Landrätin macht sich ein Bild vom Baufortschritt an der Realschule Füssen

Top gerüstet für die Zukunft

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Architektin Dorothea Babel-Rampp (rechts) erklärt Schulleiter Andreas Erl (v.l.) und Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) was im Klassenzimmer genau gemacht wurde.

Füssen – Die Generalsanierung der Realschule Füssen steckt in den letzten Zügen. Demnächst beginnen die Arbeiten im letzten Bauabschnitt im Nordtrakt.

„Wenn alles gut geht, sind wir Ende des Jahres fertig“, erklärte Schulleiter Andreas Erl. Bis spätestens Januar, Februar soll die Sanierung abgeschlossen sein. „Der Baufortschritt ist Gott sei dank soweit fortgeschritten, dass wir in alle Klassenzimmer einziehen dürfen“, so der Schulleiter. 

Was bisher alles gemacht wurde, davon konnten sich am Mittwoch Ostallgäus Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), Architektin Dorothea Babel-Rampp und Medienvertreter bei einem Rundgang überzeugen. Mit den Schülern ein erklärendes Video drehen, Hausaufgabenlösungen und Unterrichtsmaterial auf eine Lernplattform ins Internet stellen oder Audiopodcasts im Unterricht anhören: Das ist jetzt ohne großen Aufwand in der Johann-Jakob-Herkomer Schule in Füssen möglich.

Denn die Schule wurde während der Bauarbeiten nicht nur energetisch und sicherheitstechnisch saniert. 80.000 Euro investierten Landkreis und Freistaat auch in neue Medientechnik. Um Schüler und Lehrer möglichst unkompliziert für die neuen Medien fit zu machen, hat das Landratsamt Ostallgäu mit Schulleiter Erl ein entsprechendes Konzept erarbeitet, das nun erstmals an einer Schule als Pilotprojekt umgesetzt wurde. „Die Technik ist in allen Klassenzimmern neu“, erklärte Erl.

So sind in den Klassenzimmern am neuen, höhenverstellbaren Lehrerpult ein Computer mit Internetanschluss, eine Dokumentenkamera und ein Beamer an der Decke zu finden. Während die Klassen früher in einen PC-Saal umziehen mussten, wenn ein Schüler beispielsweise eine Präsentation am Computer halten wollte, kann er diese jetzt einfach im Klassenzimmer halten. „Das ist 2017, das ist toll“, sagte Konrektorin Sabine Schmid, während sie den Besuchern ein selbstgedrehtes Video ihrer Schüler vorführte und auf ihre Unterrichtsmaterialien auf der Plattform „mebis“ zugriff. 

Die Unterrichtsqualität habe sich dadurch verbessert, so die Konrektorin. Die Schule könne jetzt auch mit dem Medienumgang in der Gesellschaft mithalten. Aber: „Das ist nur eine Ergänzung“, so Schmid. Ihre Schüler müssen auch weiterhin im Heft mitschreiben. Auch in den drei PC-Sälen der Realschule hat sich viel getan: Sie wurden komplett umgebaut. 32 bis 28 Schüler finden hier nun Platz und können an einem eigenen PC arbeiten. 

Die Realschule habe damit „den modernsten PC-Saal im Landkreis“, stellte der Schulleiter fest. 

Alle können mitmachen

„Komplett neu gestaltet“ wurden auch die Chemie-, Physik- und Biologieräume, erklärte Erl. „Das war sehr kostspielig und aufwendig.“ Mit den neuen Anschlüssen können Schüler jetzt auch selbst an ihren Tischen experimentieren, während in den alten Fachräumen aus den sechziger Jahren Experimente nur am Lehrerpult stattfanden. 

Dieser Umbau kommt genau rechtzeitig. Denn im neuen Lehrplan spielen Schülerexperimente in den Naturwissenschaften „eine zentrale Rolle“, sagte der Schulleiter. „Dafür sind wir bestens ausgestattet. Es gibt kaum einen, der bei Schülerexperimenten nicht mitarbeiten kann.“ 

Daneben haben Landkreis und Freistaat auch in die Außendämmung der Fassade, in neue Fenster und einen Sonnenschutz investiert. Für eine kontrollierte Frischluftzufuhr sorgt eine neue Lüftungsanlage, die außerdem die Wärme der verbrauchen Luft an die Zuluft überträgt und somit Energie spart. Diskussionen über offene Fenster dürften damit passé sein. 

Da auch die Sicherheit für den Landkreis ein ganz wichtiges Thema sei, wurden 500.000 Euro in den Brandschutz investiert, erklärte Landrätin Zinnecker bei ihrem Besuch in Füssen. Insgesamt kostete die Sanierung rund 7,1 Millionen Euro. 4,8 Millionen übernahm der Landkreis, so die Landrätin. Mit rund 2,6 Millionen Euro fördert die Regierung von Schwaben das Projekt. Das Geld sei jedoch sehr gut investiert, meinte Zinnecker. „Die Realschule ist eine Schule mit Zukunft. Die Absolventen werden gesucht.“ 

Das bestätigte auch Erl. Die Absolventen des vergangenen Schuljahrs hätten alle bestanden und seien dort untergekommen, „wo sie hinwollten. Es gibt keinen, der auf der Straße sitzt und nicht weiß, was er machen soll“, sagte Erl. Jetzt müsse man schauen, ob sich die Baumaßnahmen auch bewähren, sagte Zinnecker. Denn die nächsten Schulsanierungen stehen an: 2018 werde der Landkreis für 12 Millionen Euro die Realschule Obergünzburg sanieren. Anschließend folgen weitere Schulen. Die Lehrtechnik habe sich aber schon jetzt auf alle Fälle bewährt, ist sich der Schulleiter sicher. „Wir sind sehr glücklich“, fügte Schmid hinzu.

Katharina Knoll

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