Pflegeschule Reutte verabschiedet die bislang besten Diplomanten in ihrer Geschichte

Mit Empathie und Bauchgefühl

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Glücklich die Hürde einer langen Ausbildung übersprungen zu haben: Die Diplomanten des 24. Kurses an der Pflegeschule Reutte.

Reutte/Ehenbichl – „Blau war gestern – ab heute weiß“, sagten sich 12 Schülerinnen und drei Schüler der Pflegschule Reutte und waren stolz, ab sofort in der weißen Berufstracht des diplomierten Personals auftreten zu dürfen.

„Ich würde mich jederzeit ohne Angst von euch betreuen lassen“, streute Gemeindeverbandsobmann Aurel Schmidhofer den Absolventen des 24. Kurses an der Pflegeschule Reutte bei der Diplomfeier den Absolventen Rosen. Die Arbeit der letzten drei Jahre sei sicher „schön anstrengend“ gewesen, der zukünftige Beruf als Krankenpfleger einerseits könne aber auch „anstrengend schön“ sein, gab er den Absolventen außerdem mit auf den Weg. 

Der wohl „beste“ Jahrgang in der 27-jährigen Geschichte der Reuttener Pflegeschule erhielt am vergangenen Freitag das Diplom. Der Notendurchschnitt der gesamten Klasse von sagenhaften 1,33 sprach dabei für sich und wurde von der Festversammlung gebührend anerkannt. 

Stolz, ab sofort in der weißen Berufstracht des diplomierten Personals auftreten zu dürfen, präsentierten sich die jungen Fachkräfte in der Aula der Schule. Die blauen Ausbildungstrachten schmückten aufgehängt am Seil traditionell den Eingang zur Bildungsstätte. „Ein gerüttelt Maß an Wissen wird heute entlassen“, bestätigte Gemeindeverbandsobmann Aurel Schmidhofer den so erfolgreichen Absolventen des 24. Kurses. 

Für die Abgänger bedeute das einen Richtungswechsel im Leben den es mit Kompetenz und Verantwortung zu meistern gelte. „Ich würde mich jederzeit ohne Angst von euch betreuen lassen“, meinte er im Hinblick auf das gute Abschneiden der neuen Fachkräfte.

Die Zöglinge von Direktor Peter Mittemayr und seinem Lehrerteam hatten während der drei Jahre über 2300 Stunden Theorie zu bewältigen, aus tausenden Seiten Skripten zu lernen, mussten zahlreichen, auch externen Referenten zuhören, viele Prüfungen bewältigen, unzählige Fachausdrücke verinnerlichen, massenhaft Literatur wälzen und jeden Tag acht Stunden voll bei der Sache sein.

 Zahllose Stunden Praxis, vornehmlich im BKH-Reutte, aber auch im Oberland, in Innsbruck und in Vorarlberg, hatten die „Neuen“ einigermaßen gefordert.

„Wir sind eine kleine Schule, in er es uns wichtig ist, eine Atmosphäre der Wertschätzung und Anerkennung zu leben. Es dürfen Gefühle gezeigt werden, und nicht nur Leistung und Wissen zählen. Empathie und Bauchgefühl von beiden Seiten haben uns während dieser Zeit geholfen und uns näher zusammengebracht“, ließ der Direktor die Festversammlung wissen. 

Den Diplomanten legte er nahe, nie zu leben zu vergessen und mit Freude und Mut den neuen Lebensabschnitt anzugehen. Als eine der Absolventinnen der Schule wies BR Sonja Ledl-Rossmann auf das immer größer werdende Feld der Pflege im Alter hin, für das sie sich in einer parlamentarischen Enquete stark gemacht habe. 

Sie zollte den Absolventen Respekt und Anerkennung zur schwierigen Berufswahl. Das Zwischenmenschliche bei allem technischen und wissenschaftlichen Fortschritt dürfe aber auf keinen Fall auf der Strecke bleiben, appellierte sie an das neue Pflegepersonal. 

Sie empfahl den weiteren Weg immer mit dem Herzen zu gehen. Soziale Bildung sei seinem Institut immer schon ein besonderes Anliegen gewesen, meinte Georg Gutheinz von der Raiba und sicherte die weitere Unterstützung der Pflegschule zu. Obwohl manche Prüfung zu einer „Schwergeburt“ geworden sei, so Gynäkologie-Oberärztin Renate Luze als medizinisch-wissenschaftliche Leiterin der Schule, sei dieser Jahrgang von sehr hohem Niveau.

Sie wünschte den Absolventen Energie und Kraft auch zur Veränderung mit Toleranz und Vertrauen ohne sich von der immer weiter fortschreitenden „Virtualität“ unterkriegen zu lassen. Der Sprecher der Schüler, Florian Leitner, bedankte sich bei den Ausbildern und den Angehörigen für ihr Verständnis und überreichte zahlreiche Geschenke an Lehrkräfte und Unterstützer. 

Der „Luze-Ziegler-Preis“ für die „Bestnote“ ging diesmal an Sarah Kärle. Sie hatte das Gesamtergebnis noch getoppt und einen Notendurchschnitt von 1,03 erreicht. Ihr soziales Engagement bewiesen die Abgänger durch die Spende aus den Einnahmen des Diplomballes. Der Erlös von 5000 Euro ging an ein Spital in Ifakara (Tansania).

Hans Nikolussi

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