Volles Haus bei der Lesung von Markus Richter

Neuer Krimi: Der Märchen-König und das Kind

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Der Autor Markus Richter erfüllt Autogrammwünsche nach seiner Lesung im Ludwigs Festspielhaus in Füssen.

Füssen – Etwa 70 Besucher kamen jetzt ins Festspielhaus Füssen, als Markus Richter seinen neuen Roman „Ohne Herz“, den zweiten Teil seines Neuschwanstein-Thrillers, vorstellte.

In diesem verwebt er gekonnt historische Fakten mit Prosa und schafft so einen spannenden Krimi rund um den Mythos König Ludwig II. „Ihre Schreie hallten ungehört von den zerklüfteten Steilwänden zurück. Mit jedem weiteren Echo wurden sie leiser. Kalter Schweiß stand auf Mariannas Stirn. Sie suchte schon eine gefühlte Ewigkeit nach Hansi, ihrem Buben“, las Richter im Wirtshaus am See den ca. 70 Besuchern vor, die gebannt der zweiten Buchpräsentation des Autors lauschten. 

Nach „Ins Herz“, seinem Debüt-Krimi, stellt nun „Ohne Herz“ den zweiten Teil der Trilogie rund um die geheimnisvollen Geschehnisse während der Bauarbeiten auf Schloss Neuschwanstein dar. Gekonnt, wie kaum ein Anderer, versteht sich der ehemalige Kastellan den Mythos rund um den berühmten bayerischen Monarchen Ludwig II. anzunähern, um aus historischen Fakten und Prosa ein Gesamtwerk zu schaffen. „Dem ganzen Werk ging eine intensive und langwierige Recherche voraus, in welcher sogar der Münchner Historiker Klaus Reichold mit involviert war“, erklärte der Autor seinem Publikum. 

Während der eineinhalbstündigen Lesung erfuhren die Zuhörer zum Teil viel Neues zu den belegten historischen Hintergründen rund um den Bau der „Neuen Burg zu Hohenschwangau“. Daneben ließ der Autor aber auch der Fantasie viel Raum für Spekulationen. So berichtete er beispielsweise über ein „Erdbeben“, das 1885 stattgefunden haben soll und bei welchem ein kleines Nebengebäude des Torbaus in die Pöllatschlucht stürzte.

Das Pikante dabei: Der König reiste erst kurz zuvor ab. Handelte es sich hierbei wirklich um eine seismische Erschütterung, wie es in den Chroniken zu lesen ist, oder entging der Regent nur knapp einem Anschlag, so wie es dem russischen Zar Alexander II. nur vier Jahre zuvor erging? „Die Angst des bayerischen Königs vor einem Attentat wächst daraufhin zunehmends und nur selten lässt er sich in der Hauptstadt München sehen“, berichtete der Autor. „Stattdessen zieht er sich in die Abgeschiedenheit seiner Bergresidenzen zurück. Jedoch lauert dort, in scheinbarer Sicherheit, eine existenzielle Bedrohung, welche von einem kleinen Jungen ausgeht. Eine gnadenlose Hatz auf den Regenten und das Kind beginnt“, sagte Richter während der Vorlesung seines 367 Seiten starken Romans. 

150-jähriges Jubiläum

 Richters aktueller und in der edition tingeltangel erscheinende Roman fügt sich in ganz besonderer Weise in das 150-jährige Jubiläum der Grundsteinlegung Schloss Neuschwansteins ein, das in diesem Jahr begangen wird. Der Leser kann gespannt sein, wie sich die dramatischen politischen Entwicklungen des Königreichs Bayerns schließlich im letzten Teil der Trilogie fortsetzen werden. Der Neuschwanstein-Thriller „Ohne Herz“ erscheint demnächst. 

Weitere Informationen dazu finden Interessierte im Internet unter www.edition-tingeltangel.de.

th

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