schiffbäumer und ein Füssener Hotelier: Sie engagierten sich auf dem asiatischen Markt.

 Nach Schiffbäumers Ära wurde die Lage jedoch schwieriger. Vor allem das Verhältnis zwischen Stadtführung und den Gastgebern war spannungsgeladen, so Fredlmeier. Das Kommunalunternehmen befand sich zwischen den Stühlen. 

Deshalb sei es wichtig gewesen, „das Unternehmen in sicheres Fahrwasser zu bringen.“ Aus einer Kurverwaltung entwickelte sich schließlich eine Managementeinheit. „Darauf bin ich stolz“, sagte der Tourismusdirektor. 

Strategie entwickelt

Man stellte eine Strategie auf, vernetzte sich im Verbund Allgäu beispielsweise bei der Wandertrilogie oder der Radrunde Allgäu, entwickelte Themenkompetenzen und gewann Stabilität. Heute sei es keine Frage mehr, ob „Füssen goes Jazz“ oder der Adventsmarkt stattfinde. „Das hat sich alles bewährt“, so Fredlmeier. Daneben gelang es dem Kommunalunternehmen Vorurteile der ersten Stunde abzubauen. „Das Unternehmen ist fest verankert in der Stadt. Die Akzeptanz ist gestiegen.“ 

Dennoch gibt es gerade in diesem Bereich noch viel zu tun. Denn viele Füssener hätten das Gefühl, dass sich die Belange der Einheimischen und die der Touristen gegenüberstehen. Das will Fredlmeier ändern. „Der Tourismus ist ein nicht wegzudenkendes Standbein der Wirtschaft.

 Er ist Grundlage der Lebensqualität von Stadt und Raum, die keiner missen möchte. Nichts, was wir im Tourismus machen, ist gegen Einheimische.“ Deshalb wolle er die Bevölkerung über die Rolle des Kommunalunternehmens, seine Finanzierung und seine Grenzen aufklären. 

"Der richtige Platz"

Trotzdem sei es für Fredlmeier „nie ein Thema gewesen über eine Alternative zu Füssen nachzudenken.“ Denn er und seine Frau hätten das „tiefe Gefühl, dass hier der richtige Ort, der richtige Platz“ für sie sei. Denn neben dem Vertrauen der FTM-Gremien, Verwaltungsrat und Marketingausschuss, bestehe ein funktionierendes Netzwerk zur Stadtführung und zur Tourismuswirtschaft. Daneben sei die Lechstadt „eine unglaublich attraktive Herausforderung“. 

Füssen sei eine kleine Stadt mit einer „unglaublich hohen Tourismusintensität“, vor deren Haustür sich die Königsschlösser als touristischer Hotspots befinden. Durch das, was die Schlösser mit sich bringen, und dem Bild einer heilen Welt des Allgäus ergebe sich ein „extrem strapaziöser Spagat“, so Fredlmeier „Beides ist wichtig. Auf keines können wir verzichten.“ 

Deshalb müsse das Kommunalunternehmen beides so zusammenhalten, dass kein Konflikt entsteht. Eine Herausforderung, die in den kommenden Jahren möglicherweise noch größer werden wird, sagte der Tourismuschef.

Daneben habe er vor kurzem viele Projekte eingeleitet, die „man nicht aus der Hand gibt. Die macht man fertig.“ Dazu gehöre das Thema „gesunder Schlaf“, das als Gesundheitsangebot in den Markt eingeführt werden soll, der Masterplan Kneipp und die Erneuerung der Kommunikation und Präsentation der Stadt unter dem Stichwort „storytelling“. 

Daneben will FTM die Gastgeber bei den neuen Technologien unterstützen und begleiten. Denn viele hätten beim Thema Digitalisierung „Berührungsängste“, so der Tourismusdirektor. 

Die Qualität verbessern 

Über Fredlmeiers Verlängerung zeigte sich auch Iacob erfreut. Fredlmeier habe in Füssen junge Akzente gesetzt, immer mit der Zukunft im Visier. Er und sein Team hätten die Füssener Werte mit Inhalt gefüllt und nach außen getragen, was schließlich zum Erfolg geführt habe. 

Aber: „Wir wissen, dass wir an der Qualität arbeiten müssen.“ Das gelte sowohl bei den Gastgebern als auch bei den Freizeiteinrichtungen, so Iacob. „Fredlmeier ist der richtige Partner für die kommenden Schritte“, ist sich der Füssener Rathauschef deshalb sicher.

Katharina Knoll

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