Füssen feiert von Februar bis September das 300-jährige Bestehen des Klosters St. Mang

Ort der Gottesbegegnung

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Das 300-jährige Bestehen des Barockklosters St. Mang wird heuer mit einem abwechslungsreichen Programm gefeiert.

Füssen – Am 15. Februar 1717 wurde die heutige Füssener Stadtkirche geweiht. Damals diente sie den Benediktinermönchen, Bürgern und Wahlfahrern zum Gottesdienst. „Seitdem wurde diese Kirche“, wie der Füssener Pfarrer Frank Deuring betont, „für viele Menschen zu einem Ort der Gottesbegegnung“.

Wenn in der Stadt bis zum Donnerstag, 28. September, das große Jubiläum „300 Jahre Kloster St. Mang“, gefeiert wird, steht die barocke Klosteranlage also eindeutig im Mittelpunkt. Der eindrucksvolle Bau dient darüber hinaus der Stadtverwaltung und beherbergt das städtische Museum. 

Türen im Barockkloster öffnen sich: Füssens Kulturamtsleiterin Karina Hager.

Zum ersten Mal wird es Führungen geben, in deren Rahmen das Gesamtkunstwerk kennen gelernt werden kann. Zum Auftakt der Feierlichkeiten findet am Sonntag, 19. Februar, um 10.30 Uhr ein Gottesdienst statt. Die musikalische Leitung hat Albert Frey. Außerdem sollen am Festgottesdienst zum 300. Weihetag namhafte Solisten sowie Kirchenchor und -orchester mitwirken. 

Im Jubiläumsjahr soll das dem großen Baumeister Johann Jakob Herkomer zu verdankende „Gesamtkunstwerk Kloster St. Mang“ auf eine „vielfältige Weise präsentiert, erklärt und gefeiert“ werden, kündigt der neue Füssener Museumsleiter Dr. Anton Englert im Gespräch mit dem Kreisbote an.

Erinnert werde dabei vor allem auch an Baumeister Johann Jakob Herkomer aus Sameister bei Roßhaupten. Herkomer verstarb bereits kurz nach der Einweihung der Barockkirche am 27. Oktober in einem Gästezimmer des neuen Benediktinerklosters. 

Sein Handwerk hatte Herkomer, Jahrgang 1652, insbesondere von Kollegen im europäischen Süden gelernt. 1685 hatte er von Italien Ideen in die Heimat mitgebracht, die er als „genialer Baumeister“, so der Füssener Museumsleiter, „umsetzen konnte“.

Italienischer Stil

So gelang es Johann Jakob Herkomer, die alten, unregelmäßigen Gebäude der Abtei über dem Lech in ein wohlproportioniertes Gesamtkunstwerk im italienischen Stil zu verwandeln. Somit zählt das Barockkloster St. Mang zu den besonders eindrucksvollsten Klosteranlagen im süddeutschen Raum. 

Der repräsentative Bau vereine theologische Leitgedanken, religiöses Lebensgefühl und wirtschaftliche Funktion mit höchster Baukunst und soll im Jubiläumsjahr in all seinen Facetten präsentiert, erläutert und gefeiert werden. 

Denn mit der kontinuierlichen Restaurierung der barocken Klosteranlage ist es in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gelungen, den Originalzustand des 18. Jahrhunderts weitgehend wieder herzustellen oder sichtbar zu machen und das Gebäude unter denkmalpflegerischen Aspekten zu erhalten und zu nutzen. 

Heuer sollen die Klosteruhren und die Brunnen instand gesetzt und so manches Detail neu beleuchtet werden. 

Buntes Programm

Das interessierte Publikum erwartet im Jubiläumsjahr ein vielfältiges Programm: Bis 28. September wird das Jubiläum mit Vorträgen, Konzerten und anderen Events gefeiert. Eine Broschüre, die in diesen Tagen erscheinen soll, gibt den Überblick über die Veranstaltungsfülle. 

Das diesjährige Programm der Volkshochschule Füssen steht ebenfalls im Zeichen des Jubiläums: In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und der katholischen Kirchengemeinde kann sich das aktuelle Studium Generale dem historischen Thema – mit unterschiedlichen Aspekten – populärwissenschaftlich dargestellt widmen.

Im Museum, das im Kloster eingerichtet ist, können unter anderem das bescheidene „Papstzimmer“, die barocken Repräsentationsräume sowie die Ausstellung „Schatzkammer am Lech“ besichtigt werden. 

Diese noch vom früheren Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller gegen Ende der langen Amtszeit konzipierte und eröffnete Schau schildert die Baugeschichte und beschreibt die damalige Funktion des Benediktinerklosters in anschaulicher Weise. 

Wie sich die Mönche selbst versorgten, ist faszinierend dargestellt. Viele Fachvorträge An sieben Mittwochabenden werden Fachleute außerdem Vorträge zu Themen wie Spiritualität oder Politik des Klosters im 18. Jahrhundert halten. Im Luther-Jahr 2017 dürfte der Vortrag „St. Mang als Ausdruck der Gegenreformation“ ebenfalls ein großes Interesse finden.

Nach Angaben von Karina Hager, Leiterin des Füsener Kulturamtes, soll die Erbauungszeit des Klosters auch bei den Kaisersaalkonzerten musikalisch aufgegriffen werden. Mit dem Motto „Staunen“ des diesjährigen Festivals „vielsaitig“ solle darüber hinaus zum Ausdruck kommen, wie das Barockkloster seit seiner Entstehung die Menschen immer wieder in seinen Bann ziehe.

Chris Friedrich

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