Großes Interesse der Füssener am Live-Stream mit Bürgermeister Eichstetter

Viele Zuschauer bei der ersten digitale Bürgerversammlung in Füssen

Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter und Kämmerer Marcus Eckert
+
Bürgermeister Maximilian Eichstetter (rechts) und Kämmerer Marcus Eckert stehen den Bürgern am Donnerstagabend live vor der Kamera Rede und Antwort.

Füssen – Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen, und so war die Füssener Bürgerversammlung 2020 am Donnerstagabend vergangener Woche gleich in zweifacher Hinsicht eine Premiere: Zum einen war sie die erste für den im März gewählten Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU), zum anderen die erste in der langen Geschichte der Stadt, die wegen der Corona-Krise digital per Videoübertragung stattfand. Aus Sicht des Rathauschefs hat sich dieses Experiment gelohnt. Auch in Sozialen Netzwerken war der Zuspruch groß.

Standen die Füssener Bürgermeister in der Vergangenheit für gewöhnlich im „Haus der Gebirgsjäger“, dem Haus Hopfensee oder im Weißenseer Schützenheim stehend hinter einem Rednerpult den Bürgern von Angesicht zu Angesicht Rede und Antwort, war am vergangenen Donnerstagabend wegen der Corona-Krise alles anders: Im Sitzungsaal des Rathauses an seinem gewohnten Platz sitzend, sprach Bürgermeister Eichstetter live in die Kamera zu den Füssenern. Verfolgt werden konnte der Livestream auf der Homepage der Stadtverwaltung.

Fragen an den Rathauschef oder die verschiedenen Amtsleiter hatten die Bürger bereits im Vorfeld schriftlich einreichen können, was 16 Mal der Fall war. Außerdem bestand die Gelegenheit, während der zweieinhalbstündigen Übertragung über eine Hotline anzurufen oder Fragen per E-Mail einzureichen. „Es war mir wichtig, die diesjährige Bürgerversammlung abzuhalten und nicht einfach ausfallen zu lassen“, erläuterte Eichstetter diese Schritte. Schließlich habe sich in diesem Jahr in Füssen viel getan, wobei die vergangenen Monate vor allem von der Corona-Krise geprägt gewesen seien. Sein Dank galt in diesem Zusammenhang den Mitarbeitern der Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, der Stadtverwaltung und allen anderen, die das öffentliche Leben aufrecht erhielten.

Viele Informationen

Nach zweieinhalb Stunden Live-Übertragung mit unzähligen Informationen zu verschiedenen Bauvorhaben, den städtischen Finanzen, dem Wohnungsmarkt oder der Sanierung des Eisstadions war Eichstetter erleichtert, dass alles wie geplant geklappt hatte. „Wir waren am Anfang ein bisschen unsicher wegen der Technik“, gab er zu. Doch die hatte bis auf wenige ganz kurze Hänger funktioniert. Die Bürgerversammlung so abzuhalten, „hat sich richtig gelohnt“, freute er sich. Tatsächlich war die Beteiligung im Vergleich zu den Präsenz-Versammlungen in den vergangenen Jahren hoch. Nach Auswertung der Daten durch die Stadtverwaltung nahmen 189 Füssener dauerhaft an der virtuellen Versammlung teil, insgesamt gab es 874 Ansichten der Übertragung. „Ich kann mich an keine Bürgerversammlung erinnern in der 189 Teilnehmer waren“, freute sich der Bürgermeister. „Dauerhaft 189 Teilnehmer finde ich echt gut.“

Lob von Bürgern

Bei viele Füssenern kam die erste digitale Bürgerversammlung ebenfalls gut an, wie ein Blick in die Sozialen Netzwerke am Tag darauf zeigte. „Transparenz ist das Zauberwort und dann steht die Stadt hinter dir“, kommentierte etwa ein Nutzer auf facebook. Ein anderer schrieb: „Das war eine gigantische tolle Leistung.sehr sehr kompetent und für alle Altersgruppen sehr gut zu verstehen. Danke schön.“ Ein weiterer Bürger meinte beispielsweise: „Nach meiner Meinung war diese erste digitale Bürgerversammlung ein Vorzeigebeispiel und Erfolg. DANKE dafür.“ „Wir hams am TV von der Couch angschaut, war informativ und wir mussten nicht beim Sauwetter naus“, heißt es bei einer anderen Nutzerin.

Eichstetter sah sich am Tag nach der Versammlung in seiner Entscheidung bestätigt: „Die Bürger haben gezeigt, dass sie genau so ein Modell wollen“, sagte er auf Nachfrage des Kreisboten. Für die Zukunft wünscht er sich dennoch eine Rückkehr zur Normalität: „Eine Präsenzveranstaltung ist unabdingbar“, teilte er mit.

mm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Inzidenz im Ostallgäu steigt weiter – Kaufbeuren noch immer knapp über 50
Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Inzidenz im Ostallgäu steigt weiter – Kaufbeuren noch immer knapp über 50
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30
Grenzkontrolle: Gesuchter Dealer verhaftet
Grenzkontrolle: Gesuchter Dealer verhaftet
Stadt lässt Phantomgerüst für ein Parkhaus am Krankenhaus aufstellen
Stadt lässt Phantomgerüst für ein Parkhaus am Krankenhaus aufstellen

Kommentare