Viele Moosianer wollen klagen

Nun ist sie vorbei, die Frist, die Landrat Johann Fleschhut (FW) den Schwarzbauern des Füssener Wasenmooses gesetzt hat, um per öffentlich-rechtlichem Vertrag eine Duldung ihrer Bauten von bis zu 15 Jahren festzulegen. Rund die Hälfte der Betroffenen hat diese Chance nicht wahrgenommen. Etwa 40 Moosianern droht jetzt die Beseitigungsanordnung, viele wollen offenbar klagen.

Von den 85 Schwarzbauern haben 26 die Frist genutzt und gegenüber der Kreisverwaltung bekundet, den öffentlich-rechtlichen Vertrag unterschreiben zu wollen, wie Susanne Kettemer, Sprecherin des Landratsamtes, gegenüber dem KREISBOTE bestätigte. Der Vertrag räumt den Besitzern der ohne Baugenehmigung errichteten Bauten im Moos das Recht ein, ihre Wohnhäuser noch 15 Jahre, ihre Wochenendhäuser und Hütten noch zehn Jahre zu behalten. Acht weitere hätten bereits unterschrieben, sieben hätten den Vertrag bekommen, jedoch noch nicht unterzeichnet und drei hätten ihre Bauwerke freiwillig beseitigt, so Kettemer. Gut 40 Personen erwartet nun Post aus Marktoberdorf mit der Aufforderung, ihre Schwarzbauten abzureißen. Wie Hannes Schäfer, Sprecher der „Moosianer“, gegenüber dem KREISBOTE angab, wollen viele die vierwöchige Einspruchsfrist nutzen und den Klageweg beschreiten. Sie werden sich nach seiner Einschätzung teils vom selben Anwalt vertreten lassen. Hatten die Wasenmoos-Schwarzbauer zunächst die unbefristete Duldung ihrer Häuser gefordert und im Gegenzug einen Baustopp angeboten, strebten sie zuletzt eine Kompromisslösung in Form einer 20-jährigen Duldung aller Bauten an. Die hatte auch der Petitionsausschuss des Landtags mit knapper Mehrheit empfohlen. Landrat Johann Fleschhut ging darauf jedoch nicht ein und pochte auf die zehn bis 15-Jahreslösung. Rückendeckung hatte er Anfang des Jahres vom Bayerischen Innenministerium erhalten und zuletzt von seinem Freie-Wähler-Kollegen, dem Petitionsausschussmitglied Florian Streibl. Der war beim Ortstermin im Herbst selbst im Vordermoos, hatte sich damals jedoch nicht explizit gegen den 20-Jahres-Kompromiss ausgesprochen. In einer Pressemitteilung lobte er nun die „für alle Beteiligten verträgliche Lösung“, die Fleschhut angepackt habe. Sanfte Unterstützung gab es zuletzt vom Stadtrat, der in seiner nicht öffentlichen Sitzung Ende November die 20-Jahreslösung befürwortet und das an das Landratsamt weitergegeben habe. Schäfer äußerte sich dankbar über die Unterstützung, wünschte sich jedoch, dass Bürgermeister Paul Iacob (SPD) diese Mehrheitsentscheidung „positiv nach außen hin unterstützt“. Verwundert zeigte sich der Wasenmoos-Sprecher auch über die fehlende Kompromissbereitschaft des Landrats, zumal die Gespräche stets fair und sachlich verlaufen seien.

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