Nesselwanger Bergretter müssen 2015 zu insgesamt 100 Einsätzen ausrücken

Zahl der Einsätze steigt rasant

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Bei einer Übung trainieren die Nesselwanger Bergretter das Abseilen zu einer Bergbahn-Gondel aus einem Hubschrauber der Bundespolizei.

Nesselwang – Auf ein ereignisreiches Jahr blickte jetzt die Nesselwanger Bergwacht in ihrer Jahreshauptversammlung zurück. Neben den 100 Einsätzen im vergangenen Jahr hatten die Bergretter vor allem mit iohrem 50-jährigen Jubiläum alle Hände voll zu tun.

Die Einsatzstatistik von Bereitschaftsleiter Michael Gimbel für das vergangene Jahr zeigt 81 Wintereinsätze, davon 18 Nachtskieinsätze über Melder im Bereich der Alpspitzbahn, acht Hubschrauber-Einsätze und 19 Sommereinsätze auf. Im Jahr 2014 waren es mit insgesamt 55 Einsätzen erheblich weniger.

 In diesem Jahr wurden die Bergretter ebenfalls bereits zu 25 Einsätzen gerufen. Ausbildungsleiter Matthias Wohlfahrt berichtete über die zahlreichen Aus- und Fortbildungen, die intern und in der Region abgehalten wurden. So unter anderem mit dem in Durach bei Kempten stationierten Rettungshubschrauber Christoph 17.

In Zusammenarbeit mit der Alpspitzbahn Nesselwang wurde eine Liftübung abgehalten, bei der auch ein Hubschrauber der Bundespolizei dabei war und die Bergretter sich zu den in den Gondeln festsitzenden Personen mittels einer Winde abseilten.

 Insgesamt kamen fast 870 Stunden zusammen. „Wir sind wegen des Jubiläums und weil wir keine Anwärter hatten, etwas kürzer getreten“, so der Ausbildungsleiter. Neben den 12 Bereitschaftsausbildungen wurde auch ein Theorieabend über den richtigen Umgang mit dem GPS-Gerät, eine Ausbildung in Frühdefibrillation und weitere absolviert. „Ich kann die vielen Stunden, die wir in Bereitschaft an unserem Stützpunkt bei der Mittelstation sind und die unzähligen Melderstunden gar nicht aufzählen“, sagte Gimbel.

Täglich seien zwei Bergwachtler ständig in Bereitschaft und über Funkmelder erreichbar, sowie zehn weitere auf Abruf, erklärte er weiter. „Die Bergwacht Nesselwang ist durch den zunehmenden Tourismus an unserem Berg immer mehr gefordert“, so der Zweite Bürgermeister, Hans Möst. „Danke für die Arbeit, die ihr am Berg leistet“, sagte er.

Auch der Geschäftsführer der Alpspitzbahn, Ralf Speck, dankte der Bereitschaft. Die Zusammenarbeit mit ihr und dem Personal am Lift funktioniere stets problemlos. Lob gab es auch von anderer Seite: „Die Bergwacht ist sehr wichtig für uns. Es ist beruhigend zu wissen, das ihr da seit, wenn wir oben am Berg am Holzen sind“, so der Vorsitzende des Rechtlerverbands Nesselwang, Thomas Theil. „So viel Einsatz im Ehrenamt ist nicht selbstverständlich“.

Bergwacht im BR

Doch nicht nur Einsätze und Ausbildung hielten die Nesselwanger Bergretter auf Trab. Auch am gesellschaftlichen Leben der Marktgemeinde nimmt die Bereitschaft teil. Ein Höhepunkt dabei waren die Filmaufnahmen mit Carolin Reiber und dem Team vom BR im Rahmen der „Bayerntour“, die im vergangenen Februar zu Gast im Landgasthof „Zum Alten Reichenbach“ waren (der Kreisbote berichtete).

Zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder hat die Bereitschaft ein Funkenfeuer am Funkensonntag veranstaltet, zu dem an die 400 Einheimische und Gäste kamen. Im Juli fand schließlich die Bergmesse mit dem Bergfest an der Mittelstation statt. Im Oktober feierte die Bereitschaft ihren Festabend anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens in der Alpspitzhalle. „Ich hab bisher nur positive Rückmeldungen dafür bekommen. Wir haben uns hervorragend präsentiert“, so Gimbel.

Seit 1956 veranstaltet die Bergwacht am 6. Dezember ihren Nikolausumzug. So auch im letzten Jahr. Gimbel dankte den zahlreichen Helfern für das Packen der über 250 Päckchen und der Harmoniemusik und Feuerwehr für ihre Unterstützung. Gerhard Fricke, der beim Kriseninterventionsdienst Berg Angehörige und Begleiter von Verunglückten betreut, wurde 2015 zu mehreren Einsätzen gerufen.

Die Finanzen stimmen

Kassier Klemens Keller legte einen positiven Kassenbericht vor. „Wir haben ein Polster, das wir aber auch brauchen“, so Keller. „Die Ausbildung eines Anwärters kostet um die 1000 Euro, wenn er fertig ist, kommt die Dienstkleidung mit ungefähr 500 Euro“, erklärte er. „Und wir haben vier, bald fünf Anwärter.“ Außerdem erfolge dieses Jahr die Umstellung auf den Digitalfunk, „wo wir auch noch nicht genau wissen, was auf uns zukommt“.

Herbert Hoellisch

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