Wirtschaftliche Situation des Nesselwanger "Alpspitzbad" wird immer besser

Mehr als 200.000 Besucher

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Vor allem bei den Gästen ist das Nesselwanger Alpspitzbad beliebt.

Nesselwang – Nach einer vorsichtigen Prognose angesichts der anstehenden Weihnachtsferien werden dieses Jahr 214.000 Gäste das Nesselwanger „Alpspitzbad“ (ABC) besuchen.

„Davon sind etwa 164.000 Badegäste und 50.000 Saunabesucher“, so Geschäftsführer André Weißenburger vergangene Woche im Gemeinderat. Auch bei den Kartenbesuchern wie KönigsCard, Vitales Land und Bad-Hindelang-Plus zeigt sich eine große Beliebtheit des Bades.

 44.000 KönigsCard-Nutzer, 20.000 Vitales-Land- und 5000 Bad-Hindelang-Plus-Inhaber waren in diesem Jahr zu Gast in Nesselwang. „Der Trend geht hier konstant nach oben“, erläuterte Weißenburger den anwesenden Gemeinderäten die Besucherzahlen. Im vergangenen Jahr hatte das Bad mit knapp über 197.000 Gästen die angestrebte Marke von 200.000 nur knapp verfehlt.

 Bei den Einnahmen übertraf das Bad im Besitz des Marktes den Haushaltsansatz. Hier waren rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Die vorläufigen Einnahmenberechnung beläuft sich aber auf knapp 1,6 Millionen Euro. Damit wird das angestrebte Ergebnis knapp übertroffen. Bei den Ausgaben ist die Betriebsleitung weitestgehend im Rahmen geblieben.

 Im Haushalt des Marktes Nesselwang waren hier knapp 1,7 Millionen Euro angesetzt. Das vorläufige Rechnungsergebnis lautet auf 1,66 Millionen Euro. „Wir empfehlen für 2017 eine vorsichtige Steigerung auf 1,72 Millionen Euro“, so Weißenburger in der Sitzung. Das Defizit für den Kommunalbetrieb belief sich in 2015 noch auf 190.989 Euro. 

Im Haushalt für 2016 war ein Zuschuss zum Ausgleich des Defizits von 232.800 Euro vorgesehen. Mit vorläufigen 90.736 Euro muss dieser jedoch wohl nicht vollständig in Anspruch genommen werden. Für den Kommunalhaushalt 2017 liegt die Empfehlung bei 196.000 Euro, auch angesichts der notwendigen Investitionen, die im ABC gemacht werden müssen.

42 Cent Fehlbetrag

 „95 Prozent der Kosten werden durch die Eintrittsgelder gedeckt“, erklärte Weißenburger. „Der Fehlbetrag pro Besucher liegt bei nur 42 Cent in diesem Jahr. 2012 waren es noch 1,25 Euro“. Im kommenden Jahr müssen aber auch dringende Investitionen getätigt werden. So muss die seit dem umfassenden Umbau und der Erweiterung 1998 bestehende Technik der Wasseraufbereitung auf den neuesten Stand gebracht werden. 

„Für die alte Steuerung, die kein Produkt von der Stange ist und für jedes Bad individuell programmiert und gebaut wird, gibt es vom Hersteller keinerlei Ersatzteile mehr“. 

Modernisierung nötig 

Auch das 18 Jahre alte Kassensystem des Freizeitbades muss erneuert werden. Bedingt durch Software-Probleme war es hier gelegentlich zu Ausfällen gekommen. 

Für die notwendigen Investitionen veranschlagt die Betriebsführung des ABC 115.000 Euro. „Wir wollen die notwendige Erneuerung der Wasseraufbereitung auch nicht auf die lange Bank schieben. Wir haben hier bereits konkrete Angebote vorliegen.“ Bei einem Komplettausfall der veralteten Technik drohe eine Schließung, erklärte er auf Nachfrage von Ratsmitglied Ludwig Reffler (FW). Die Gespräche mit Herstellern liefen, um dem vorzubeugen und einen solchen Ausfall nicht zu provozieren. 

Im Marktetingplan für das kommende Jahr sind insgesamt 70.000 Euro vorgesehen. Hier sind auch eine Neugestaltung der Internetpräsenz sowie verschiedene Events beinhaltete. Großer Beliebtheit erfreut sich das Aquacycling, das angeboten wird. Auf speziellen Rädern wird im Wasser gegen den Wasserwiderstand geradelt. „Kann ich nur empfehlen mal auszuprobieren“, so Weißenburger zu den Räten.

 Auch soll ab Mitte Januar ein bargeldloses Bezahlsystem im Saunabereich gestartet werden. „Es ist schon fertig. Aber erfahrungsgemäß gibt es anfangs noch Kinderkrankheiten und das wollen wir über die Weihnachtsfeiertage nicht riskieren“. „Das aktuelle Minus von nur 90.000 Euro hätte ich mir nie träumen lassen.

Vor wenigen Jahren war es noch viermal so hoch“, freute sich Bürgermeister Franz Erhart. „42 Cent pro Besucher sind der Wahnsinn. Andere Kommunen müssen für ihre Bäder bis zu sieben Euro je Besucher zuschießen“. Ohne Gegenstimme befürwortete und bewilligte das Gremium den vom Geschäftsführer vorgestellten Wirtschafts- und Werbeplan für das kommende Jahr.

Herbert Hoellisch

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