Wirtin Novi feiert ihren Abschied von der Schiffwirtschaft

Ärger bei Abschiedsparty

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Dani Novi steht zum letzten Mal hinter der Theke der „Schiffwirtschaft“. Seit Sonntagmorgen ist das „Schiff” vorerst geschlossen.

Füssen – Die „Schiffwirtschaft“ ist seit Sonntagmorgen 4 Uhr geschlossen. Am Wochenende hat „Schiffwirtin” Dani Novi nach vier Jahren ihren Abschied gefeiert. Ärger mit den Nachbarn und der Polizei hätten sie mürbe gemacht, erklärte sie im August dem Kreisboten. Und den gab es auch am Samstag.

: Schon um 20.45 Uhr gingen laut Polizei die ersten Beschwerden der Nachbarn bei der Dienststelle in Füssen ein, weil eine Band im Freien vor der Gaststätte spielte – ohne Genehmigung, so die Polizei, die mit elf Beamten anrückte.

„Party People, wir sehen uns morgen“, hatte am Freitag ein „Freund“ des Treffpunkts „Schiffwirtschaft“ an der Lechbrücke voller Vorfreude auf Facebook gepostet. Doch das Fest in der Nacht von Samstag auf Sonntag führte bei den meisten Teilnehmern auch zu einem weinenden Auge. Anlass war der Abschied von der beliebten Wirtin Dani Novi – „ein gewaltiger Verlust für die junge Szene in Füssen“, wie es die Stammgäste im Gespräch unsere Zeitung ausdrückten. „Das Schiff“ sei zur „Institution“ geworden, sogar über Füssen hinaus. Dass die Italienerin das Handtuch wirft, sei „ziemlich traurig“. Trotzdem herrschte im propevollen „Schiff” eine gute Stimmung. 

Vielleicht wusste der gut aufgelegte „Freund“ am Freitag schon, was sich in der Stadt jetzt herumspricht: im „Schiff“ werde es nach der Renovierung weitergehen. Ein Leerstand sei nicht zu befürchten, weil eine Szenefrau mit Power das Ruder übernehme. Der Eröffnungsabend mit teils alter Besatzung steht aber noch nicht fest. Entsprechende Maßnahmen sollen für besseren Lärmschutz sorgen. Bekanntlich hatte die Wirtin, die das Lokal vier Jahren geführte hatte, regelmäßig Ärger mit einigen Nachbarn und der Polizei. Das hätten sie mürbe gemacht, wie sie im August dem Kreisboten erklärte. Die neue junge Wirtin könnte demzufolge kein leichtes Erbe antreten. Noch aber ist, wie der Kreisbote recherchiert hat, nicht alles in trockenen Tüchern. Wie zu hören war, verlaufen die Verhandlungen aber gut. 

Familiärer Charakter 

Student Florian Heel zum Beispiel, der bisher in Dani Novis „Schiff“ „einen Job im freundlichen, familiären Chaos“ hatte, rechnet fest, dass er hier „weiterhin gebraucht wird“. Dass es bei einer Nachtschicht auch stressig werden kann, macht dem 23-jährigen Nesselwanger offenbar wenig aus. Den familiären Charakter im „Schiff“, wo das Personal mit acht Leuten und die Gäste kaum zu unterscheiden waren, bestätigt nicht zuletzt Barbara Ott aus Pfronten. Sie hilft am frühen Samstagabend bei den Vorbereitungen für die Abschiedsparty mit. „Mit Freunden und Bekannten“ werde sie auch in der nächsten „Schiffwirtschaft“ anzutreffen sein. „Wir sind wie eine Familie“, unterstreicht Jörg Kazmierzak, der hier gerne als Barkeeper im Einsatz war. Er müsse sich keine Sorgen über die persönliche Zukunft machen, „denn im Hauptberuf bin ich bei der Post“. 

Die Party nahm gegen 21.30 Uhr mit einem Konzert auf dem Platz vorm „Schiff“ Fahrt auf und verlagerte sich später ins Lokal. Aber genau das „Open-Air”-Konzert führte erneut zu Problemen. Denn eine Genehmigung lag laut Polizeibericht offenbar nicht vor. Die Musik und Lautsprecheransagen führten dazu, dass bei der Polizei bereits um 20.45 Uhr die ersten Beschwerden über die nächtliche Ruhestörung eingingen. 

Polizei rückt an 

Elf Beamte konnten das Freiluftkonzert nach Angaben der Polizei erst beenden, nachdem sie der Band drohten ihre Instrumente sicherzustellen. Dieser Vorfall soll laut Polizei angezeigt werden. Gespräche mit Gästen auf der Party führten dagegen zu einem zentralen Punkt: es fehle in Füssen einfach an Lokalen für die jungen und jung gebliebenen Leute. An den Wochenenden erfolge deshalb dieser Massenansturm zur Lechbrücke. Allenfalls das „Bayrish Pub“ in der Ottostraße könnte noch als „richtig gute Adresse“ genannt werden. 

„Spätestens um 4 Uhr morgens schließen wir zu“, erklärte Wirtin Dani Novi gegenüber dem Kreisboten. Sie packe gern noch mal richtig an, erklärte die Wirtin, „aber ich freue mich auch sehr darauf, mich nach diesen vier schönen und anstrengenden Jahren zu erholen.“ Sie bleibe in Füssen und freue sich zum Beispiel aufs Skifahren. „Ich bin Skilehrerin.“ Ihre Stammgäste hatten sich zum Abschied Überraschungen einfallen lassen. Für Live-Music sorgte die Band „Harem“. „Diese Gruppe ist super“, findet nicht nur der Spray-Künstler Robert Wilhelm, der zum „Schiff“ auch mit Kinderwagen kommt.   cf/kk

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