Walter Sirch hält beim Schwangauer Salvator eine seiner besten Reden

Die Leviten gelesen

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Walter Sirch stellt gewohnt pointiert zum Starkbieranstich seine Sicht der Dinge dar.

Schwangau – Der Schwangauer ist traditionell der allererste Starkbieranstich im Gäu. Heuer gab es dazu noch einige Premieren: Erstmals war es am Aschermittwoch am neuen Schwangauer Bürgermeister Stefan Rinke, das Fass anzustechen. Zum ersten Mal dabei war auch Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU).

Die passenden Worte fand beim mittlerweile 33. Salvator im Schneiderhanser-Keller Walter Sirch. Er las einmal mehr der anwesenden Prominenz ordentlich die Leviten. Die Themen, zu denen sich Walter Sirch Notizen gemacht hatte, waren fast ebenso mannigfaltig wie die Gäste, die sich im Keller des Hotels in Schwangau drängten. Die nächste fünfte Jahreszeit, so Gastgeber Martin Helmer, beginne nun wieder in Schwangau – nach dem Fasching – die zweite. 

„Da gibt es nicht nur eine bei uns, hier in Schwangau ist alles anders.“ Neben Landrätin Zinnecker, die bislang nur im Wahlkampf und nicht offiziell im Schwangauer Starkbierkeller gesessen hatte, konnte Helmer zahlreiche Lokal- und Bundespolitiker begrüßen. Erstmals dabei war heuer auch die Neu-Schwangauerin Elisabeth von Elmenau. 

Kurz bevor es ernst wurde, bekam Bürgermeister Stefan Rinke noch die Einweisung für den Bieranstich, den er mit Bravour meisterte: Nach nur zwei Schlägen auf den Wechsel floss der Gerstensaft. Genau richtig für Walter Sirch, der schon befürchtet hatte, dass der Wasserrohrbruch in der Kurklinik vor einiger Zeit ihm das Bier verwässern könnte. Stattdessen konnte sich der Gauvorstand aber ganz und gar auf die Gäste und deren Geschichten konzentrieren. Etwa auf die vom neuen Bürgermeister in Schwangau, der es doch etwas zu genau nehme, das „sind d’Schwoaga it g'wohnt“. 

Beispielsweise die „Beschilderung“ für die Seen, wo es dann heiße, ab einem Meter Wassertiefe „jetzt mit Schwimmbewegungen beginnen.“ „Aber du achtest halt auf deine Bürger“, attestierte Sirch schmunzelnd. Überhaupt bringe der Neue wie sein Vorgänger Reinhold Sontheimer beste Voraussetzungen mit für den Job, war doch auch Stefan Rinke schon einmal Fasnachtspräsident in Schwangau. „Des isch ja es Sprungbrett zum Bürgermeister“, so Sirch unter Laute, Beifall und Gelächter. 

Mit Blick auf Füssens Bürgermeister Paul Iacob erklärte Sirch: „Weisch Paul, des is ja so: Da braucht ma erscht an g'scheite Fastnachtsverein, des des funktioniert.“ Aber Iacob solle sich dabei denken, „du bischt auch ohne Verein der Fasnachtsprinz vo Fiasa“, bescheinigte er dem Füssen Bürgermeister. 

Und was gebe es sonst Neues in Füssen? Ma sollte einen der Füße im Stadtwappen Blau anmalen, empfahl Sirch. „Denn ohne den Hubert Schmid tut sich in Füssen doch nichts mehr.“ Das stimme dann doch so nicht, relativierte sich Sirch. Immerhin gebe es den Theresienhof, und was für hochkarätige Geschäfte da mit Rewe oder Vögele drin seien. „Aber du fangscht halt neu a.“ 

In Schwangau habe man immerhin einen neuen Theaterstadel, wo Füssen noch nichtmal einen alten habe. Ohnehin entwickle sich der Bullachberg, sei fast so etwas wie ein neues Gut Aiderbichl. 

Eine der besten Reden 

Doch Vorsicht, mahnte Sirch, vor allem mit Blick auf etwas betagtere Politiker. Wenn die im Cabrio dort vorbeifahren, sollten sie aufpassen, dass man ihnen nicht gleich ein neues Zuhause gebe. Schlussendlich telefonierte Sirch als Zugabe noch mit seinem „Barrasspezl“, dem Verkehrsminister. Und versuchte zu ergründen, was es mit der Maut auf sich habe. Wie aber Sirch die Antworten seines imaginären Gegenübers verstehen wollte, angesichts der teilweise schon krampfartigen Lachanfälle seines Publikums, das wird wohl sein Geheimnis bleiben. 

Kein Geheimnis aber dürfte dagegen sein, dass Walter Sirchs mittlerweile siebte Starkbierrede beim Schneiderhanser in Schwangau eine seiner bisher wohl besten war.

Oliver Sommer

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