Viel geschossen, wenig getroffen

Es ist ein Auf und Ab mit dem Füssener Eishockey: Verbrachten die Leopards die vergangenen Wochen auf dem letzten Tabellenplatz wittern sie nach dem Heimsieg gegen Bad Tölz und einer ansehnlichen Leistung beim Tabellenführer Herne Morgenluft. Die Mangelhafte Chancenauswertung sorgte dafür, dass die Hausherren dennoch gewannen.

Schon vor der Partie hatte der Tölzer Trainer Dave Rich den Füssenern die Favoritenrolle zugeschoben, nicht ohne ein paar Spitzen loszulassen. In den Medien kritisierte er die „mangelhafte Nachwuchsarbeit bei Füssen“, dass von unten zu wenig nachkomme und dass neun Profis noch keine Mannschaft seien sowie dass Füssen für seine Mannschaft dreimal mehr ausgegeben habe als Bad Tölz. Dass er in den zwei letzten Jahren genug Gelegenheit gehabt hätte, den Füssener Nachwuchs zu fördern, dass die Junioren amtierender Deutscher Vizemeister und die Jugend amtierender Deutscher Meister sind, hat er dabei wohl vergessen. Trotzdem ging Füssen durch den Treffer von Andrej Naumann (Kevin Lavallee, Sebastian Eikmann) mit 1:0 in Front. Im zweiten Abschnitt wurde das Spiel etwas besser, doch sowohl Eric Nadeau und Michel Maaßen auf Füssener Seite und der Tölzer Florian Engel vergaben, letzterer mit einem kläglichen Penalty. Das Auslassen von Torchancen hielt auch im letzten Drittel weiter an. Tim Richter und wiederum Nadeau hätten schon für eine Vorentscheidung sorgen können. Und das, was auf das Füssener Tor kam, entschärfte Füssens Schlussmann Irrgang. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende nahm Tölz-Trainer Rich noch eine Auszeit und 20 Sekunden vor Ende den Torwart raus, wobei dann endlich Lavallee fünf Sekunden vor Ende ins leere Tor zum 2:0-Endstand traf. Dem Tabellenführer aus Herne bescheinigte sein eigener Trainer Jamie McDonald nach dem Spiel, sich nicht wie ein solcher verkauft zu haben und lobte die Füssener, die „sicher nicht wie der Tabellenletzte gespielt haben und eine tolle Leistung abgeliefert haben“. Das sah auch Füssens Trainer Georg Holzmann so. Einzig muss man den arrivierten Spielern vorhalten, ihre vorhandenen Chancen nicht so eiskalt wie die Herner ausgenutzt zu haben. Steigerung nötig Trotzdem taten sich die Herner im ersten Abschnitt schwer und so gingen die schwungvollen Füssener in der 13. Minute durch Johannes Mayr (Raphael Rohwedder, Tim Richter) in Führung. Die Herner benötigten eine Überzahl, um vor der Pause noch den Ausgleich zu markieren. Im zweiten Abschnitt erzielte erneut McNeil die Führung für die Gastgeber. Das 3:1 fiel eine Sekunde nach Ablauf einer Füssener Strafzeit in der 37. Minute. Bis zur 49. Minute hätte allein Lavallee das Spiel mit drei Chancen drehen können, doch das entscheidende Tor machte Herne in der 52. Minute. Kapitän Erik Nadeau (Björn Friedl) verkürzte 40 Sekunden vor Ende des Spiels zwar noch, am Ergebnis war aber nicht mehr zu rütteln. Um den erhofften Play-Off Platz noch zu erreichen, muss Füssen am Wochenende punkten. Ob das im Heimspiel am Freitag um 19.30 Uhr gegen Bad Nauheim und am Sonntag auswärts um 18.30 Uhr in Passau gelingt, wird davon abhängen, ob sich die Profis steigern können.

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
ATV überschlägt sich
ATV überschlägt sich
"Wichtiger als der Karneval"
"Wichtiger als der Karneval"
Der Landkreis greift durch
Der Landkreis greift durch

Kommentare